Wer meint, schon genug Ratgeber zum Thema "Erziehung" gelesen zu haben, sollte vielleicht doch noch einen Blick in dieses Buch werfen. Zugegeben: Der Titel klingt reißerisch. Man meint schon zu wissen, worauf der Autor hinaus will: wieder einmal ein Plädoyer fürs Autoritäre!! Doch leider falsch: Bastian wirbt für den autoritativen Erziehungsstil. Thema des Buches: "Kinder überschreiten mit großer Ausdauer Grenzen, um diese kennenzulernen. Wie können Eltern mit diesen notwendigen Übergriffen umgehen?"
Erwartungen über eine bloße "Rezeptsammlung" für den familiären Alltag werden erfreulicherweise enttäuscht. Die Hauptthese des Buches lautet sinngemäß:
"Eltern und Kinder haben gegensätzliche Bedürfnisse und Interessen, weshalb Konflikte unvermeidlich sind. In jüngster Zeit führt aber ein immer stärkerer Wunsch nach Harmonie zwischen den Generationen dazu, dass Konflikte nicht mehr offen ausgetragen werden."
Mit großem Tiefgang deckt Bastian geschichtliche und psychologische Hintergründe dieser bedenklichen Entwicklung auf und macht deutlich, dass Eltern ihren Kindern ganz und gar keinen Gefallen tun, wenn sie einfach nur "der beste Freund" ihrer Kinder sein wollen und damit der Verantwortung ihrer zwangsläufig oft unangenehmen Rolle als Eltern entfliehen.
Besonders empfehlen möchte ich das vierte Kapitel, wo es unter anderem um die Ursachen und Formen von Elternangst geht.
Ausführliche Literaturhinweise machen Lust aufs Weiterlesen.