Großartig hat Jürgen Hargens wieder einen kleinen Band geschrieben, der sich mit dem alltäglichen Geschäft der Erziehung befasst.
Dieses Mal liegt hier kein Ratgeber der klassischen Art vor der Leserschaft, sondern eine durchaus offene Selbstkritik.
Hier legt Hargens offen, woran er selbst gescheitert ist oder was ihm erst im Nachhinein klar geworden ist. Was er gewiß als Psychologe wissen sollte, hat nicht immer Einkehr in den Erziehungsalltag bei den eigenen Kindern gefunden. Und so wird das Buch zu einem sehr menschlichen Eingeständnis eigener Fehler und Schwächen im pädagogischen Alltagsgeschäft.
Augenzwickernd verweist der Autor auch auf die Punkte, wo er von anderen sehr gut lernen konnte. Und manchmal waren es auch die Kinder selbst, die ungeahnte Erkenntnisse hervorzulocken vermochten.
Die Themenbandbreite umfasst dabei wesentliche Bereiche, die im Leben mit den Kindern eine Rolle spielen.
Die 80 Seiten sind sehr gut zu lesen und zeugen wieder von dem überzeugenden Sprachstil Hargens. Man mag dieses Buch mit den stark systemtheoretischen Nuancen einfach gerne weiter geben: an alle "natürlichen" und "professionellen" Erziehungspersonen.
Und so wird das Buch in erfolgversprechender Art und Weise dazu beitragen, dass jeder seinen eigenen Einfluss auf die Erziehung der heranwachsenden Generation in realistischer Weise einzuschätzen vermag.