Das Fazit zuerst: Das Vorlesen dieser Geschichten macht (nicht nur) kindlichen Zuhörern einen Heidenspaß und lädt zum Weiterphantasieren ein. So etwa wenn Peter Bichsel über einen alten Mann schreibt, der nach und nach alle Wörter durch "Jodok" ersetzte, oder über einen anderen, der sich überlegt, daß es keinen vernünftigen Grund gibt, warum der "Tisch" "Tisch" heißt, und folglich beschließt, ihn von nun ab "Teppich" zu nennen. Das führt er fort, bis schließlich die Beschreibung eines typischen Morgens so klingt "Am Mann blieb der alte Fuß lange im Bett läuten, um neun stellte das Fotoalbum, der Fuß fror auf und blätterte sich auf den Schrank". Im Mittelpunkt der Geschichten stehen Menschen, die sich plötzlich irgendwelche Fragen stellen und alles versuchen, um diesen Fragen nachzugehen. Ein Mann etwa will, um herauszufinden, ob die Erde tatsächlich rund ist, solange geradeaus wandern, bis er wieder an seinem Haus ankommt. Ein anderer überlegt sich, daß er nichts mehr lernen will, und bricht alle Verbindungen zur Außenwelt ab, nicht einmal die Sonne läßt er noch in sein Zimmer. Am Ende der Geschichte hat der Mann sogar Chinesisch gelernt. Denn natürlich scheitern alle Protagonisten mit ihren Vorhaben, aber alle haben dazugelernt und vor allem - alle haben etwas erlebt. Für Ältere also ein amüsant-lehrreiches Büchlein, für aufgeweckte Kinder aber - hauptsächlich wegen der Sprachspielereien - ein herrliches Ideengewimmel. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)