Er sieht aus wie Catweazle, dieser aus der Zeit gefallene Zauberer aus dem TV der Siebziger, und ist mindestens so kauzig wie er. Doch Charlie, unglaublich überzeugend gespielt von Michael Douglas, ist alles andere als ein Zauberer. Und trotzdem öffnet er für sich, für seine Tochter Miranda und für uns Zuschauer die Türen zu einer Welt, die magischer nicht sein könnte: die Welt eines Menschen, der ihr gleichsam abhanden gekommen ist.
Ein Sonderling war Mirandas Vater schon immer. Aber irgendwie hat er die Wogen des Lebens umschifft, auch als er von ihrer Mutter verlassen wurde und Miranda fortan alleine großziehen musste. Bis er in die Klapse kam. Wieder draußen, erinnert sich Miranda, die sich als Teenager in der Zwischenzeit alleine wacker durchgeschlagen hat, an die herzliche Zeit aus Kindertagen, als sich ihr Vater bisweilen schusslig, aber immer rührend um sie gekümmert hat. Nun ist sie es, die ihm etwas davon zurückgeben kann. Und sie tut es mit so gütigem Herzen, aber mit der Bestimmtheit eines selbstbewussten Mädchens, dass man sich als Zuschauer wünschen könnte, selbst an Charlies Stelle zu sein. Die blendend aussehende Evan Rachel Wood verpasst Miranda eine Mimik, die in jedem Augenblick des Films die richtigen Antworten parat hält auf die merkwürdigen Anwandlungen ihres Vaters. Großartig! Sie lässt sich von seiner Energie - der Energie eines scheinbar Verrückten - mitreißen und von seiner Fantasie begeistern, obwohl sie sie eigentlich für Spinnereien hält. Charlie will noch einmal etwas ganz Großes im Leben machen. Den versunkenen Schatz spanischer Konquistadoren heben. Goldrausch im modernen Kalifornien. Wie sich Geschichte wiederholt. Doch die Zeiten haben sich geändert und die Schatzsuche wird schwieriger als gedacht. Doch einen Charlie kann das nicht beirren '
Ein sympathischer Film mit kleinem Budget, der die leisen Zwischentöne im Leben ganz groß auslotet. Zu keiner Sekunde spöttisch, selbst da nicht, wo Charlie wieder einmal über die Stränge schlägt. Ein Film, der mich sehr berührt und gerührt hat. Die unbekümmert, naive Art des schrulligen Charlie weckt beim Zuschauer viel mehr als nur ein mitleidiges Lächeln, weil er uns, die wir glauben, alle Schätze dieser Welt schon gehoben zu haben und ein Leben in sicheren Bahnen führen, entlarvt. Er entlarvt uns als biedere, angepasste Funktionierer einer Welt, in der wir für uns keine Überraschungen mehr zulassen. Doch genau darum geht es im Film: dem Leben etwas abgewinnen. Geh deinen Weg! Lebe deinen Traum! Egal, wo du stehst, wer du bist, wo du warst. Charlie zeigt es allen und verblüfft am Ende - trotz aller Traurigkeit - sogar seine Tochter. Kalifornien, das Land der Verheißung. Ob das auch für die asiatischen Gestrandeten in der kongenialen Schlussszene gilt, erzählt eine andere Geschichte.