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5.0 von 5 Sternen
Nicht die fiktive Gewalt ist das Problem, 20. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Kinder brauchen Monster: Vom Umgang mit Gewaltphantasien (Taschenbuch)
Das ist der Grundtenor des Buches. Kinder haben Gewaltphantasien, die sie mit Spielzeug und Gegenständen des Alltags ausleben. Die Analogie zur tatsächlichen Gewaltausübung ist zwar nahe liegend, aber sicher nicht richtiger.
In der immer wieder kehrenden Diskussion um Mediengewalt bleibt ein Aspekt unberücksichtigt: Das Versagen von Eltern und professionellen Pädagogen bleibt außen vor, vielmehr wird Mediengewalt als Sündenbock auserkoren, anstatt sich tatsächlich relevante Faktoren für reale Gewalt anzuschauen. Relevanter als fiktive Gewalt sind viel mehr tatsächliche Frustrationen und Verletzungen. Dabei ist es nicht so relevant, ob sie durch Eltern, Lehrer oder Gleichaltrige geschehen.
Gerard Jones zeigt alternative Erklärungen auf und begründet sie einleuchtend. Dabei lässt er Belege aus wissenschaftlichen Quellen nicht missen. Dabei leidet die Lesbarkeit für halbwegs fachlich vorgebildete Leser nicht, obwohl es weiter geht als einschlägige populärwissenschaftliche Publikationen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das derzeit beste Buch zum Thema, 8. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Kinder brauchen Monster: Vom Umgang mit Gewaltphantasien (Taschenbuch)
Meine Sammlung an Büchern zum Thema "Kinder und Fernsehen" bzw. "Kinder und Medien" füllt inzwischen schon mehrere Billy-Regale. Doch dieses Buch hier ist definitiv das beste, was es derzeit zum Thema am Markt gibt.
Jones legt in seinem Werk plausibel dar, dass Medien nicht die (alleinige) Ursache von Gewalt, Schulversagen etc. von Kindern und Jugendlichen sind. Vor allem zeigt er auf, dass Kinder oftmals ganz andere Dinge aus den Medieninhalten mitnehmen, als es die erwachsenen Kritiker vermuten. Besonders eindrucksvoll fand ich hierzu das Kapitel, in dem er darlegt, dass "Pokémon" nicht etwa wegen der gezeigten Gewalt bei den Kindern so populär ist, sondern weil sie in der Erziehung und Ausbildung der Phantasiemonster, die in der Serie episch erzählt wird, ihre eigene Ontogenese wiedererkennen.
Auch räumt Jones mit einigen gängigen Vorurteilen der Medienwissenschaft auf, indem er beispielsweise die simple, aber bahnbrechende Erkenntis liefert, dass das oft zitierte Bandura-Experiment eben nicht beweist, dass gewalthaltige Filme Kinder gewalttätig machen, sondern das Gegenteil. Denn die Kinder der Versuchsgruppe hätten nach dem Film ja eine Stoffpuppe verhauen und nicht sich gegenseitig.
Ein weiterer Verdienst dieses Buches ist, dass es sprachlich für Laien nachvollziehbar, für Profis aber trotzdem nicht zu trivial daher kommt. Deswegen ist "Kinder brauchen Monster" für interessierte Eltern ebenso geeignet, wie für Pädagogen und Medienmacher.
Sicher schreibt Jones tendenziös, denn er gehört eindeutig zur "pro Medien"-Fraktion und leugnet dies auch nicht. Aber er bleibt in seinem Buch immer sachlich und konstruktiv, was man von den meisten medienkritischen Büchern leider nicht behaupten kann.
Insgesamt ist "Kinder brauchen Monster" deswegen momentan meine "Bibel" wenn es um die Diskussion um Kinder und Medien geht und daher ein "must have" für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigt.
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