Christa Wolfs authentischer Erzaehlstil hat mich in jedem ihrer Buecher immer auf's Neue beeindruckt. Dieses Buch liest sich z.T. etwas kompliziert mit seinen verschiedenen Zeitebenen. Aber gerade das ist es, was es nach meiner Meinung so ehrlich, so authentisch macht. Durch ihren besonderen Stil kann man diesen Prozess der Auseinandersetzung miterleben, nacherleben. Es ist keine abstrakte Darstellung eines abgeschlossenen Themas, sondern eine lebendige Darstellung des Weges, den Christa Wolf zu diesem Zeitpunkt ging. Und dann denke ich auch, ist dieses Buch wichtig, da es eine persoenliche Auseinandersetzung mit dem alltaeglichen Faschismus vor und waehrend des zweiten Weltkrieges, mit der eigenen Kindheit in dieser Zeit ist. Es gehoert viel Mut dazu, sich so ehrlich und offen seinen Erinnerungen, den Fakten und seiner eigenen Geschichte zu stellen. Es war auch sehr anregend, sich mal vorzustellen, wie ich mich mit meiner Geschichte auseinandersetzen wuerde bzw. koennte. Ich kann diese Buch wirklich weiterempfehlen, besonders fuer alle, die gerne Geschichte auch mal als Prozess, als etwas Dynamisches und nicht immer nur abstrakt lesen. Es ist ein wirklich gelungenes und wundervolles Buch von einer bemerkenswerten Autorin.