Mit einer Spiellänge von mehr als 70 Minuten bekommt man einen weitgehend gelungenen Querschnitt von James Newton Howards Musik zum 180 Minuten langem Film.
Mit "King Kong" wird das Album eröffnet. Perfekt wird eine myteriöse, unheilvolle Stimmung aufgebaut bis das mönströse und düstere King Kong - Thema gespielt wird. Hier fühlt man sich an den Musikstil alter Monsterfilme erinnert. Man merkt, dass sich nicht nur Peter Jachson filmmisch vor dem Original verbeugt, sondern auch James Newton Howard. In den meisten Actiontracks bekommt man einen bewusst altmodischen Stil geboten, welcher sich mit James Newton Howards persönlichen Stil, welcher an sich in der Regel auch einen (angenehmen) altmodischen Touch aufweist (im Vergleich zu den schon zu stark verbreiteten Hans Zimmer Standards), vermischt. Die Actionmusik erinnert z.B. an die dramatischsten Momente von seiner Musik zu Disneys DINOSAUR (2000). Allerdings ist Howards Musik hier noch aggressiver. Ein dramatisches Stück, dass wirklich eindrucksvoll geworden ist, ist z.B. der packende Track "Last Blank Space On The Map", welches im Hintergrund effektvolle KLänge zum Orchester integriert (Ähnliche Herangehensweise wie John Williams an einigen Stellen in Jurassic Park 2 - LOST WORLD (1997)).
Im ruhigeren Teil, wie zum Beispiel "A Fateful Meeting", Beautiful" und "Central Park", bekommt man sanfte, melodische, reflektierende und sensible Musik zu hören. Stilistisch ist die Art und Weise, wie Howard hier die ruhigen Szenen untermalt nichts neues, aber es passt wunderbar zu diesem Film.
Etwas lockerer ist die Musik mal zu Beginn des Albums in Track 3. Im Track danach fühlt man sich übrigens an die letzten Szenen in Waterworld (1995) erinnert, wo Howard einen nächtlichen Flug der geschafften Helden in einen Fluggerät untermalte, bevor das Festland gefunden wurde.
Nach zahlreicher sehr intensiver Actionmusik (insbesondere Track 18 - 20), wird es im Laufe des 20. Tracks ruhiger. Leise traurige Musik, mit kurzem, aber gelungenen Einsatz einer Gesangsstimme, welche perfekt das tragische Schicksal von Kong untermalt, schließt das Album.
Howard hatte weniger als 2 Monate Zeit die Musik von Howard Shore zu ersetzen. Insgesamt ist ein typischer James Newton Howard Actionabenteurscore entstanden, der gerade im Actionteil größtenteils bewusst altmodisch komponiert wurde (was natürlich auch an Howard persönlichen Stil für diese Art von Filmen liegt - dies wird hier auch nicht jedem Hörer gefallen), aber natürlich nicht ohne die moderne Intensität, die bei der heutigen orchestralen Actionuntermalung üblich ist. Im ruhigeren Teil untermalt Howard den Film wie John Barry im 70er Jahre Kong-Film (1972) mit sensiblen,zurückhaltenden Tönen.
Für eine 5 Sterne Score fehlt noch ein wenig (z.B. ein einprägsameres Leitthema), aber ein voller 4 Sterne Score ist diese Komposition auf jeden Fall.
Der offizielle Lohn: Eine Nominierung für den Golden Globe!