Der Streit, welches Manowar-Album das beste ist, kann wohl nie entschieden werden. Ein Kandidat (wohl neben drei anderen) ist aber sicher "Kings Of Metal", ein Album, auf dem Manowar irgendwie alles auf die Spitze treiben - schier endlose Selbstbeweihräucherung, Klischees und furchtbare Texte inklusive - und sich so ganz kalkuliert und mit den Medien spielend ihr eigenes Monument geschaffen haben. Los geht's mit der alles überrollenden Dampfwalze "Wheels Of Fire", es folgt der einfach gestrickte, aber einfach kultige Titeltrack. "Heart Of Steel" ist die wohl unbestritten wuchtigste Ballade, die der Heavy Metal bzw. Hard Rock jemals hervorgebracht hat. Völlig abgehoben geht es weiter: "The Crown Of The Ring" ist DIE Rockhymne schlechthin - bei diesen atmosphärischen Keyboards, jeglichem Verzicht auf Gitarren und Eric Adams über allem thronender Stimme tief aus der Seele kann selbst der reservierteste Hörer der Versuchung kaum wiederstehen, vor der Stereoanlage auf die Knie zu fallen. Und als wäre eine Hymne dieses Kalibers nicht genug, folgt gleich das grandiose "Kingdom Come", bei dem sich auch die sägenden Gitarren wieder hinzugesellen. Bei "Hail And Kill" muß man den gewaltverherrlichenden Metzel-Text einfach überhören, denn der Song selbst ist mit seiner Dynamik und tollen Melodieführung ein weiteres Highlight. Mit dem - wie soll es anders sein - hymnenhaften, epischen "Blood Of The Kings" verneigen sich DeMaio und Co. vor ihrer eigenen Vergangenheit. Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich das völlig abgefahrene "The Warriors Prayer", eine ohne jegliche Hintergrundmusik gesprochene Geschichte über Schlachten und Heldentum, die "Blood Of The Kings" emotional einläutet. Bei solch geballter Qualität fällt es nicht schwer, über das einmal mehr überflüssige, wenngleich nicht ganz so furchtbare Instrumental sowie die indiskutable CD-Bonus-Nummer "Pleasure Slave", die in musikalischer wie textlicher Hinsicht schlicht eine Frechheit ist, hinwegzusehen (als Test für die Skiptaste oder die Programmierfunktion des CD-Players sind beide allemal gut). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)