Vor Jahren war der (fiktive) Regisseur Morty Fineman sehr erfolgreich mit seinen Filmen der unteren Qualitätsklasse, doch dann setzte er mit seinem - ehm - Meisterwerk über Amerika sein gesamtes Geld in den Sand. Seitdem schlägt sich der alte Herr mit einem Assistenten und einer unwilligen Tochter immer auf der Suche nach Geldgebern für seinen neuesten Film herum.
Der Film ist größtenteils als Dokumentarfilm über Morty angelegt. Diese Dokumentation ist gewürzt mit Interviews, wobei in der Realität anerkannte Filmgrößen wie Roger Corman oder Ted Demme befragt werden, die über den Einfluss Mortys auf ihr eigenes Schaffen berichten. Zudem gibt es noch viele Ausschnitte aus dem großen Werk Mortys zu bewundern. Ganz besonders lustig: Einmal brachte er kurz hintereinander drei Filme heraus, in denen nur Kostüme, Frisuren und Set sich unterschieden, alles andere ist fast identisch. Und immer steht für ihn eine moralische Botschaft im Vordergrund, die er allerdings schon sehr deftig verpackt.
Es ist aber nicht alles Dokumentation. Daneben gibt es noch einen Handlungsstrang, in der u. a. die Auseinandersetzungen mit der genervten Tochter (wie gewohnt klasse Janeane Garofalo) , eventuellen Geldgebern, der drohende Ausverkauf seines Werkes oder die makabren Verhandlungen mit einem inhaftierten Serienmörder über die Verfilmung seiner Taten gezeigt werden.
Ich würde natürlich wieder empfehlen, den Film im Original zu sehen, aber die Synchronisation ist in Ordnung, wobei die Interviews mit den Experten übersprochen sind. Extras gibt es kaum, wobei das Extra über den Filmsong (Nancy Sinatra) kurz, aber interessant ist.
Insgesamt ist der Film nicht der ganz große Wurf, doch vor allem die Fans Jerry Stillers werden hier sicherlich nicht enttäuscht sein, vor allem, da auch seine Familie eine Rolle spielt mit einem Auftritt von Sohn Ben Stiller als Polizeiwal im einzigen Mainstreamfilm Mortys, der Tochter als interviewter Professorin oder der Ehefrau als im Luxuswagen lebender Ex-Frau Mortys. Der deutsche Filmtitel ist als Anklang auf King of Queens gewählt, der Originaltitel The Independent weist doch schon deutlicher auf die vielen Filmemacher, die sich außerhalb des Mainstream bewegen und - das möchte man schon annehmen - teilweise ganz ähnliche, nur nicht ganz so überspitzte Erfahrungen machen müssen.
Wer also wissen will, warum Morty und sein Sohn keinen Kontakt mehr haben, was passiert, wenn man auf ein Morty-Fineman-Filmfest geht, oder was die moralischen Grundfesten eines Fineman sind, sollte sich den Film zumindest mal angesehen haben. Dabei sollte man auf keinen Fall den Abspann verpassen, der eine gesammelte Chronologie der Fineman-Filme auflistet, und in denen man so nette Titel findet wie 12 angry men and a baby, Executrix, Psycho Vet oder die Filmreihe der Grounded stewardesses, wobei Filmsequels - man ahnte es schon - natürlich von Morty erfunden wurden.
Einiges ist schon sehr ironisch, die Besuche beim Serienmörder fast schon zynisch, aber vieles auch sehr lustig. Vor allem die Filmausschnitte sind herausragend komisch, seien es nun Mortys einziger Ausflug in den Mainstream, sein Amerikafilmfiasko oder die Rache der Glatzköpfe. Allerdings krankt doch alles ein bisschen an der unentschlossenen Mischung aus Dokumentation und Filmhandlung. Der Film hätte mir als reine Dokumentation deutlich besser gefallen.