Bislang war Nathan Williams eine Slackerikone, jetzt liefert er mit dem dritten Wavves-Album den Indiesoundtrack dieses Sommers. Schon 2009 war er auf dem Sprung, nachdem er zwei krachige Lo-Fi-Alben im Haus seiner Eltern aufgenommen hatte. Doch dann bepöbelte er beim Primavera-Festival in Barcelona seine Band und das Publikum. Nach der Entgiftung hätte es aber für Willams nicht besser laufen können: Mit der Exband des verstorbenen Jay Reatard lernte er zwei feste Wavves-Mitglieder kennen. Williams warf sogar seine Lo-Fi-Dogmen über Bord und ging zusammen mit dem Produzenten Dennis Herring (Modest Mouse) ins Studio. So klingt seine Platte zwar alles andere als überproduziert, doch erstmals ist ein Wavves-Album durchweg hörenswert; es geht nicht nur um einzelne, herausragende Songs. Williams hangelt sich durch Fun, Punk und Garage, beweist dabei immer ein unschlagbares Händchen für Riffs und Melodien, und mit dem Titelstück hat er sogar eine Radiohymne dabei. Und so lange er weiter von Nintendospielen und Selbsthass singt, kann man ihm auch keinesfalls den Ausverkauf vorwerfen. (cs)