Von einem Buch mit einem so vielversprechendem Titel hätte ich offengestanden doch etwas mehr erwartet, als nur in aller Ausführlichkeit über den beschwerlichen Weg der Autorin selbst von der Lehrerin/Hausfrau zur Schrifstellerin informiert zu werden.
Die (für mich) wirklich interessanten Informationen - nämlich die Bereiche, die die Schreibpraxis betreffen - d.h. welche Themen/welcher Wortschatz/welche Symbole etc. in der Kinder- und Jugendliteratur relevant sind, und in welcher Weise sie verwendet werden, kommen mit knapp 50 von 200 Seiten wirklich viel zu kurz, diese Bereiche werden wirklich lediglich angerissen - zumal diese 50 Seiten auch mehr Aufschluss über die Präferenzen des jeweiligen Autoren selbst geben, als dass sie wirklich praktische und nützliche Anregungen enthalten würden, die den interessierten Leser voranbringen könnten.
Die Hauptaussage des "praktischen" Teils ist also vor allem die, dass man erstens: Sprache und Grammatik der Altersgruppe des Zielpublikums anpassen sollte, und zweitens: dass man vor allem das schreiben solle, was die potenziellen Leser und Lektoren interessieren könnte.
Zu guter letzt wird einem natürlich der gute Rat gegeben, dass man sich nicht entmutigen lassen, immer persönlichen Kontakt zu der Verlagen suchen, und dass man selbstverständlich nicht aufgeben solle.
Was mich betrifft, so wird dieses Buch wieder an Amazon zurückgehen - zum Überfliegen war es ganz nett, doch hätte ich es in der Buchhandlung angesehen, hätte ich es mit Sicherheit nicht gekauft.
In diesem Zusammenhang kann ich nur das Werk "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 2" von James N. Frey empfehlen - selbst unter dem Aspekt des Schreibes für Jugendliche bietet dieses Werk unendlich viel mehr an praktischen Tipps und nützlichem Hintergrundwissen, was das Erschaffen von vielschichtigen und interessanten Charakteren, und spannenden Handlungsverläufen betrifft.
Ich möchte das Werk insofern nicht schlechtreden, als es sicherlich sehr hilfreich sein kann, darüber zu informieren, wie man beim Veröffentlichen eines Manuskriptes vorgehen könnte -
anrührend ist auch die Geschichte von Frau Brosche, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht - so erfährt der Leser von ihrer anfänglichen Zerrissenheit zwischen dem Wunsch, ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter nachzukommen, und dem Wunsch, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden (-raffinierter Kunstgriff übrigens, um den Leser zu fesseln ;-), und der Leser kommt auch gewiss nicht umhin, mitzufühlen, wenn sie zum sechsten Mal beschreibt, wie wieder erneut ein Manuskript abgelehnt wurde.
Um das Happy End vorwegzunehmen: Es war natürlich der richtige Weg, und es ist der Autorin auch mustergültig gelungen, Ehe und Karriere unter einen Hut zu bringen. ;)
- Kurz und gut: Da Workshops zum Verfassen von Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland eine Seltenheit sind, hatte ich mir von diesem Werk sehr viel mehr erhofft - zwei Sterne gibt es aber dennoch für die hilfreichen Tipps zum Veröffentlichen von Manuskripten und für den Umgang mit den Lektoren.