(Hinweis: Ich habe die 32GB-Version, Farbe Violett.)
Zunächst mal ein großes Lob an Kingston dafür, dass *KONKRETE* Angaben zur Schreib- und Lesegeschwindigkeit gemacht werden, und diese auch auf der Verpackung aufgedruckt sind, nämlich 5 MB/s schreiben und 10 MB/s lesen. Darüberhinaus sind diese Werte nicht übertrieben, sondern eher konservativ (dazu später mehr). Leider sind solche Angaben eine Ausnahme. Die meisten Hersteller geben keine konkreten Werte an, sondern nichtssagende Schwammbegriffe wie "Ultra-Fast" oder "High-Speed". Manchmal wird auch nur eine Geschwindigkeit angegeben, ohne einen Hinweis darauf, ob es sich um die Schreib- oder Lesegeschwindigkeit handelt (natürlich kann man davon ausgehen, dass es letztere ist, denn beim Schreiben ist jeder Stick langsamer). Ich persönlich kaufe nur noch Speichermedien, wo die Geschwindigkeit angegeben ist. Diese Strategie bewahrt mich vermutlich auch vor einer Menge Billig-Schrott. Dass es deswegen nicht unbedingt teuer werden muss, beweist dieser USB-Stick von Kingston: 32 GB für 43 Euro kann man durchaus als Schnäppchen bezeichnen.
Auf dem frisch erworbenen Stick war irgendeine Windows-Software vorinstalliert, die ich nicht brauche (habe kein Windows, und bevor jemand fragt: nein, auch kein MacOS und kein Linux), und die ich daher als erstes gelöscht habe. Auf dem dann leeren Stick habe ich erstmal ein paar Geschwindigkeitstests gemacht. Ergebnis: Zwischen 15 und 18 MB/s schreiben und 23 MB/s lesen, beides bei rein sequentiellem Zugriff. Das lag zu meiner Überraschung deutlich über den Angaben des Herstellers (5 MB/s bzw. 10 MB/s). Eine mögliche Erklärung wäre, dass ich nur einige 100 MByte draufgeschrieben habe, und dass der Stick mit zunehmendem Füllstand langsamer werden könnte, da der Flash-Controller aufgrund des Wear-Levelling dann mehr zu tun bekommt. Aber das ist nur Spekulation. Bisher bin ich mit der Geschwindigkeit auf jeden Fall sehr zufrieden.
Zu den sonstigen Merkmalen: Das Gehäuse ist kompakt und hat eigentlich genau die richtige Größe. Trotz Kunststoff scheint es hinreichend stabil zu sein (da habe ich schon ganz andere Dinge erlebt). Die Aktivitäts-LED ist gut zu erkennen. Die Gehäusefarbe (Violett) ist nicht so mein Ding, aber auf Ästhetik lege ich keinen so großen Wert, wenn die Funktion stimmt. Immerhin ist es auch nicht ganz verkehrt, dass man die Kapazitätsklassen auf den ersten Blick anhand der Farbe unterscheiden kann, was nützlich sein mag, wenn eine handvoll Sticks in der Schublade oder in der Notebooktasche herumpurzeln.
Kommen wir zum einzigen negativen Punkt, den ich habe: Die "Drehkappe". Es handelt sich dabei offenbar um ein rein optisches Gimmick ohne Funktion. Es ist weder eine Verschlusskappe (sie verschließt den USB-Stecker nicht, d.h. Staub kann ungehindert eindringen), noch ist es eine Schutzkappe, denn sie schützt den Stecker nicht, im Gegenteil: Wenn das Öffnen und Schließen nicht in umständliches Gefummel ausarten soll, berührt man zwangsläufig dabei den Stecker mit den Fingern. Ich habe immer ein ganz schlechtes Gefühl dabei, Stecker zu berühren, weil es früher oder später zu Korrosionen und zu Kontaktproblemen kommen kann. Und von statischen Entladungen, die die Elektronik beschädigen können, ganz zu schweigen. Diese Kappe ist ganz klar eine "Antischutzkappe".
Das Positive an der Sache: Die Kappe ist nur aufgeklipst und lässt sich durch vorsichtiges Aufbiegen entfernen, ohne dass etwas kaputtgeht (man kann sie aufheben und später wieder draufklipsen, wenn man mag). Ohne diese Kappe gefällt mir die Haptik des USB-Sticks deutlich besser. Theoretisch kann man dann auch die Kappe eines alten, ausgedienten Sticks aufsetzen, oder man bastelt sich etwas aus Sugru, oder man steckt den USB-Stick einfach in ein kleines Zip-Lock-Tütchen. Oder man lässt sich von der Oma zu Weihnachten einen USB-Stick-Strick-Strumpf (Zungenbrecher!) anfertigen. Da gibt es viele Möglichkeiten.
Fazit: Die eigentliche Funktion als USB-Flash-Speicher ist einwandfrei. Aber für diese unsägliche Kappe würde ich einen halben Stern abziehen. Da Amazon keine halben Sterne zulässt und ich das Problem für wichtig genug erachte, dass ich dafür keine 5 Sterne vergeben mag (was ja "perfekt" bedeuten würde), runde ich auf 4 Sterne ab.