Nach dem Untergang des Römisches Reiches beginnen in Großbritannien zahlreiche Kriege um Ländereien, die mit Hilfe von umherstreifenden "Rittern" geführt werden. Der einzige Ausweg aus dem Chaos ist der junge König Arthur und seine Getreuen, der das Land unter seiner Führung vereinen will. Doch bevor er diese Mission erfüllen kann, muss er dem Volk und seinen Gegnern auf dem Schlachtfeld beweisen, aus welchem Holz er geschnitzt ist...
Große Freude ereilte mich, als ich gehört habe das "King Arthur" ins Kino kommt. Um so bitterer war hinterher die Enttäuschung, dass die wahre Geschichte hinter der Legende von König Arthus so "unglaubwürdig" zusammengeschustert wurde. Sicherlich, wenn man an König Arthus denkt, dann denkt man an stattliche Ritter und großartige Burgen. An Edelmut und Hofdamen, an Mythen, Legenden und Intrigen. Aber als Letztes an das Römische Reich. Aber daran kann man sich ja irgendwie gewöhnen wenn die Umsetzung überzeugt. Immerhin ist das Früh-Mittelalter und die Antike des Römischen Reiches durchaus gut kombinierbar. Es zerstört aber den Eindruck den man von einem "klassischen" König Arthur seit jeher hat.
Denn selbst kühnste Optimisten werden sich diesen Film wohl nur einmal ansehen. Regisseur Antoine Fuquas Interpretation der Arthus-Saga sorgt zunächst für frischen Wind. Immerhin hat sich der Regisseur sichtlich bemüht mit Lucius Artorius Castus (Clive Owen) einer echten historischen Figur neues Leben einzuhauchen und ihn in einen historischen Kontex zu stellen (Sarmaten, Kelten, Pikten, Sachsen, Hadrians-Wall). Auch gemäß der Prämisse, mit den alten Mythen und Legenden aufzuräumen, wurde eine düstere und farblose Atmospähre geschaffen, welche die Dunkelheit jener Zeit wiederspiegeln sollte. Leider kommt dieser Effekt zu selten auf, eher wirken die Bilder steril und künstlich, als dass sie wirklich Glaubwürdigkeit ausstrahlen.
Von der Schauspieler-Riege überzeugt am ehesten noch Clive Owen, aber selbst König Arthur geht schnell die Puste aus und entwickelt sich kaum weiter. Keira Knightley als Guinevere bietet den optischen Leckerbissen, aber auch sie spielt eher solide ihren Part herunter. Till Schweiger als fieser Sachsen-Sohn mit Zwirbelbärtchen und betont fiesen Blick ist eine einzige Fehlbesetzung und sorgt eher für Lacher. Stellan Skarsgard als fieser und herrlich gelangweilter Sachsen-Anführer Cedric gefällt da noch am ehesten.
Auch dem Drehbuch mangelt es an Durchhaltevermögen, da die Handlung gegen Ende, sprich mit Beginn der Romanze zwischen King Arthur und Guinevere (Keira Knightley), stark nachlässt und zunehmend ins Kitschige sogar teilweise Lächerliche abdriftet. Die ersten beiden Drittel des Films sind jedoch solide aber leider teilweise sehr künstlich entwickelt und selten tiefgründig. Auch eine anfängliche Faszination für die Geschichte geht schnell in Langeweile über. Zusätzlich wird der Mythos um die Tafelrunde oder das legendäre Schwert Excalibur eher beiläufig thematisiert.
Somit gebe ich dem Film mit ganz viel Wohlwollen, immerhin sind Neuinterpretationen stets ein mutiger Schritt, 2 glanzlose Sterne.