Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die in einer Stieffamilie das oft komplizierte Leben meistern wollen oder aber gedanklich eine Stieffamilie zu gründen beabsichtigen, weil sie gerade das Scheitern ihrer ersten Beziehung einer Kernfamilie realisieren müssen.
Einleitend wird herausgestellt, dass die Stieffamilie von einer Tabuisierung weg langsam eher zu einem Zukunftsmodell wird. Das Entstehen einer Stieffamilie wird nachgezeichnet: Abschied von alter Partnerschaft, einer evtl Phase der Teilfamilie (also noch kein Stiefelternteil der getrennt lebenden Eltern) bis zum Gründen neuer Partnerschaft und damit der Stieffamilie. Bei inzwischen über 2 Millionen Stieffamilien in Deutschland, das sind ca. 10 % aller Familien - Tendenz steigend - ist dieses Buch fürwahr ein wichtiger Wegbegleiter, handelt er doch die komplizierte Beziehungswelt der Zweitfamilie aus der Sicht der verschiedenen Alles-Stief-Personen ab: die Mutter, der Vater, der getrennt lebende Vater, die getrennt lebende Mutter, die Stiefmutter, der Stiefvater, die Stiefkinder, das gemeinsame Kind.
Weitere Kapitel beschreiben zum einen das Thema, "trotz Trennung Eltern zu bleiben", also für die Kinder bewusst Elternebene und Paarebene auseinander zu halten, zum anderen den enormen Erfolgsdruck der zweiten Partnerschaft nach der gescheiterten ersten. Wie etabliert sich die neue Stieffamilie, welche Normen müssen entwickelt werden, wie sind die Verwandtschaftsbeziehungen, wie gestaltet man Familienfeste und welche institutionellen Hilfen gibt es für Stieffamilien? Auf all diese Fragen gibt das Buch fundiert Antworten, zumal die Autorinnen selbst privat dieses Modell Stieffamilie leben. (14.01.08)