Meine Sammlung an Büchern zum Thema "Kinder und Fernsehen" bzw. "Kinder und Medien" füllt inzwischen schon mehrere Billy-Regale. Doch dieses Buch hier ist definitiv das beste, was es derzeit zum Thema am Markt gibt.
Jones legt in seinem Werk plausibel dar, dass Medien nicht die (alleinige) Ursache von Gewalt, Schulversagen etc. von Kindern und Jugendlichen sind. Vor allem zeigt er auf, dass Kinder oftmals ganz andere Dinge aus den Medieninhalten mitnehmen, als es die erwachsenen Kritiker vermuten. Besonders eindrucksvoll fand ich hierzu das Kapitel, in dem er darlegt, dass "Pokémon" nicht etwa wegen der gezeigten Gewalt bei den Kindern so populär ist, sondern weil sie in der Erziehung und Ausbildung der Phantasiemonster, die in der Serie episch erzählt wird, ihre eigene Ontogenese wiedererkennen.
Auch räumt Jones mit einigen gängigen Vorurteilen der Medienwissenschaft auf, indem er beispielsweise die simple, aber bahnbrechende Erkenntis liefert, dass das oft zitierte Bandura-Experiment eben nicht beweist, dass gewalthaltige Filme Kinder gewalttätig machen, sondern das Gegenteil. Denn die Kinder der Versuchsgruppe hätten nach dem Film ja eine Stoffpuppe verhauen und nicht sich gegenseitig.
Ein weiterer Verdienst dieses Buches ist, dass es sprachlich für Laien nachvollziehbar, für Profis aber trotzdem nicht zu trivial daher kommt. Deswegen ist "Kinder brauchen Monster" für interessierte Eltern ebenso geeignet, wie für Pädagogen und Medienmacher.
Sicher schreibt Jones tendenziös, denn er gehört eindeutig zur "pro Medien"-Fraktion und leugnet dies auch nicht. Aber er bleibt in seinem Buch immer sachlich und konstruktiv, was man von den meisten medienkritischen Büchern leider nicht behaupten kann.
Insgesamt ist "Kinder brauchen Monster" deswegen momentan meine "Bibel" wenn es um die Diskussion um Kinder und Medien geht und daher ein "must have" für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt.