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Die Kinder unseres Viertels
 
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Die Kinder unseres Viertels [Taschenbuch]

Nagib Machfus , Naguib Mahfouz , Doris Kilias
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 2006 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 576 Seiten
  • Verlag: Unionsverlag; Auflage: 3 (2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3293200508
  • ISBN-13: 978-3293200500
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 11,8 x 3,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 272.778 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Über kein anderes Buch ist so viel Tinte geflossen wie über diese Parabel, die jahrzehntelang Kontroversen und leidenschaftliche Debatten ausgelöst hat." (Süddeutsche Zeitung)

Kurzbeschreibung

Als Nagib Machfus 1988 den Nobelpreis für Literatur erhielt, wurde immer wieder auf seinen Titel "Die Kinder unseres Viertels" hingewiesen. Dieses Werk hat der Autor im Auftrag der ägyptischen Tageszeitung "al-ahram" geschrieben. Die Veröffentlichung in der Zeitung wurde 1959 nach Erscheinen der ersten Folgen unter dem Druck konservativer Kräfte eingestellt, und auch in Buchform durfte der Roman in Ägypten nicht erscheinen. Als Machfus mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sprachen islamische Fundamentalisten wegen des Buches ein Todesurteil über ihn aus. "Machfus erzählt vom Anspruch der Weltverbesserer, der Heilsbringer in ganz gegenwärtiger Form. Er schreibt einen Aktionsroman mit Mord und Totschlag..." (Doris Kilian)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
71 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Die Kinder unseres Viertels" von Nagib Machfus war meine bisher größte literarische Entdeckung. Ich hatte Machfus im Lexikon auf einer Liste von Literatur-Nobelpreisträgern gesehen, im Buchladen probeweise ein paar Zeilen irgendwo mittendrin gelesen und das Buch daraufhin trotz aus meiner Sicht etwas marktschreierischer Kommentare auf dem Umschlag gekauft.

Dieses Buch ist fesselnd. Es handelt von einer fiktiven Stadt irgendwo im Mittelmeerraum, deren Bewohner recht und schlecht von Generation zu Generation ihr Leben fristen und von wechselnden Cliquen beherrscht werden, die sich immer wieder nur mit Hilfe von knüppelnden Banden an der Macht halten können. Am Rande der Stadt gibt es ein geheimnisvolles Haus, über das niemand etwas Genaues weiß, von dem aber auch eine Art von Einfluß auszugehen scheint. Von Zeit zu Zeit tauchen wie aus dem Nichts charismatische Persönlichkeiten auf, denen es auf ganz verschiedene Art und Weise gelingt, den Menschen eine Perspektive zu geben und die "Herrschaft der Knüppelbanden", wie es das Buch formuliert, durch etwas Besseres zu ersetzten.

Vergleiche hinken immer, aber dieses Buch hat die gleiche Klasse wie z. B. "Die Brüder Karamasow" von Dostojewskij. Im Gegensatz dazu ist es aber leicht und flott erzählt und liest sich herunter wie ein modischer Bestseller. Risiken und Nebenwirkungen: Menschen mit sehr traditionellem religiösem Verständnis könnten sich an Bezügen zu Moses, Jesus und Mohammed stoßen, obwohl die Namen nicht konkret genannt und die entsprechenden Figuren allesamt positiv dargestellt werden.

Bei Hochliteratur dieses Niveaus kann ich normalerweise meinen Rezensionsdrang beherrschen. Dieses Werk gehört meiner Meinung nach jedoch an hervorgehobener Stelle in jedes gut sortierte Bücherregal, ist aber nur in wenigen zu finden. Sollte ich dem ein wenig abhelfen können, wäre ich sehr zufrieden. Fünf Sterne und eine respektvolle Verbeugung vor Nagib Machfus.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Irgendwo in der Wüste liegt ein Dorf. Die Bewohner werden über Generationen von diversen Wächterbanden schikaniert und unterdrückt. Und das, obwohl immer mal wieder Personen auftauchen, die dieses Gewaltregime beenden. Es sind dies 5 an der Zahl. Adham, Gabal, Rifaa, Kasim und Arafa. Sie kennen sich nicht, da sie verschiedenen Generationen angehören. Ihnen gemeinsam ist aber, das sie alle ihren 'Auftrag' vom großen Gabalawi erhalten haben (mehr oder weniger). Dieser Gabalawi von dem jeder (außer im ersten Kapitel) als '"unser aller Großvater"' spricht, lenkt und leitet, zuerst direkt, dann irgendwie doch eher unsichtbar, die Geschicke der 5 Männer und somit natürlich auch die der Dorfbewohner. Er lebt im sagenumwobenem Großen Haus am Rande der Wüste. Je weiter das Buch fortschreitet, desto länger hat niemand mehr den Großvater und das Innere des Großen Hauses gesehen. Doch seine Taten und vor allem die seiner 5 Auserwählten bleiben lebendig, da sie immer wieder in den Kaffeehäusern in Form von Liedern zum Besten gegeben werden und sowieso irgendwie immer über allem zu schweben scheinen.
Man muss kein Fachmann zum Thema Religion sein, um sofort die Ähnlichkeiten der Protagonisten mit diversen Gestalten der Religions- und Menschheitsgeschichte zu erkennen. Und wie die großen Vorbilder, schaffen es ja auch die Figuren hier nicht den endgültigen Frieden zu schaffen. Dann fragt man sich unweigerlich warum, es läuft doch alles bestens. Aber hier sterben mit den Menschen auch ihre Ideen.
Ein großartiges Buch, welches sich um die großen Fragen der menschlichen Existenz dreht. Was muss ich tun um glücklich zu sein? Kann man Gewalt mit Gegengewalt bekämpfen? Bekommt man Tradition und Fortschritt unter einen Hut usw.
Es ist lehrreich, leicht lesbar, propagiert Toleranz, hinterfragt blinde Ergebenheit und berührt durch seine völlig unaufgeregte, fast naive Erzählweise den Leser auf fast allen der 570 Seiten. Spannung fehlt genauso wenig wie Tragik und an Aktualität hat es, meines Erachtens nach, seit dem Erscheinen nichts eingebüßt. Ich bin sehr froh es für mich entdeckt zu haben und wünsche diesem Werk noch viele Leser mehr. Die Verleihung des Nobelpreises hat 1988 dazu beigesteuert und ich hoffe, das der baldige erste Todestag des Autors auch einige Buchhandlungen dazu verleiten wird die Werbetrommel etwas zu rühren.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von hartmutw
Format:Broschiert
Mit Die Kinder unseres Viertels" gelang Machfus ein heftig diskutiertes Werk, das ihm schon lange vor Rushdie Morddrohungen seitens hoher islamistischer Würdenträger einbrachte. Nicht zuletzt diese Diskussionen dürften Machfus 1988 auch den Literaturnobelpreis eingebracht haben - auch hier gibt es Parallelen zu Rushdie.

Machfus schildert in vier längeren Kapiteln das Leben der Menschen im Viertel" vor dem prachtvollen Hof der ewigen Stiftung". Jenes ist leicht als die Erde, Dieses leicht als das Paradies zu entschlüsseln. In jedem dieser Kapitel wird auf eine tragende Persönlichkeit der 3 monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam Bezug genommen. Beim Lesen werden die Parallelen zu den religiösen Vorbildern klar und leicht erkennbar - Adam, Moses, Jesus und Mohammed erscheinen als Erlöserfiguren, die auf ihre eigene Weise versuchen, das Paradies für alle wieder herzusetllen, die aber freilich das menschliche Elend im besagten Viertel Kairos immer nur für kurze Zeit lindern können, da der Mensch schnell vergisst - das vom Erzähler viel zitierte Grundübel des Viertels.

Natürlich sind die oben angeführten Parallelen auch ein Grund für, dass die in einzelne Episoden unterteilte Handlung in der Regel recht vorhersehbar ist. Dafür kann Machfus nichts, allerdings bevorzugt er darüber hinaus einen sehr lapidaren, fast beiläufig wirkenden Erzählstil: Spannungen, Konflikte und große Fragen werden in aller Regel binnen weniger Seiten wieder aufgelöst, die Geschichte fließt auch recht gemächlich vor sich hin, was etwas verwundert, da ja der zumindest der erste Teil des Buchs wöchentlich in einer Zeitung veröffentlicht worden war.
Insofern ist dieses Buch zwar leicht zu lesen, aber nicht wirklich unterhaltsam. Vor dem historischen Hintergrund seiner Entstehung mag es mutig, wichtig und richtig gewesen sein, als Leser, der gute Literatur schätzt war es für mich aber weder sprachlich noch dramaturgisch besonders fesselnd.
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