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Aitmatows (geboren 1928) Reise in die eigene Vergangenheit beginnt bei Erinnerungen an die Großmutter. "Sie war eine fesselnde, kluge Persönlichkeit, kannte viele Lieder und Märchen. Sie konnte weder lesen noch schreiben. Und doch stand meine ganze Kindheit unter ihrem strahlenden Glanz." Der Autor geht sehr behutsam, geradezu liebevoll mit der Erinnerung an seine Kindheit um. Trotzdem diese Zeit auch geprägt war von Armut und Gewalt, so kamen sowohl sein Vater Torekul als auch sein Onkel Ryskulbek im Konzentrationslager um. Die politischen Hintergründe diese Ereignisse betreffend klammert Aitmatow aus, wohl deshalb, da er sich an seinen damaligen Eindrücken -- jenen eines Kindes also -- orientiert. Mit der dadurch entstehenden, wohltuenden Langsamkeit führt er einen durch verschneite Landschaften, in welchen Wölfe den Schafen nach dem Leben trachten, vorbei an jenem Wohnheim am Twerskoj-Boulevard, wo er zwischen 1956 und 1958, als er noch Student am Gorki-Literaturinstitut war, Dshamilja und Danijar verfasste, um mit den Erfahrungen in der Versuchsfarm seine Erinnerungen abzuschließen. Vor seiner literarischen Karriere arbeitete Aitmatow, nach der Ausbildung an einem landwirtschaftlichen Institut, als Viehzuchtexperte in einer Kolchose.
Kindheit in Kirgisien ist eine interessante Materialienergänzung eines bemerkenswerten Autors. --Mike Markart -- carpe.com -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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