Das "Kinder-Verwirr-Buch", eines der beiden Kinderbücher des Dichters Joachim Ringelnatz, wird seinem Namen in der Tat gerecht. Der Autor, der der Meinung ist, daß nur das Alltägliche in der Lage ist, Kinder zu verwirren, und daß dazu das "Sonderbare und Merkwürdige" nicht imstande ist, versammelt hier eine Fülle von Gedichten, kleiner Erzählungen und Reimen, die von Kindern nicht zu ernst genommen werden wollen. Viele herrliche Zeichnungen des Autors verdeutlichen den Nonsense-Charakter der Gedichte, die sich um den Rührei- oder Spiegelei legenden Osterhasen, den 6-beinigen Elefanten oder um das Schlängelchen, das zum Teufel und Engelchen kam, drehen. Neben diesen Gedichten ist auch das "Rätselhafte Ostermärchen" vom Frackverleiher Heinrich Ostermeier, die komisch-traurige Geschichte vom blinden, immer vor sich hinlachenden Hexenkind Ilse Watt, von Emmanuel Pips, dem äußerst bescheidenen und gripslosen Kammerjäger "vom linken Ufer des Mississipps", der am Schwips stirbt, von der schwindsüchtigen, vor jedem Zug strammstehenden Sauerampfer beigefügt. Nach der Anleitung zum Bau einer Windmühle beendet der "Brief eines Kindes an Ringelnatz" das Buch, in dem dieses ganz empört die Verwirrungen auflöst und der Autor in seiner Antwort ironisch zugibt sich geirrt zu haben und dies damit scherzhaft begründet, in der Schule wohl nichts gelernt zu haben. Während der Titel sich zwar auf die Lesergruppe der Kinder bezieht, würde ich dieses spielerisch komische Buch vor allem Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen.