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Kindheit in Deutschland 1945-1950, Tl.1, Nachkriegs-Kinder: 67 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen
 
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Kindheit in Deutschland 1945-1950, Tl.1, Nachkriegs-Kinder: 67 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen [Taschenbuch]

Jürgen Kleindienst
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 438 Seiten
  • Verlag: Zeitgut; Auflage: 4., erw. A. (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3933336015
  • ISBN-13: 978-3933336019
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,9 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 668.592 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Buch der Reihe „Zeitgut", das mich besonders berührte. Ganz einfach deshalb, weil ich mich mit meiner Kindheit, meinem Erleben der Ereignisse um das Ende des 2. Weltkrieges und die Wirren danach darin wiederfinde. Mit allem Schrecklichen, das sich in die Kinderseele unauslöschlich einbrannte, aber auch mit den vielen kleinen Abenteuern und sogar Glücksmomenten, die ein Heranwachsender in einer Zeit des totalen Umbruchs und der Werteveränderung für sich persönlich erfährt.

Jürgen Kleindienst hat sich mit der Sammlung und Herausgabe der Buchreihe besonderer Prägung nicht nur für die „Dabeigewesenen" verdient gemacht. Vielmehr sind die authentischen Geschichten und Berichte, die markante Zeitabschnitte in Deutschland und hier wiederum thematisch „Kindheit", „Jugend" „Berufsfindung" usw. beleuchten, ein unschätzbares Dokument der Zeitgeschichte.

Der vorliegende Band 2 dieser Reihe, „Kindheit in Deutschland 1945-1950, Nachkriegskinder" umfasst 67 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen. Gut recherchiert, gesammelt und sensibel überarbeitet, erleben wir mit den damaligen Kindern der Jahrgänge 1928 bis 1942, die durch Hunger, Kälte und Not, Flucht und Vertreibung gekennzeichnete materielle Situation in Deutschland. Verstricken uns in Abenteuer bei der Nahrungsbeschaffung, durchstehen Todesängste bei der ersten Begegnung mit den Besatzungsmächten, erinnern uns staunend an den lebensrettenden Einfallsreichtum unserer Mütter, Schmunzeln über erfolgreiche Diebereien, sogenannten Mundraub.

Die Verfasser sind heute Senioren, die sich für uns erinnern. Keine Schriftsteller, sie waren Krankenschwestern, Lehrer, Sekretärinnen, Hausfrauen ... Ihre damaligen Empfindungen fließen in die Geschichten ein und machen uns unsere Kindheitserlebnisse in Orten wie Aken, Berlin, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg, Hannover, Köln, Jena, Weimar ... und über fünfzig anderen Orten lebendig.
Spannend und dennoch sensibel erzählt von den verschiedenen Autoren, mit einfachen, lebendigen Worten, ist es nicht nur ein
anrührendes Buch; man mag es bis zur letzten Begebenheit nicht aus der Hand legen.

Und dann noch etwas, jede dieser Begebenheiten birgt trotz versteckter oder offener Tragik, Überlebenswillen, Humor und
schließlich auch Optimismus in sich, ohne den das "Auferstehen aus Ruinen" unmöglich gewesen wäre.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Detlef Rüsch #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der Herausgeber Jürgen Kleindienst versammelt in diesem Band Berichte und Geschichten von über 40 Frauen und Männern. Diese erzählen mal eher anekdotenhaft, aber oftmals über den Zeitraum mehrerer Monate, wie sie die Jahre zwischen 1945 und 1950 als Kinder erlebt haben.
Die Herkunft dieser Zeitzeugen ist sehr breit gestreut und reicht beispielsweise von Ostpreußen, Niederschlesien, Niedersachsen bis hin zu Baden-Württemberg und Bayern. Quasi alle Regionen, die zum „Deutschen Reich“ gehörten, werden in den Berichten tangiert. So kann man als Lesender eine wahre Geschichtsreise unternehmen. Die Berichte selber spiegeln den Erzählstil und die Lebenswelt der Autoren/-innen wieder und sind dennoch gut lesbar und wirken sehr menschlich und lebensnah. Oftmals ähnelt der Schreibstil so sehr einem vermeintlichen Erzählstil, dass man fast glauben mag, die Person erzähle einem das Ereignis unmittelbar. Das Leben in der Kriegs- und Nachkriegszeit auf dem Land, in der Stadt, auf der Flucht, in Angst, Gefahr und Krankheit, mit Tod und Todeserklärungen, in Hunger und Enge und großer Bedürftigkeit wird so sehr vielseitig lebendig.
Sehr hilfreich ist die große Schriftgröße, die es auch sehschwächeren Personen erlaubt, die
Texte ohne große Mühe zu lesen. Die Auflockerung der Texte mit gut wiedergegebenen
schwarz-weiß- Fotographien macht die Zeit noch einmal anders lebendig. Ein Verzeichnis der
Textverfasser/-innen im Anhang gibt viele Hinweise auf das Alter, die Herkunft und den
(beruflichen) Lebensweg sowie anderer Veröffentlichungen der Autoren/-innen. Ein Register
der Orte, welche eine große Rolle in den Berichten spielen, ermöglicht das Aufspüren von
Dörfern und Städten schon vor dem eigentlichen Lesen.
Sehr ansprechend ist auch eine gut durchmischte Chronologie wichtiger Ereignisse von 1945 bis 1950; wobei weltgeschichtliche und nationale bzw. regionale Geschehnisse wohl dosiert nebeneinander gestellt werden.
Damit wird in hervorragender Weise das große Ziel des Buches unterstützt: nämlich persönliche Schicksale mit dem (welt-) geschichtlichen Geschehen zu verknüpfen und die Tragweite so mancher politischer Entscheidungen zu verdeutlichen.
Ein größeres Manko des Buches ist es, dass es keine kartographischen Angaben gibt. Hier wäre es schön gewesen, wenn zum Beispiel eine Karte von 1945 und von heute auch für die jüngere Generation Distanzen und Ortsbezeichnungen nachvollziehbarer gemacht hätten.
Ansonsten aber ist dieses Buch eine hervorragende Lebensquelle, zeugt es doch auch vom Überleben in wahrhaft bedrohlichen Zeiten. Gerade die Alltagsnähe der Erzählungen macht so manches aus der damaligen Zeit nachvollziehbarer.
Möge man die Lektüre nicht nur privat, sondern beispielsweise auch im Unterricht nutzen.
Für die weitere Entwicklung wäre es wünschenswert, wenigstens auszugsweise die Schilderungen als Hörbuch mit den Stimmen der Verfasser/-innen herauszugeben.
Ein Geschichts- und Geschichtenbuch, das nahe geht- sehr nahe!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nahrung, die wir brauchen 7. Februar 2006
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Als Jürgen Kleindienst die 67 Geschichten für diesen Band sammelte, wusste er wohl noch nicht, dass „Storytelling“ mehr als nur ein vorübergehender Trend sein wird. Und zwar nicht nur im Marketing, sondern auch im Bildungswesen. Auch wenn man hüben wir drüben die Meinung pflegt, Fakten seien das Wesentliche. Und es gebe so etwas wie überprüfbare Wahrheiten. Ob denn die Erzähler auch wirklich alles so erlebt haben, wie es nun auf dem Papier steht, ist völlig nebensächlich. Denn es geht um den Kern einer Geschichte. Woran sich die zu Wort kommenden Nachkriegskinder erinnern, ist einerseits Privatsache. Andererseits wirken ihre Erlebnisse jedoch bis in unsere Zeit fort. Weil die einflussreichsten Prägungen eben in der Kindheit geschehen. Marktforscher würden lieber diesen Sammelband lesen, statt „Fünfzigjährige Plus“ mit Fragebogen zu belästigen. Die Ergebnisse wären aussagekräftiger.

Nebst den 67 Erinnerungsstücken finden wir in diesem Buch ein Register zu den Orten, an denen die Erstaufführungen stattfanden, eine Chronologie der historischen Fakten von 1945 -1950, eine Übersicht der bisher erschienenen Bände und Daten zu den Verfassern. 1998 ertmals erschienen, liegt nun bereits die 4., korrigierte Auflage vor. Schön.

Mein Fazit: Zufällig auf den Zeitgut Verlag gestossen worden, gehöre ich bereits zu den Fans. Lehrkräfte, Nostalgiker, Geschichtensammler, Marketer und Liebhaber des Alltags finden in diesem Band 67 kleine und grosse Perlen eines Schatzes, aus dem wir alle unseren Hunger nach dem echten Leben stillen können.

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