David Lynch, Alfred Hitchcock und Jean-Luc Godard - alles Namen, die dem durchschnittlichen Filmgucker ein Begriff sind. Bei Künstlern wie Christian Boltanski, Sam Taylor-Wood und Jaques Monory werden sich viele "Kunstbanausen" dagegen schon schwerer tun. Nicht so Autor Heinz Peter Schwerfel, der mit seinem Bildband "Kino und Kunst" beweist, dass die beiden titelgebenden Bereiche nicht nur viel gemeinsam haben, sondern oftmals auch geradezu voneinander abhängig sind.
Wer denkt, dass es sich hierbei lediglich um eine Hymne an nur schwer erträgliche Kunstfilme handelt, irrt gewaltig. Kassenschlager und Kultfilme wie "Matrix" und "Pulp Fiction" finden ebenso Erwähnung, denn nicht zuletzt die mit ihrem Erfolg zusammenhängende Popularität ist es, die auch die Kunstwelt beeinflusst haben.
In edlem Design und mit Hilfe von zahlreichen ausdrucksstarken, teils farbigen, teils schwarzweißen Fotos von Kunstwerken und Filmszenen versucht Autor Heinz Peter Schwerfel, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Dies gelingt ihm in Teilen sehr gut. Allerdings ist nicht immer alles nachvollziehbar, da man gerade die Wirkung von Videokunst nur sehr schwer anderen vermitteln kann, die diese nicht selbst in Ausstellungen erlebt haben. Zudem strengt der manchmal ungeordnet - eben künstlerisch - anmutende Fließtext ein wenig an.
Aufgelockert wird der Bildband jedoch durch mehrere verteilte Interviews, in denen sowohl Regisseure, als auch Künstler zu Wort kommen. Ideale Ergänzung bildet auch das detaillierte Abbildungsverzeichnis, unter anderem mit den genauen Standorten der Museumskunstwerke sowie ein ausführliches Personenregister.
Der Bildband "Kino und Kunst" ist also eine ausführliche und faszinierende Abhandlung zum Thema Kunst in - bewegten und unbewegten - Bildern. Keine Massenware für Zwischendurch, sondern etwas Spezielles für alle, die sich für die Interpretation von Kunst und die Motivation der Künstler begeistern können oder auch nur wissen wollen, worum es in den Filmen von David Lynch eigentlich geht.