Der Titel von dem Buch ist das Beste: Genau das brauchen Kinder: Wurzeln (Geborgenheit) und Flügel (Freiheit).
Leider gibt es keine Tipps, wie weit man "Flügel" geben kann, ohne das Kind zu "entwurzeln", was ich eigentlich erwartet hätte.
Stattdessen findet man etliche Beispiele von Kindern, deren Eltern alles falsch gemacht haben. Leider bekommen auch sie, außer der Diagnose, wenig Ratschläge, die der Leser umsetzen könnte. Was sollte man z.B. tun mit der Fünfjährigen, die ihre Eltern tyrannisiert und Mutters Kleider zerschneidet? Außerdem fehlen weitere Informationen: Geht dieses Kind nicht in den Kindergarten? Und wenn ja: Wie verhält es sich dort?
Fragen bleiben auch bei anderen Beispielen. Ein Mädchen, das nichts tut, außer am Daumen zu nuckeln, ist in den ersten acht Monaten seines Lebens stark vernachlässigt worden. Nun ist es vier Jahre alt; zwischendurch sind also mehr als drei Jahre vergangen - Jahre, die für die Entwicklung eines Kindes extrem wichtig sind. Was war in dieser Zeit? Hat das Kind eine bessere Betreuung gehabt als die durch die Großmutter? Ist es psychologisch untersucht worden? Warum kam es überhaupt ins Heim? Fragen, die nicht beantwortet werden, so dass man sich von diesem Fall überhaupt kein Bild machen kann.
Dieses Buch hat mir als interessierter Mutter leider nichts gebracht.