Aus der Amazon.de-Redaktion
Dessen Geschichte ist bekannt: Der besessene und leicht zwielichtige Filmemacher Carl Denham (Jack Black) engagiert im Amerika der Depressionszeit die arbeitslose Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) nebst Drehbuchautor Jack Driscoll (Adrien Brody), um auf der Insel mit dem bildhaften Namen Skull Island einen Film zu drehen. Genau das wird schwierig, als sich diese Insel als ins Extreme gesteigerter Jurassic Park entpuppt. Nur dass sich hier nicht nur große, hungrige Echsen tummeln, sondern ebenso viele große hungrige Insekten und andere Monstrositäten, die höchst erfreut über die unfreiwillige Frischfleischlieferung sind. Und es gibt eben Kong, der die ihm von den Eingeborenen als Opfer dargebotene Ann entführt und im Laufe der Geschichte gegen alle Gefahren bis zu seinem Tod am Empire State Building verteidigt.
Klar, es ist nicht so sehr die Geschichte selbst, die Jacksons King Kong zu einem Erlebnis macht. Der neuseeländische Regisseur orientiert sich mit eben dieser sehr nah am Original. Vielmehr zeichnet sich der Film durch die konsequente Umsetzung des Larger than Life-Gefühls aus, das jede Szene des Films durchdringt von der bildlich brillant umgesetzten Vermittlung des historischen Kontextes zum Beginn über den wunderbar erzählten Kampf um die Liebe zu einer Frau durch Mensch und Affe bis hin zu den atemberaubenden Action-Szenen im Dschungel und dem tragischen Finale in der Großstadt. Nicht zuletzt wird auch Kong in seiner Einsamkeit fast sprichwörtlich als Person greifbar. Mit dem dreifach Oscar ausgezeichneten King Kong ist Jackson nicht nur eine ehrenhafte Verbeugung vor dem Original gelungen. Er hat mit dem Film ein echtes Ausrufezeichen abgeliefert, was Kino in seinen besten Momenten sein kann: die Summe aus gutem Erzählen, von Substanz, tollen Effekten und exzellenten Bildern. Kurz: Magie pur. --Constanze Pappert
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Bestens geeigneter Heimkinostoff mit deutlich über 2 Stunden attraktiver Boni.
Bild: Erwartungsgemäß präsentiert sich der 3-Stünder bestgelaunt und bietet nahezu perfekte Bildwerte. Die teils eigenwillige Beleuchtung/Ausleuchtung verfremdet die Natürlichkeit der realen Welt reichlich, so dass eine grundehrliche Beurteilung nicht möglich ist. So herrschen, wie schon oft bei Jacksons Herr der Ringe Trilogie bleierne Farbtöne vor. Dschungelszenen zeigen sich aber auch immer wieder in feinster Naturtreue (01:24:20), ohne die Hauttöne der Darsteller zu sehr ins Rote zu ziehen. Die Schärfe ist kanten-/ und detailseitig intensiv angelegt und zeigt vor allem in den Totalen noch viele, weit entfernte Details klar erkennbar auf dem Bildschirm. Immer wieder sind jedoch Gesichter, nah an der Kamera recht weich (00.54.55, Jack Black), um dann wieder krachscharf zu sehen zu sein (01:49:00 Brody). Kontrastseitig gibt es hier nichts zu bemängeln, sondern nur ausdrückliches Lob. Rauschen hat hier ebenso wenig ein Fundament wie Kompressionsmängel.
Ton: Beide Tonspuren sind erfreulich detailkräftig und entwickeln eine fundamentale Dynamik in jeder Szene. Während andere Filme vornehmlich Actionszenen "aufbohren", hat man bei Kong das Vergnügen 3 Stunden lang alles zu bekommen: Vom leisen Schmeicheln des Windes, bis hin zum brachialen Feuergefecht im Centralpark (02.33.40). Die Dialoge klingen in der englischen O-Fassung einen Tick griffiger, besser in das Geschehen integriert, als es die ebenfalls überzeugende deutsche Syncho schafft. In der Breite und Tiefe bleiben keine Wünsche offen, im Gegenteil, wenn die Viecher aus dem Boden und aus den Höhlen der Schlucht emporkriechen, ist das Gekrabbel und Getrampel aus allen Ecken des Studios schon etwas zu real geraten.
Extras: Die knapp 2-stündigen Produktionstagebücher sind nicht die Teile 1-50, die es bereits online zu sehen gab, sondern behandeln ausschliesslich die Postpro-Abläufe mit den Nummern 51-90. Der Clou dabei ist, dass es 3 Varianten gibt, wie man sich diese ansehen mag: Komplett der Reihe nach (Play all), chronologisch nach Monaten sortiert, oder nach Abschnitten, wie Miniaturisierung, Musik, Postpro, Tonabnahme, pp sortiert. Das gefällt sehr gut, kann man sich doch nur das herausfischen, was einen persönlich interessiert. Die Tagebücher sind im gleichen Lokk and feel und Aussagekraft, wie die bereits bekannten Tagebücher. Die Doku über das New York der 30ér Jahre sind sauber recherchiert und mit viel historischem Material unterlegt, was das Verständnis für die damalige Depression erhöht. Die Doku über Skul Island (dem Wohnort von Kong) ist eine echte Perle, ist sie doch so erzählt und mit Statements und historischen Fakten geschickt umrahmt, dass man tatsächlich den Eindruck gewinnt, das es Skull Island tatsächlich gegeben hat. Oder gab es die Insel doch? Hmm.. mal googeln. Jedenfalls ist das Packet ziemlich rund und sinnvoll. Sinnfrei ist dagegen der Touraegspot und der NY-Werbefilm auf DVD1, den man sich gut hätte sparen können. Den erhofften Audiokommentar mit JAckson und Teilen der Crew werden wir wohl erst in einer vielleicht zu Weihnachten erscheinenden Collectors Edition nachgeliefert bekommen. Ich bin mir sicher, dass der stark verdünnte Peter Jackson den schon längst aufgenommen hat. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Stern
Blickpunkt: Film
Wenn es jemals einen Film gab, dessen Ausgang noch gewisser ist als der von James Camerons 'Titanic', dann ist das 'King Kong': Anders als man vermuten möchte, ist das Wissen um den finalen Sturz des Riesenaffen vom New Yorker Empire State Building jedoch kein Hemmschuh, werden Spannung und Aufregung nicht im Geringsten gemindert. Wie auch bei 'Titanic' verstärkt das Wissen um die bevorstehende Tragödie vielmehr Wucht und Wirkung der wunderbaren Szenen, die der Regisseur dem einsamen Gorilla und der hübschen Schauspielerin davor gönnt. Da mag er Horden wild gewordener Brontosaurier und drei Tyrannosaurier von der Leine lassen, Spinnen, Fledermäuse, Tausendfüßler und anderes todbringendes Getier losschicken, Gefahren, Abenteuer und Spektakel in einem Rhythmus abspulen, bei dem Indiana Jones Schwindelanfälle bekäme - das Herzstück des Films ist und bleibt die Romanze zwischen Kong und seiner Blondine, ist eine unmögliche und traurige Liebe, zum Scheitern verurteilt von Anfang an, aber deshalb nie niedriger lodernd, bis zum bitteren Ende. Kurzum: Das Spektakel wird die Kinogänger locken, aber die Romantik wird sie über den Abspann hinaus bewegen und erneut ein Kinoticket lösen lassen. Denn wie - zum letzten Mal -'Titanic' ist 'King Kong' einer jener Blockbuster, die viel versprechen, aber dann noch mehr halten, ein rundum begeisterndes Kinoerlebnis.
Dass es sich bei diesem wild fabulierenden, stets prächtig anzusehenden Erlebnis um die Erfüllung des selbst erklärten Kindheitstraumes des Regisseurs handelt, ist kein Lippenbekenntnis. Man spürt es bei jeder Einstellung des Films, der mit seiner Action den Bauch und seiner Emotion das Herz anspricht, angesichts der Vielfalt der angerissenen Themen aber auch den Kopf nie vergisst. Sehr stringent folgt Jackson dem Verlauf des Originals. Und doch ist sein Film mit einer Laufzeit von 187 Minuten fast doppelt so lang geworden, weil er in der ihm eigenen Art, Pulp und Poesie, Triviales und Tiefgang, Sensationen und Sensibles zu verschmelzen, Handlung, Figuren und Motive bis zur Schmerzgrenze ausarbeitet und verstärkt. Das mag exzessiv sein, aber selbst bei der nun vorliegenden Fassung hat man das Gefühl, der Regisseur konnte nicht alles unterbringen, was er erzählen wollte. Manche Nebenfigur musste offensichtlich getrimmt werden und verschwindet deshalb auf einmal spurlos aus dem Film, was aber das Vergnügen nicht mindert.
Nach einer etwas mehr als einstündigen Exposition, in der zunächst im wunderbar artifiziell realisierten New York der 30er Jahre die brotlose Schauspielerin Ann Darow, der gewiefte Filmemacher Carl Denham und der ambitionierte Autor Jack Driscoll vorgestellt werden und schließlich ihre überstürzte Überfahrt zur verwunschenen Skull Island thematisiert wird, geht es auf besagter Insel ans Eingemachte: Ann wird von den Eingeborenen als Opfergabe an den Riesenaffen Kong dargeboten, der über den mit prähistorischen Wesen besiedelten Dschungel des Eilands als der Letzte seiner Art herrscht. Während Jack, Carl und ihre Leute Abenteuer bei einer unfassbar realisierten Brontosaurier-Stampede und mit anderen Kreaturen erleben, kommen sich der Furcht erregende Primat und seine Gefangene näher: Des Widerspenstigen Zähmung, von der ausgezeichneten Naomi Watts und Andy Serkis, der Kong mit der selben Brillanz mimt wie seinen Gollum bei 'Der Herr der Ringe' und hier zudem einen schrulligen Auftritt als Schiffskoch Lumpy hat, mit wenigen Blicken und Gesten gespielt, ist ein Höhepunkt, ein kurzer Moment des Innehaltens, bevor die Hölle wieder losbricht, der Affe schließlich gefangen und nach New York gebracht wird, wo sich sein Schicksal erfüllt. Der gesamte Film kommt mit einem Minimum an Dialogen aus, aber die entscheidenden letzten 45 Minuten ist 'King Kong' beim Showdown dann beinahe ein Stummfilm - oder besser: purstes Kino, das mit Bildern und Blicken so viel erzählt, dass nichts mehr gesagt werden muss. Wenn Kong mit Ann übers Eis im Central Park schliddert, wären Worte ebenso unangebracht, wie bei den letzten Szenen auf dem Dach der Welt, mit dem Absturz des Titelhelden, von Jackson, der zuvor alles gezeigt hat, mit wunderbarer Zurückhaltung realisiert.
Natürlich ist auch Jacksons Variante eine Neuerzählung von 'Die Schöne und das Biest', wobei er den Aspekt der absoluten und reinen Liebe noch einmal deutlich verstärkt. Aber gleichzeitig ist diese zum Epos aufgeblasene Pulp Fiction auch ein Metafilm übers Filmemachen und eine thematische Variation von Conrads Erzählung 'Herz der Finsternis' (und damit auch von Coppolas 'Apocalypse Now'), die von dem von Jamie Bell gespielten Schiffsjungen gelesen und wörtlich zitiert wird. Voll gepackt mit Querverweisen, klugen Zitaten und Referenzen gilt für den Film das, was der Junge über seine Lektüre zu sagen hat: Dies ist mehr als ein Abenteuer. Was für eine Leistung! ts.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Produktbeschreibungen
Der schillernde Denham scheint ebenfalls ein eigenwilliges Verhältnis zum Eigentum zu haben: Kurz zuvor hat er die einzige Kopie seines unvollendeten Films gestohlen, weil das Studio dessen Fertigstellung verhindern wollte. Noch an diesem Abend will Carl seine Crew an Bord des Dampfers S. S. Ventura versammeln, um auf die geheimnisvolle Skull Island im fernen Singapur zu reisen, wo er seinen Abenteuerfilm vollenden will. Weil seine Hauptdarstellerin kurzfristig abgesprungen ist, kommt Ann dem Regisseur gerade recht. Die Schauspielerin reagiert skeptisch. Erst als sie erfährt, dass der gesellschaftskritische Bühnenautor Jack Driscoll (Adrien Brody) das Drehbuch schreibt, lässt sie sich für die Rolle überreden - dass Driscoll den Job aus bloßer Geldnot übernahm, ahnt Ann