Wer einen Ratgeber mit zehn goldenen Regeln für die perfekte Erziehung braucht, liegt falsch: Denn Ursula Neumann verzichtet auf schnelle Universal-Tipps und geht stattdessen in die Tiefe. Die Autorin weckt in ihrem einfühlsamen psychologischen Lesebuch Verständnis für kindliches Erleben und Verhalten und fordert in diesem Zusammenhang die Eltern immer wieder auf, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Aber keine Angst: Der Mythos vom immer seeligen Kind und der stets perfekten Mutter wird gleich verabschiedet.
Anhand von Beispielen aus ihrer langjährigen psychotherapeutischen Praxis zeigt Ursula Neumann die breite Palette neurotischer Entstehungsursachen auf. Vom Baby, das die Reizüberflutung nicht verdauen kann, woraufhin sein kleiner Magen streikt über das Kleinkind, das zu früh auf Sauberkeit getrimmt wird und dadurch eine nachhaltige negative Leistungserfahrung macht bis hin zum sozial isolierten Kindergartenkind, das auf frühes Lesenlernen dressiert wird, wodurch sich seine Absonderung von der Welt noch verstärkt. Tiefe Einblicke gewähren auch die Schilderungen von als problematisch empfundenen älteren Kindern und Jugendlichen. Die Expertin stellt dabei allerdings nie monokausale Zusammenhänge her, für sie ist die "Familie als System" entscheidend.
Ursula Neumann betont, dass kleine Kinder klare Anweisungen brauchen, größere überzeugende Argumente und Jugendliche auf den Rat ihrer Eltern angewiesen sind. Und bei alldem ganz wichtig ist Empathie, denn: "Erziehung geht nicht zwischen zwei Köpfen vor sich, sondern zwischen den Herzen von Eltern und Kindern."
Das ebenso engagierte wie lesenswerte Lesebuch, das gesonderte Kapitel zu den Themen Erziehung und Kindergarten enthält, gibt so manchen Denkanstoß und ermöglicht Eltern, Erziehern und Lehrern aufschlussreiche Einblicke ins Innenleben junger Menschen. --Judith Kunz
"Was mit dem Buch »Wenn die Kinder klein sind, ...« geschehen ist, halte ich für ein kleines Wunder. Eine erfahrene Psychotherapeutin schreibt im hohen Alter über ihre Erfahrungen mit Kindern ein Buch für Eltern. Sie schreibt es in einer schlichten, klaren Sprache, so wie das Freud getan hat. Und sie schreibt es einfühlsam und wahrhaftig, dass in den Lesern etwas anklingt und sich viele Menschen angesprochen fühlen.
Das Buch wird ein unglaublicher Erfolg; mit der Auflage von 79. – 85.000 Tausend ist es neu aufgelegt worden, ergänzt durch vier Abschnitte zur Adoleszenz, verfasst von Elfie Schloter. Derzeit erscheint das Buch in Südkorea und China.
Es ist ein wunderbares und hilfreiches Buch, geboren aus einer fortwährend spürbaren Liebe zum Menschen.
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Ursula Neumann hat es verstanden, einfache wie komplexe psychologische und pädagogische Fragen, fern jeder angestrengten Fachsprache und trotzdem – oder gerade darum – differenziert und gescheit zu diskutieren. Der Themenkatalog reicht von dem, »was Kinder innerlich erleben«, über Beziehungsprobleme, Trennungen der Eltern, Schul- und Lernprobleme bis hin zum Kindergarten heute. »In diesen Alltagsbeispielen versuche ich aufzuzeigen, dass unser Denken und Tun immer auch von unserer Seele, unseren Gefühlen mitbestimmt ist«, schreibt die Autorin in ihrer Einleitung. Was hinter vielfältigen Kinder- und Elternnöten stehen kann, macht sie mit ihren kleinen Fallgeschichten begreiflich, und sie lässt die Leser mitfühlen und mitschwingen, so dass es zu ständigen »Aha-Erlebnissen« kommt.
So berichtet sie in einer ihrer vielen Geschichten von einem achtjährigen Jungen, der »gelegentlich seinen Gelüsten nachgibt«, sich von bunten Stiften oder Geldmünzen verführen lässt. Er nimmt sich diese Vergehen selbst übel, leugnet sie hartnäckig, weil er das seinen Eltern erst recht nicht eingestehen kann, die natürlich die Angst plagt, ihr Kind könnte auf Abwege geraten. Dieser Junge wünscht sich ein Zimmer, angefüllt mit schaumiger, süßer Zitronencreme. Gefühlsregungen wurden in dieser Familie stark abgewehrt, die Kinder streng zur Leistung erzogen. »Die Sehnsucht nach Nähe und Zärtlichkeit ist tief ins Dunkle der Seele des kleinen Jungen gesunken«, aber sein Begehren hat sich über seine kleinen »Vergehen« Luft verschafft. Die Eltern wurden gezwungen, über sich und ihren Sohn nachzudenken – und der Leser wird mitgenommen, ist als Dritter gleichsam immer dabei.
Der Erfolg ihres Buches hat Ursula Neumann recht gegeben. Es ist sicherlich eines der meist gelesenen Bücher, das von einer analytischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin in den vergangenen Jahren verfasst wurde. Ich meine, weil die Autorin, gänzlich unangestrengt, fern von allen Eitelkeiten schreibt, und das immer in einer anschaulichen, gütigen und liebevollen Weise. Niemand wird beschuldigt oder gar diskriminiert. Das Buch spiegelt die Reife eines Menschen, der sich während seines langen Lebens damit befasst hat, dass Erziehung »zwischen den Herzen von Eltern und Kindern« stattfindet und nicht in deren Köpfen. Diesem Buch können sich Eltern darum auch ohne Befangenheiten nähern, ohne in Angst und Abwehrverhalten zu geraten, wie das leider bei Elternratgebern gelegentlich der Fall ist." (
Dr. Hans Hopf, »Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie« )
"Hier ist das nützliche Elternbuch.
«Kleine Kinder brauchen die emotionale Erfahrung, angenommen und geliebt zu werden. Und sie brauchen Eltern, die ihnen Orientierung geben, damit sie sich in einer immer komplizierter werdenden Welt zurechtfinden», heisst es zum Buch von Ursula Neumann, die Erzeihungsfragen undogmatisch und lebensnah beantwortet. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, die reiche Gefühlswelt von Kindern verständlich zu machen. Diese erweiterte Neuauflage beleuchtet alle wichtigen Aspekte aus dem Leben der Kinder und Eltern." (
www.kulturonline.ch, Roland P. Poschung )
»Ursula Neumann weckt in ihrem einfühlsamen psychologischen Lesebuch Verständnis für kindliches Erleben und Verhalten. Sie nimmt die klassischen Problemfelder der Kindererziehung in den Blick, greift Erziehungsfragen wie Trösten, Toleranz, Trotz und Eifersucht auf-undogmatisch, lebensnah, anhand von exemplarischen Szenen und Beispielen.« (
neue Gespräche )