Belly waren eine hervorragende Band und mit "King" haben sie ein Meisterwerk vorgelegt. Tanya Donelly, die bei den Breeders und bei den Throwing Muses spielte, hat sich hier endgültig emanzipiert. Zwar zählen Belly irgendwie zum Indie-Bereich (obwohl solche Stilschubladen ja immer problematisch sind), die Lieder haben alle aber genügend Popappeal, um nie anstrengend zu wirken. Die Band, vor allem die Bassistin, die mit ihrer Stimme hervorrgend mit Tanya Donelly harmoniert, spielt druckvoll, aber nicht aufdringlich, die Gitarren und das Schlagzeug halten immer die Balance zwischen rau und ruhig. Im Mittelpunkt stehen aber die Lieder, die eingängig, aber nicht abgegriffen sind, auch die Balladen wie "Judas my heart" sind großartig. "Red" oder auch "Untitled and Unsung" sind Songs, die locker mit den besten Beatles-Werken mithalten können. Immer gibt es einen kleinen hook, eine kleine Wendung, die die Platte nie langweilig werden lässt. Es gibt keine Ausfälle, die Texte sind zudem sehr lyrisch, die Metaphern sehr gut gewählt.
Es ist wirklich schade, dass Belly nur zwei Alben veröffentlich hat, aber mit ihrem Soloalbum hat Tanya Donelly "Lovesongs for underdogs" nahtlos an Belly angeknüpft.