Ja, mittlerweile kann man schon in der Vergangenheitsform über Doug Heffernan & Co sprechen. Nach 9 Staffeln war nun also endgültig Schluss. Zum einen ist das zwar schade, aber andererseits war es wohl auch an der Zeit, THE KING OF QUEENS zu einem "runden" Ende zu bringen.
Meine Freundin und ich haben ja nach und nach die Einzelstaffelteile erworben. Und nachdem wir bei Staffel 4 oder 5 angelangt waren, hätte es sich nicht mehr rentiert, zur deutlich billigeren Gesamtkollektion zu greifen. Schade, dass wir das erst so spät überrissen haben! Knappe 70 Euro sind tatsächlich ein absoluter Preisknüller. Dividieren Sie diesen Preis einmal durch 36 DVDs! Ein echtes Schnäppchen also. (Und wenn man mal angefangen hat, wird man ohnehin alle Teile besitzen wollen!)
Was lässt sich noch Neues über die mittlerweile zur Kult-Comedy aufgestiegene Mattscheibenproduktion sagen? Eigentlich nichts mehr. Doug, Paketbote einer großen Lieferfirma sowie Fast-Food und Fernsehliebhaber, lebt gemeinsam mit seiner Frau Carrie im New Yorker Stadtteil Queens. Hier durchlebt der übergewichtige, faule, aber gutmütige Mann mit seiner leicht cholerischen Gattin die Freuden und Leiden des (Ehe)alltags. Schon sehr bald kommt noch ein dritter Mitbewohner hinzu: Carries Vater Arthur (Jerry Stiller - im wahren Leben der Vater von Ben Stiller), der ob seiner Verrücktheiten und ebenso wirren wie auch festgefahrenen Weltanschauung zum festen und wichtigen Bestandteil der Sitcom wird.
KING OF QUEENS ist eigentlich von Beginn weg ein Gag-Feuerwerk mit allen Facetten, die wir an dieser Serie lieben gelernt haben. Lediglich die allererste Folge wirkt (im Nachhinein gesehen wenigstens) auffällig zurückhaltend.
Erwähnenswert wäre noch, dass speziell in den ersten beiden Staffeln auch ein recht großer Freundeskreis - rund um Doug und Carrie - eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Doug's nerviger Bruder Danny und der softe Spencer bleiben dabei die wichtigsten Konstanten (alle 9 Staffeln hindurch), neben dem befreundeten Ehepaar Deacon und Kelly. Der einfach gestrickte Feuerwehrmann Richie - der viele Lacher für sich verbuchen kann, scheidet leider nach nur wenigen Staffeln wieder aus!
Generell kann die Serie ihr "Niveau" (bezogen auf Sitcoms freilich) erstaunlich lange konstant hoch halten. Lediglich ab Staffel 4 sind des öfteren auch einige "schwächere" Folgen auszumachen. Insgesamt jedoch ist wirklich jede der 9 Staffeln besitzenswert! (Staffel 9 scheint aber auch nur mehr die Aufgabe des "Abrundens" zuzukommen. Hier sind wirklich nur mehr wenige bis gar keine Highlights mehr feststellbar (für meinen Geschmack halt)). Am Ende der Serie erfüllt sich dann Doug und Carries sehnlicher Kinderwunsch endlich - und dann ist Schluss. Familie Heffernan bekommt man nicht mehr zu Gesicht. Aber das passt irgendwie ins Bild und ist ein würdiger, schöner und passender Abschluss.
KING OF QUEENS ist aber nicht allein wegen seiner guten Gags eine ganz besondere Sitcom. Als die Serie 1998 (im deutschen Sprachraum war's, glaub ich, um 2001) in den USA an den Start ging, war das "Massenphänomen" Sitcom ein wenig ins Stocken geraten. Es gab im Grunde nichts Neues mehr. Ja, ok, das vielseits beliebte FRIENDS hatte gerade seinen Höhepunkt (tut mir leid - mir sagt dieses "Reich & Schön" im Comedy-Format nicht so zu - ist halt Geschmackssache), aber tatsächlich war man gerade drauf und dran viele gute, aber altbekannte und teils schon totgespielte Wiederholungen im TV zu zeigen (sei's HÖR MAL, WER DA HÄMMERT, EINE SCHRECKLICH NETTE FAMILIE, FULL HOUSE etc.). Höchste Zeit also, der breiten Öffentlichkeit etwas Neues vorzusetzen. Und da kam der übergewichtige Paketbote mitsamt Anhang grade recht! Kevin James war/ist (nach wie vor) so ein Typ, dem man fast aus der Hand fressen muss. Zu liebenswürdig, zu leicht nachvollziehbar sind sein Charakter und seine mitunter böswilligen kleinen Notlügen, mit denen er sich in so manch unangenehme Situation bringt!
Weiterer Pluspunkt: Nur sehr selten driftet die Serie in Richtung Schnulzkitsch ab. Zwar söhnen sich Carrie und Doug regelmäßig aus - doch das geht hier angenehmerweise ohne Streicherunterlegung und unnötig nervigen Liebesvorträgen vonstatten.
Tatsächlich sehe ich persönlich in KING OF QUEENS so ein bisschen die Rolle vom (mittlerweile uralten, hierzulande eher weniger bekannten) CHEERS, das am Beginn der Achtziger das Genre Sitcom überhaupt erst salonfähig machte (und im Sog dieser Serie kam vieles, vieles nach). Und nachdem ein erster ganz großer Sitcom-Hype zu verfliegen schien, kam THE KING OF QUEENS und bog alles wieder hin...
Fazit: Es lohnt sich wirklich alle Staffeln der Kult-Comedy zu besitzen, denn: Auch nach mehrmaligem Schauen flauen die Gags kaum ab. Meine Freundin und ich haben es sogar in Erwägung gezogen, demnächst einen weiteren Marathondurchgang im King-Of-Queens-Schauen zu starten!
Prädikat: Eine durchgängig sehenswerte US-Unterhaltungssitcom, die dank vieler klug ausgearbeiteter und ebenso authentisch gespielter Charaktere immer auch neue Höhepunkte für den begeisterten (und auch kritischen) Seher parat hat. KING OF QUENS ist in chronologisch kleinen Häppchen ebenso leicht und bekömmlich genießbar als auch in wenigeren, aber umso intensiveren Marathondurchläufen. Eine Sitcom für Jung & Alt, für Weiblein & Männlein, für entspanntes Fernsehen auf dem Sofa und für gemeinsames Glotzen mit Freunden...
Für mich persönlich derzeit die beste Sitcom überhaupt, neben dem eben erst für mich entdeckten MY NAME IS EARL...
(Klar: ROSEANNE und/oder SCRUBS mag ich auch nach wie vor sehr gern...)
Resümee: VOLLE Punktzahl, 5 Sterne!