ich hatte erst überlegt nur einen Kommentar zu schreiben, aber da diese von der großen Masse übersehen werden ist es doch eine eigenständige Rezension geworden, die sich aber vornehmlich auf die von "Vincent Vega" bezieht.
Vorweg erstmal zu den Bogenschützen: Es gibt die Option Bogenschützer schwächer zu machen. Im Normalmodus sind die tatsächlich relativ stark, auch wenn sie mit ein wenig Geschick ganz gut aus dem Verkehr zu ziehen sind. Ich muss zugeben, dass ich bei einem Neustart die Option wohl benutzen werde. Ich kann nicht beurteilen wieviel sie einbringt, aber es gibt sie!
Das mit den Speerträgern überrascht mich jetzt auch etwas. meine schwere Infantrie überrollt Speerträger eigentlich grundsätzlich, außer man kämpft in Wäldern oder Sumpf, was aber wiederrum auch logisch ist. Das Schere-Stein-Prinzip greift hier aus meiner Erfahrung heraus ähnlich wie bei anderen Strategiespielen.
Zu den "Hauptproblemen" die geschildert wurden .... Das mit den Siegesstätten ist öfter so wie es beschrieben wurde aber nicht immer. Ich hatte auch schon oft Siegesstätten direkt vor meiner Nase. Womit das genau zusammenhängt? Ich meine der Verteidiger hat grundsätzlich einen Vorteil was das angeht, dass ist zumindest mein Eindruck. Sehr schön sieht man das z.B. wenn man Camelot angereift oder verteidigt, der Verteidiger hat alle drei Siegesstätten immer näher zu sich als der Angreifer. Für mich auch durchaus schlüssig, schließlich sollte der Angreifer schon etwas dafür tun um zu gewinnen und nicht selber abwarten dürfen, bis die Siegesstätten den Sieg einbringen.
Das gegnerische Armeen immer stärker als sie eigenen sind oder zumindest gleichstark sind stimmt. Allerdings ist das auch in Total War so. Das macht ja auch den Sinn eines Spiels aus. Dadurch das King Arthur aber ein Rollenspiel-Strategie-Spiel ist steigt der Anspruch immer mehr. Hier geht es nicht darum wie auch immer die Welt zu erobern, sondern einer gewissen Geschichte zu folgen, nämlich der König Arthurs. Ich bin zwar auch erst bei Runde 100 oder so, aber ich vermute das die Gegner immer schwerer werden und das sich der Computer schlichtweg an deine Stärke anpasst OHNE dabei unfair zu werden! Unfair ist vielleicht dass der PC seine Stärke erhält weil er PC ist und nicht weil er sie sich verdient, aber wenn der PC Quests klauen würde um Erfahrung zu erhalten, wäre das denke ich nicht wirklich toll, weil gerade diese kleinen Aufgaben dem ganzen den letzten Schliff verleihen.
Aber zurück zu den Armeen. Ich habe 100 Runden benötigt um 4 Proninzen zu erobern, wobei ich bestimmt 30 benötigte um die Spielmechanik überhaupt mal halbwegs zu durchblicken und erst ab der 70sten hab ich es richtig verstanden. Die Kunst ist sicherlich abzuwägen gegen wen man wann und wie zuschlagen kann. Es ist vollkommen richtig, dass man mit einer Armee keine Provinz erobern kann, aber das wäre ja auch zu einfach! Es gibt keine Über-Armeen. Aber durch geschickte Armeeverwaltung, richtiges Zuweisen von Lehen und durchdachte Heldenaufwertung ist alles möglich! Sicher kann man nicht direkt die nördlichen Landen überrennen, man muss sich behutsam eine Basis aufbauen, ein gutes Einkommen ist wie überall das A und O.
Die Eroberung von Camelot ist ein wunderbares Beispiel! Es gibt dafür ja ein vorgelagertes Quest wo es um eine Feindschaft zwischen Wessex und dem Lehen in dem London liegt geht (Name ist mit entfallen). Wenn man das geschickt löst, bekämpfen sich die beiden Lehen gegenseitig. London wird stark geschwächt und man kann es ohne Probleme einnehmen. Wessex bietet einen daraufhin die Möglichkeit eines Bündnisses an (bei genug Geld schließen sie sich einem sogar an). Bei mir gab es also keine weiteren Feindarmeen, bzw nur noch eine kleine die aber nichts ausrichten konnte. Wenn man natürlich mit Wessex im Krieg liegt kriegt man Probleme, vollkommen richtig. Aber das ist kein Vorwurf den man dem Spiel machen kann!
Die KI auf dem Schlachtfeld ist definitiv nicht perfekt, aber wo ist sie das schon? TotalWar glänzt da auch nicht gerade. Mich stört da aber eher das teilweise etwas umständliche Handling der eigenen Truppen.
Insgesamt finde ich die Kritik nicht wirklich gerechtfertigt, weil sie einen falschen Eindruck hinterlässt. Man sollte sich vor allem vor Gesicht führen, dass es eher ein Rollenspiel ist und die Gegner aus diesem Grund nicht wie bei TotalWar immer schwächer, sondern stärker werden! Der Vergleich hinkt also etwas. Es hat TotalWar Elemente, aber der Grundgedanke ist ein anderer. Wer hier ein TotalWar im Fantasy Bereich erwartet ist sicher enttäuscht, wenn er sich nicht auf die Rollenspieleinflüsse einstellen kann. Schade das ein aus meiner Sicht sehr gutes Spiel durch solche falschen Vergleiche vielleicht viele Käufer verliert.
Für alle Freunde von Strategie und Rollenspiel ist dieses Spiel schon fast ein Pflichtkauf, oder zumindest ein Geheimtipp! Es macht Spaß die Quests zu lösen, die Tafelrunde zusammenzustellen und die Ritter aufzuwerten. Man fiebert jedem Winter entgegen um seine Helden und Einheiten aufwerten zu können. Die diversen Möglichkeiten seine Helden aufzuwerten, die Gesinnungsfrage, die Gaubensfrage... es gibt so viele Dinge die einen beschäftigen ohne ins Mikromanagement zu driften machen einfach Spaß. Es ist kein Meilenstein der Spielgeschichte, aber ein sehr gelungenes Spiel das einem enormen Spaß bereiten kann, wenn man sich darauf einlässt und über die paar kleineren Macken hinwegsehen kann.