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TOP 500 REZENSENTam 20. Juli 2013
Dieses Buch mit Erinnerungen von Helmut Schmidt und seiner Frau und weiteren Freunden erschien in den 90er Jahren das erste Mal. Es liefert einen kleinen, aber nicht unwichtigen Beitrag zum Verständnis des Dritten Reiches, vor allem - wie es Wolf Jobst Siedler in seinem Vorwort zutreffend sagt - hilft es, die Normalität des Dritten Reiches zu begreifen.

AUTHENTIZITÄT
Die Beiträge machen einen hochgradig authentischen Eindruck, z.B. der Abschnitt, in dem Loki Schmidt erzählt, wie sie in Hamburg auf Hitler wartete:
"Kurz darauf besuchte Adolf Hitler Hamburg. Die Schulen blieben an diesem Tag geschlossen, weil alle Schüler vom Flughafen bis zur Innenstadt Spalier stehen sollten. Unsere Schule hatte die Alsterkrugchaussee zugewiesen bekommen, wo wir nun in drei Reihen hintereinander standen. Ich hatte mir fest vorgenommen, weder die Hand hochzunehmen noch zu rufen. Wir warteten und warteten. Dann ein Brausen in der Ferne, das langsam anschwoll. Und plötzlich entdeckte ich, daß ich laut brüllte und winkte. Ich bekam einen Riesenschreck und schämte mich wie wohl nie zuvor in meinem Leben."
Über die schonungslose Selbstbeschreibung von Helmut Schmidt, daß er kein Anti-Nazi war, unten mehr.

WER WOLLTE DENN NICHT MODERN SEIN?
Genauso wichtig wie die Normalität ist es m.E. die Modernität des NS-Staates zu begreifen. Auf den ersten Blick erscheint es schwer verständlich, daß Menschen etwa aus dem sozialdemokratischen Milieu die Angebote des Regimes so ungemein attraktiv fanden und im BDM und in der HJ sich sogar in Führerpositionen hervortaten. Ein Blick auf die historische Wahlforschung zwingt einen zur umgekehrten Frage. Wie rückständig gesinnt, traditionell und anti-modernistisch eingestellt mußte einer denn sein, um das moderne Angebot des NS-Staates zurückzuweisen?

Die Quintessenz der historischen Wahlforschung von Falter et al. Wahlen und Abstimmungen in der Weimarer Republik. Materialien zum Wahlverhalten 1919 - 1933 ist, daß tatsächlich die Konfession den wichtigsten Differenzierungsfaktor hinsichtlich der Anfälligkeit gegenüber dem Nationalsozialismus darstellt. Bei der Juliwahl von 1932, also der zweitletzten freien Wahl vor der Machtergreifung Hitlers, schätzt Falter den Anteil der katholischen Wähler, die für die NSDAP stimmten, auf 15%, den der nichtkatholischen auf fast 40%. Der modernere Protestantismus war gewissermaßen gefährdeter als der eher als rückständig geltende Katholizismus. Dazu paßt, daß es zum 850jährigen Bestehen des Klosters Loccum im April 2013 einen Artikel im Mindener Tagblatt gab mit dem Titel "Mehrzahl der Vikare in Loccum trug die SA-Uniform". Im katholischen Milieu, wo die SA verpönt war, wäre das ganz undenkbar gewesen.

DER MODERNE STAAT
Um die Modernität des NS-Staates, die insbesondere seine Attraktivität ausmachte, zu erfassen, muß man m.E. unbedingt Hans Dieter Schäfers Das gespaltene Bewußtsein: Vom Dritten Reich bis zu den Langen Fünfziger Jahren heranziehen. Es ist wenig bekannt, wie amerikanisch modern und weltoffen sich das Regime gab: Hollywood-Filme, Coca-Cola-Werbung, bis Kriegsbeginn amerikanische Zeitungen, Swing- und Jazz-Musik, all das koexistierte in den Städten mit dem Erscheinungsbild der Diktatur .

LOKI SCHMIDT
Die Frau von Helmut Schmidt, die dem BDM beitrat, um studieren zu können, und die dort BDM-Führerin war, erzählt, daß der eigentliche BDM-Dienst mit ihrem Eintritt ins BDM-Orchester beendet war. Die wöchentlichen Proben wären eine Bereicherung gewesen. Bezeichnend für das Arbeitermilieu, aus dem sie kam, erscheint der Umstand, daß ihr Vater, als er sie das erste Mal in BDM-Uniform sah, die Augen verdrehte, aber nichts sagte, zumal der Eintritt ja mit den Eltern besprochen war. Als sich Loki aber für die kirchliche Heirat mit Helmut taufen ließ, war ihre Mutter entsetzt.

HELMUT SCHMIDT
Unser Altbundeskanzler Helmut Schmidt berichtet, wieviel Spaß er beim Segeln in der Marine-HJ hatte. Sonderlich indoktrinierend war die MHJ nicht. Zu ihren Führern schreibt Schmidt: "Die übrigen kamen teils aus der bündischen Jugend, teils aus der Jugendarbeit der Sportvereine, auch aus dem CVJM; ansonsten waren auch Lehrerstudenten oder arbeitslose Junglehrer darunter, die auf ihre Anstellung warteten. Sie absolvierten zwar die politische Indoktrination, die ihnen aufgetragen war, aber sie taten dies nicht mit besonderem Nachdruck, weshalb ich sie mehr als jugendbegeisterte Idealisten denn als Nazis in Erinnerung habe. "Über seinen Rauswurf schreibt Schmidt: "Im Dezember 1936 kam das Ende meiner MHJ-Zeit. Ich flog schlichtweg raus: nicht, weil ich ein Antinazi geworden wäre, sondern einfach deshalb, weil ich ein freches Mundwerk hatte und oft abfällige Äußerungen über dieses und jenes machte, was mir mißfiel."

FAZIT
Die Erinnerungen der Schmidts und ihrer Freunde sind ein kleiner, aber feiner Beitrag zum Verständnis der Normalität des Dritten Reiches und daher sehr empfehlenswert. Für den, der nicht schon intensiver mit der Modernität des NS-Staates beschäftigt hat, werden aber wichtige Fragen offen bleiben. Die obigen Literaturhinweise mögen helfen diese Lücke zu schließen.
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Vor zwanzig Jahren, wohl motiviert durch den unmittelbar vorangegangenen Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur im Osten Deutschlands, verfasste Helmut Schmidt seinen Essay "Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend", in dem er seine Erinnerungen an die Nazi-Diktatur niederschrieb, die er als 14-26jähriger durchlebte, und nicht ohne diese Zeit und diese Erinnerungen aus damals (1992) bald fünfzig Jahren Distanz und gewonnener Lebenserfahrung neu zu kommentieren.
Er bat einige Menschen aus seinem engsten Umfeld, die auch etwa seiner Generation angehörten, es ihm gleich zutun und über die Lebenswirklichkeit, den Alltag, die Eindrücke und individuellen Erinnerungen an das Erlebte zwischen 1933 und 1945 zu berichten.
So entstand "Kindheit und Jugend unter Hitler", ein Buch, daß Berichte von acht Menschen vereint, die, geboren zwischen 1915 und 1933, gemeinsam haben, dass sie heranwuchsen in einer Zeit, die sich uns Nachgeborenen (zu Recht und verständlich) aus den Geschichtsbüchern als die Epoche der totalen Menschenverachtung darstellt.
Doch diese Wahrnehmung ist nicht nur meist so stark vereinfacht, daß sie letztlich droht falsch zu sein, schlimmer noch, durch die schlichte Vereinfachung in der Darstellung zum ausschließlich und absolut Bösen (meist auch noch unter etwas leichtfertiger Verwendung von Begriffen wie >Schuld< und pauschalen Verurteilungen aller damals lebender Generationen), lässt sich Geschichte nicht begreifen und noch weniger ihre Ursächlichkeit. Das aber sollte und muß unser höchstens Interesse sein, wenn es aufrichtig darum geht zu bewirken, dass unser Volk nie wieder willfährig wahnsinnigen, selbst erklärten Heilsbringern zum Diener wird - weder rechten noch linken noch sonstwie ideologisch Verirrten! - wenn es uns wirklich darum geht, zu begreifen und zu verstehen.

Alle Verfasser der Beiträge im Buch waren und sind meines Wissens langjährige Mitglieder der SPD (was allein gewiss nichts zu bedeuten hat) und ihre Texte erwecken glaubhaft den Eindruck, kritischer und der Wahrheit verpflichteter Erinnerungen. Keiner schrieb mit dem Vorsatz dem Nazi-Regime rückblickend die Absolution zu erteilen.
Dennoch wird manchem, sich moralisch überlegen fühlenden Nachgeborenen, die Darstellung in einigen Beiträgen nicht sonderlich in sein klar definiertes Weltbild von gut und böse passen. Eben gerade das ist auch das erklärte Ziel dieses Sammelbandes!

Es gilt die Normalität, den Alltag inmitten der Katastrophe zu verstehen und auch zu verstehen, dass es Kollektivschuld nicht gibt. Schuld ist immer individuell, immer persönlich und sicherlich in diesen Jahren millionenfach zuzuweisen. Millionenfach aber eben auch nicht! Wir haben zu akzeptieren, dass viele nicht zum Widerständler wurden oder überhaupt auf die Idee zum aktiven Widerstand kamen - sei es aus Angst, Naivität oder Unwissenheit - ohne sich deshalb selbst mit Schuld beladen zu haben, ohne das es nachfolgenden Generationen zustünde moralisch darüber zu urteilen, meist ohne die Lebenswirklichkeit, die Alltäglichkeiten überhaupt zu kennen, die auch damals wie heute, höchst unterschiedlich und individuell waren.
Das ein wenig zu begreifen, gelingt durch die hier zusammengefassten Aufsätze sehr gut.

Die rhetorischen Fähigkeiten der Schreiber sind sehr unterschiedlich, die meisten von ihnen waren hauptberuflich keine Publizisten. Darauf kommt es auch überhaupt nicht an und das schmälert den Wert dieses Buches nicht im Mindesten.
Es ist erfreulich, dass "Kindheit und Jugend unter Hitler" nun, 2012, neu aufgelegt wird, denn diese Berichte sind, je länger wir mit Frieden und Freiheit gesegnet sind, umso wichtiger. Denn der Frieden und die Freiheit die uns umgeben, sind nicht selbstverständlich, waren es nie und werden es niemals sein! Das müssen wir in unsrem Bewusstsein bewahren und dazu gehört auch sich zu mühen zu verstehen, wie ein ganzes Volk sich so demagogisch ins Unheil führen ließ. Da hilft es nicht, diese Jahre wie aus der Zeit gefallen nur als das ultimativ Böse zu betrachten und mit ihr alles und jeden, der in ihr lebte.

Die erst nach dem Verfassen meines Artikels erscheinende Neuauflage des Buches enthält anstelle des Vorwortes mit eigenen Erinnerungen von Wolf Jobst Siedler, ein aktuelles Vorwort von Theo Sommer. Sommer, selbst Jahrgang 1930, dürfte dem Buch weitere Erinnerungen hinzufügen.
Egal in welcher Ausgabe, ein wichtiges Buch!
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am 31. Januar 2003
Obwohl dieses Buch schon 1993 erschienen ist, kann ich es jedem Leser empfehlen.
Altkanzler Helmut Schmidt und einige seiner engen Freunde berichten darin über ihr Heranwachsen in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Buch hebt sich angenehm ab von den zahlreichen anderen Sachbüchern über die wohl dunkelste Epoche in der deutschen Geschichte. Im Vordergrund der zahlreichen Erlebnisberichte steht die Beschreibung des Alltäglichen. Die Autoren beschreiben ihre frühe Kindheit ebenso wie die Erlebnisse während des schrecklichen Krieges. Sie bewegt dabei aber auch die Frage, inwieweit ihre Leben von den Nazis beeinflusst wurde.
Gerade die Beschreibung des Alltags macht dieses Buch verständlich und faszinierend, denn es wurde nicht von Historikern geschrieben. Das Buch solle nicht schön, sondern wahr sein. So beschreibt es treffend Wolf Jobst Siedler im Vorwort. Ich selbst habe das Buch als Jugendlicher gelesen und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich kann es nur empfehlen, denn es bietet einen ungewohnten Einblick in die Zeit des Dritten Reiches.
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am 29. November 2013
Literatur von Schmidt ist Zeitgeschichte pur und gewährt Einblicke in eine Epoche, die Deutschland traumatisiert hat. Jedoch wird dadurch manches auch verständlicher. Insgesamt eine gelungene Darstellung, die auch Fragen nach dem "Warum" nicht ausspart.
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am 8. April 2013
Ich habe dieses weiter empfohlen, insbesondere an Freunde, die auch diese Zeit erlebt haben, aber in einem anderen sozialen Umfeld aufgewachsen sind. Endlich einmal ein Buch, das aus der Wahrnehmung der Kinder dieser Zeit geschrieben ist und sich nicht in Schwarz-Weiß-Klischees verliert.
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am 7. März 2004
Helmut Schmidt über "seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit" sowohl als HJ-Führer als auch als Oberleutnant in Hermann Görings Luftwaffe (FLAK).
Loki Schmidt, warum sie trotz gegensätzlichem Arbeiter-Elternhaus BDM-Führerin wurde, (was bei beiden in ihren diesbezüglichen Darlegungen nicht ganz einleuchtet!).
Es sollte lt.Klappentext "das Unbegreifliche begreiflich" werden, was aber m.E.nur mit Einschränkungen gelungen ist, wobei Helmut Schmidt entgegen meinen eigenen einschlägigen Erfahrungen die (Marine)HJ als akzeptable und sogar kultivierte Institution schildert!
Darüberhinaus fünf weitere ganz unterschiedliche Schicksale über Verführbarkeit bzw. Indoktrination und Anpassung, Unwissenheit und Angst, Zweifel und Ablehnung, aber nur relativ wenig über die damals in der Jugend zumindest anfänglich in Wahrheit vorherrschende Begeisterung (ohne die ein Karriereaufstieg in der Hitler-Jugend kaum möglich gewesen wäre).
Ein Buch, das auch deshalb besonders interessant ist, weil es zu Kritik und Widerspruch herausfordert und den interessierten Leser sicher noch längere Zeit beschäftigen wird!
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am 13. Oktober 2011
Mir hat das Buch ausnehmend gut gefallen. Es läßt einen darüber nachdenken, wie man seine eigene Kindheit in dieser Zeit erlebt und verlebt hat. Ich kann in vielem den Autoren beipflichten, dass man genau so unbedarft die schwere Zeit erlebt hat, nicht wissend, was irgendwo sich in unserem Land abgespielt hat..
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am 31. Juli 2010
Dieses Buch kann man wirklich nur empfehlen. Sehr gut und interessant geschrieben. Könnte mir vorstellen, es auch als Lektüre in der Schule zu verwenden.
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am 1. Juli 2015
Hallo,
ich bin mit dem Produkt sehr zufrieden.
Die Bestellung und Lieferung ging sehr schnell und reibungslos.
Vielen Dank Kindle für Ihre Erfindung!
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am 11. Juni 2014
Eine eindrückliche Darstellung des Alltags von Kindern/Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Zeit des NS Regimes. Zeitzeugenberichte für alle Interessierten und sehr geeignet für Schüler/innen die für Gfs oder Referate mehr als trockene Fakten suchen
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