Herr Prof. Lenz widmet sich als Akademiker mit einer wissenschaftlichen Studie dem wichtigen Problemfeld "Kinder psychisch kranker Eltern". Der Beitrag ist grundsätzlich zu begrüßen und man erfährt auch eine Reihe wichtiger Informationen aus unterschiedlichen Sichtweisen (Betroffene, Fachleute etc.). Besonders viele wörtliche Zitate aus den gemachten Interviews ermöglichen Einblicke in die Situation der Betroffenen.
Leider verfehlt die Studie den Titel etwas, denn die Studie bezieht sich eben nur zum Teil auf "Kinder", sondern auf auch sprachfähige Jugendliche.
Vergeblich sucht man in dem Buch differenzierte Betrachtungen zu verschiedenen psychischen Erkrankungen der Eltern, denn es ist sicher ein wesentlicher Unterschied, ob ein Elternteil an Epilepsie erkrankt ist oder an Alkoholismus oder an Schizophrenie. Empfehlungen, wie soziale Helfer mit den Kindern konkret arbeiten können, selbst simple Listen von Kinderbüchern fehlen.