Aus der Amazon.de-Redaktion
Dass er ein Faible für's Monumentale hat, musste spätestens mit seiner
Herr der Ringe-Trilogie klar geworden sein. Aber mit
King Kong hat Peter Jackson das demonstriert, was Roland Emmerich bei Godzilla nur proklamiert hat: "Size does matter". Und groß ist bei
King Kong wirklich fast alles: das Budget mit guten 200 Millionen Dollar, die Länge des Films mit 3 Stunden, die Liebesgeschichte und selbstredend natürlich der Titelheld Kong.
Dessen Geschichte ist bekannt: Der besessene und leicht zwielichtige Filmemacher Carl Denham (Jack Black) engagiert im Amerika der Depressionszeit die arbeitslose Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) nebst Drehbuchautor Jack Driscoll (Adrien Brody), um auf der Insel mit dem bildhaften Namen Skull Island einen Film zu drehen. Genau das wird schwierig, als sich diese Insel als ins Extreme gesteigerter Jurassic Park entpuppt. Nur dass sich hier nicht nur große, hungrige Echsen tummeln, sondern ebenso viele große hungrige Insekten und andere Monstrositäten, die höchst erfreut über die unfreiwillige Frischfleischlieferung sind. Und es gibt eben Kong, der die ihm von den Eingeborenen als Opfer dargebotene Ann entführt und im Laufe der Geschichte gegen alle Gefahren bis zu seinem Tod am Empire State Building verteidigt.
Klar, es ist nicht so sehr die Geschichte selbst, die Jacksons King Kong zu einem Erlebnis macht. Der neuseeländische Regisseur orientiert sich mit eben dieser sehr nah am Original. Vielmehr zeichnet sich der Film durch die konsequente Umsetzung des Larger than Life-Gefühls aus, das jede Szene des Films durchdringt von der bildlich brillant umgesetzten Vermittlung des historischen Kontextes zum Beginn über den wunderbar erzählten Kampf um die Liebe zu einer Frau durch Mensch und Affe bis hin zu den atemberaubenden Action-Szenen im Dschungel und dem tragischen Finale in der Großstadt. Nicht zuletzt wird auch Kong in seiner Einsamkeit fast sprichwörtlich als Person greifbar. Mit dem dreifach Oscar ausgezeichneten King Kong ist Jackson nicht nur eine ehrenhafte Verbeugung vor dem Original gelungen. Er hat mit dem Film ein echtes Ausrufezeichen abgeliefert, was Kino in seinen besten Momenten sein kann: die Summe aus gutem Erzählen, von Substanz, tollen Effekten und exzellenten Bildern. Kurz: Magie pur. --Constanze Pappert
Movieman.de
Wann immer ein Remake angekündigt wird, sehen es die Fans als Sakrileg an. Bei "King Kong" war dies nicht sehr viel anders. Zwar hat Regisseur Peter Jackson Dank seiner "Der Herr der Ringe"-Trilogie bei Filmfans ein Stein im Brett, doch der Originalfilm aus dem Jahr 1933 wird von sehr vielen Menschen geliebt. Ihn neu zu verfilmen, war darum ein kühnes Unterfangen.Herausgekommen ist ein Film, der sich vor dem Original nicht zu verstecken braucht, sondern in mancher Hinsicht diesem sogar überlegen ist. Und dabei sind nicht die herausragenden, absolut realistischen Effekte gemeint, die selbstverständlich die Stop-Motion-Technik der 30er Jahre alt aussehen lassen. Vielmehr ist hierbei Jacksons Ansatz gemeint, dem Riesenaffen noch mehr Seele zu geben. Für seine Geschichte lässt sich Jackson in der erweiterten Fassung mehr als drei Stunden Zeit. Darum dauert es, bis die Menschen Skull Island erreichen, aber dafür kann Jackson die Figuren mit Hand und Fuß vorstellen. Die kreative Entscheidung, den Film in den 30er Jahren spielen zu lassen, hilft darüber hinaus auch, da sich so in der Anfangsequenz ungeahnte Schauwerte ergeben, wenn man sich das New York längst vergangener Tage betrachtet."King Kong" wird jedoch auch darum zum herausragenden Film, weil er dem Riesenaffen eine Seele gibt. Dieses Wesen ist derart gut animiert, dass man glauben könnte, eine echte Kreatur aus Fleisch und Blut vor sich zu haben. Die Schlüsselsequenzen des Films - der emotionale Kern der Geschichte - sind jene, in denen Ann Darrow und Kong Momente der Ruhe und des Friedens gegönnt werden. Nachdem Kong sie vor den Dinosauriern gerettet hat, als sie ihn mit Kunsttücken aufmuntert und als beide - schon in New York - einen Moment der Zweisamkeit auf dem Eis erleben. Dieser Kong ist ein Tier, keine Frage, aber eines, wie es menschlicher nicht sein könnte. Und das ist es, was diesen Film so schön werden lässt. Man weiß, dass die Geschichte tragisch enden wird. Und gerade deswegen sind die Momente des Friedens umso schöner, aber auch schmerzhafter. Letzten Endes ist "King Kong" ein Film für Romantiker. Für all jene, die wissen, was es heißt, alleine zu sein. Und die dennoch niemals aufgeben, denjenigen zu suchen, der ihrem Leben einen Sinn gibt. Und wen merkwürdige Romanzen wie diese kaltlassen, für den gibt es immer noch Unmengen an extrem cool umgesetzten Actionsequenzen mit Spezialeffekten, die den Zuschauer mit offenem Mund dastehen lassen. Fazit: Es waren nicht die Flugzeuge, Schönheit hat das Biest zerstört: Ein moderner Klassiker.
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine großartige Blu-ray, die Referenzklasse in Bild und Ton bietet. Hätte Universal nicht gegeizt und eine zweite Disk mit Bonusmaterial spendiert, wäre dies eine perfekte Veröffentlichung. Was Bild und Ton angeht ist "King Kong" - und das kann man schon zu diesem frühen Zeitpunkt sagen - eine der Blu-ray-Veröffentlichungen des Jahres 2009.
Bild: Das Bild der Blu-ray hat Referenzklasse! Die Farben sind enorm vielseitig, leuchtend prächtig, in den unterschiedlichsten Schattierungen und immer in ihren jeweiligen Bildbereichen bleibend. Rauschen ist praktisch nicht vorhanden. Es gibt leichtes Filmkorn, das Ausdruck des benutzten Filmmaterials ist. Das Bild ist gestochen scharf. Panorama-Bilder weisen eine unglaubliche Tiefe auf (00:56:08; Dorf der Einheimischen). Der Schärfewert ist derart beeindruckend, dass sich ein unglaublich plastisches Bild generiert, das einem echten 3-D-Effekt so nah kommt, wie es ein Fernseher nur darstellen kann (01:46:32). Elemente im Hintergrund sind gestochen scharf und enorm detailreich. In der Ferne kann man nun Vögel erkennen, die man auf DVD nur erahnen konnte. Das Gesicht von Kong - der ganze Affe! - ist schlichtweg genial umgesetzt. Man kann jedes einzelne Härchen zählen (01:59:34). Blickt man der Kreatur in die Augen, spürt man ihre Seele. Dieser Kong ist derart lebensecht, dass er neben den Menschen um ihn herum absolut glaubwürdig erscheint. Doppelkonturen gibt es nicht, die Kompression arbeitet perfekt, der Kontrast ist sehr ausgewogen und die Vorlage frei von jedem Schaden. Das Bild ist praktisch perfekt.
Ton: Der Sound ist schlichtweg atemberaubend. Während die Szenen in New York am Anfang noch eher ruhig erscheinen, schaltet der Film mit Beginn der Schiffsreise in den nächsten Gang. Auf Skull Island wird man dann mit Akustik begrüßt, wie sie wuchtiger nicht sein könnte. Kongs Grollen ist tief und hallt nach. Die Schreie der Dinosaurier haben derart weitreichenden Klang, dass man wohl fürchten muss, die Nachbarn werden vom T-Rex auch noch aufgeschreckt. Die Geräusche, die Kong von sich gibt, erscheinen unglaublich real und machen ihn zu einem Wesen, von dem man fast meinen könnte, es lebte wirklich. Auch der Kampf von Kong mit den T-Rex-Dinosauriern ist ein klangtechnisches Fest. Bei der Szene in der Insektengrube wuselt und wimmelt es von allen Seiten. Man fühlt sich mittendrin im Monster-Aufkommen. Die Dialoge beider Sprachfassungen sind jederzeit perfekt zu verstehen. Störungen oder Verzerrungen gibt es nicht. Die Musik untermalt das Geschehen sehr ansprechend.
Extras: Da gibt es Stunden über Stunden an hochwertigem Bonusmaterial auf DVD, aber auf Blu-ray gönnt Universal dem Kunden nur den ohne Frage informativen Audiokommentar von Regisseur und Autorin. Ach ja, mittels Bonusview gibt es auch keine Making-of-Happen während des Films zu sehen, was aber doch einigermaßen lästig ist. Eine einfache Ansteuerung über das Menü wäre hier schöner. Da der Großteil des Bonusmaterials flöten gegangen ist, sollte es nicht verwundern, wenn Universal in absehbarer Zeit zum Double-Dipping einlädt. --movieman.de