Das dritte Studio-Album der Serie von vier Alben
Hard Again (Expanded Edition),
I'm Ready (Expanded Edition),
Muddy 'Mississippi' Waters Live, die alle von Johnny Winter seit 1977 produziert wurden und er auch auf jedem Gitarre spielte, kam in der Kritik bei weitem nicht mehr so gut weg, wie die anderen drei Alben.
Veröffentlicht 1981, fanden die Sessions dazu bereits im Mai 1980 wieder in "The Schoolhouse", einem Privatstudio von Multiinstrumentalist, Sideman der Winter-Brüder und Produzent Dan Hartman in Connecticut statt.
Bob Margolin, langjähriger Gitarrist in Muddy Water's Band erzählt in den Linernotes, dass die Sessions nicht mehr so freundlich und produktiv waren, wie bei den anderen Alben, da die Band und Muddy Waters mit seinem Manager sich zerstritten. Muddy Water's Gesundheit wurde zu der Zeit deutlich schlechter und es fielen immer mehr Gigs kurzfristig aus, weil er nicht spielen konnte und die Band dadurch kein Geld verdiente. Ende war die Trennung.
Auch Produzent und Gitarrist Johnny Winter war mit den Sessions nur sehr eingeschränkt zufrieden und fand bei weitem nicht, dass das aufgenommene Material die gleiche hohe Qualität, wie das der anderen Alben zuvor hatte. So nahm er die Titel "I Won't Go On" und "Clouds In My Heart" gar nicht erst in das Album auf (hier beide als Bonus-Takes veröffentlicht). Stattdessen füllte er die Lücken mit zwei Outtakes der "Hard-Again-Sessions" von 1977 auf ("Feel Like Going Home", "My Eyes Keep Me In Trouble").
Er sagte dazu, dass er Muddy Waters mehrfach gebeten hatte, von dem einen und anderen Titel einen zweiten Take aufzunehmen oder zumindest an einigen Stellen Overdubs einzuspielen. Muddy Waters habe diesen Wunsch abgelehnt, in der Meinung, die Aufnahmen wären gut genug. Daher habe er als Produzent viel zu tun gehabt, was eine Veröffentlichung des Albums bis 1981 verzögerte. (
Raisin' Cain: The Wild and Raucous Story of Johnny Winter.
Insgesamt finde ich, dass die Qualität dieses letzten Albums nicht die Qualität von "Hard Again" erreicht, was aber daran liegen mag, dass letzteres 1977 einen sehr hohen Qualitätsstandard gesetzt hatte und ich dieses Album auch heute persönlich noch am besten von den drei Studio-Alben finde. Aber "King Bee" ist auch kein schlechtes Blues-Album, das nun total abfallen würde. Der schlechte Spirit zwischen Muddy Waters und seiner Band mögen aber dazu beigetragen haben, dass die Qualität eben bei diesem Album nicht auf höchstem Level gestanden hat.
Und so war es auch das einzige der vier Album, für das er keinen "Grammy-Award" bekam.
Wenn man wählen möchte zwischen allen Alben, die von Johnny Winter produziert wurden, würde ich als Studio-Album immer mit dem erstklassigen
Hard Again (Expanded Edition) beginnen und als Live-Album natürlich
Muddy 'Mississippi' Waters Live wählen, das auch eine sehr hohe Qualität und darüber hinaus viele Bonus-Takes hat.
Wenn es noch nicht reicht, dann bitte
I'm Ready (Expanded Edition), das auch sehr gut ist, vor "King Bee".
Aber "King Bee" ist kein schlechtes Album und Muddy/Johnny-Anhänger - wie ich auch - haben ohnehin alle vier Alben; und das ist auch gut so!