Unvergessen, und heute immer noch ein Lifegarant auf den Konzerten, ist einer der größten kommerziellen Hits von Chris Rea aus den Achtzigern - On The Beach - der sich allerdings, so verrückt es klingen mag, erst zwei Jahre später aufgrund eines neu hinzugekommenen und einprägsamen Gitarrenintros, zu einem häufig im Radio gespielten Titel entpuppte. Die Originalversion kommt allerdings ohne diesen genialen Gitarrenriff aus, und bietet dem Hörer genauso wie das ganze Album sommerlichen Relax-Jazz, bei dem das Keyboard im Vordergrund und die Gitarre eher dezent, und hin und wieder auch akustisch, im Hintergrund steht.
Das Album - King Of The Beach - macht von seiner Atmosphäre und Stimmung genau dort weiter, wo - On The Beach - 1986 aufhörte, denn es entführt den Zuhörer musikalisch nicht nur direkt in die Sonne und an den Stand, sondern es verführt ihn auch unmittelbar dazu die Augen zu schließen, und sich von einem stressigen Alltag optimal zu entspannen. Weiche, warme und südländische Rhythmen verschmelzen die einzelnen Titel kongenial mit jazzigen Keyboardsounds, und der wie schon bereits erwähnt, sehr dezent eingesetzten, aber wie immer unverkennbaren Gitarre zu einem Wohlfühlalbum der Marke "einfach nur wunderschön".
Nach dem großartigen Albumtitel - King Of The Beach - folgt das Lied - All Summer Long. "Gab es so einen Titel nicht schon einmal in Chris Reas Backkatalog?" - In der Tat befindet sich auf dem Album - Shamrock Diaries - von 1985 ein großartiges hitverdächtiges Lied gleichen Namens, aber beide Titel haben interessanter Weise nichts miteinander gemeinsam, im Gegensatz zu den beiden Titeln - Guitar Street. Hier produzierte Chris Rea eine Neuversion des 1982 erschienen Titel, und setzt diesem dabei eine wesentlich stärkere Gitarrennote auf, so dass das Lied jetzt seinem Titel wesentlich stärker gerecht wird als auf der Originalversion.
Auch wenn viele Musikkritiker damals Chris Rea Kreativlosigkeit unterstellten oder die Songs als langweilig bezeichneten - Haben die vielleicht ein anderes Album gehört? - muss ich sagen, dass sich auf dem Album - King On The Beach - durch die Bank weg großartige und einprägsame Songs befinden, die ich immer wieder sehr gerne höre, vor allem dann, wenn ich Ruhe brauche oder ich tief ausatmen muss. Sail Away, Still Beautiful, Who Do You Love, The Memory Of A Good Friend (never dies) - wie wahr. Und Gott sei Dank, hat sich der Titel - God Gave Me An Angel - für Chris Rea bewahrheitet, so dass er den wenig später bei ihm diagnostizierten Krebs mit einer Überlebenschance von fünfzig Prozent besiegen konnte. Zwar veröffentlicht Chris Rea seit dieser Zeit nur noch exzellente Bluesalben, aber wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann in naher Zukunft noch einmal eine Fortsetzung dieser tollen und wunderschönen Musikrichtung. Ansonsten höre ich eben weiter die Fünf-Sternen-Beach-Trilogy - Water Sign, On The Beach und King On The Beach - am Stück.