Celia Rees - Die Kinder der sechsten Dämmerung
Hörbuchrezension. Dieses Buch ist irgendwie ein Jugendbuch und irgendwie ein Mystery-Thriller für Jugendliche, der am Ende dann doch reichlich kompliziert wird.
Es beginnt jedenfalls dramatisch mit dem Massenselbstmord einer Sekte, dem sich nur ein Mädchen verweigert. Sie verstecktz sich zwischen den Toten, um nicht vom "Advokaten" gefasst zu werden, und nur dadurch, dass der finstere Advokat bei seiner Suche nach ihr durch die Polizei gestört wird, gelingt ihr die Flucht.
Schnitt: Auf einer namenlosen Insel herrscht Endzeitstimmung. Eine irgendwie archaisch wirkende Kultur muss sich mit Götterbestien (Reptilienartige mit Federn) herumschlagen, die mit einer menschlichen Priesterkaste auf einem Berg leben und grausame Opfer fordern. Irgendwie klingt das für mich alles ein bisschen nach der Götterwelt der Inka oder Maya, wird aber explizit nicht bestätigt.
Dann gibt es da ein Mädchen und einen jungen Mann, die sich angeblich opfern sollen, damit die Welt wieder im Einklang ist.
Ich stelle gerade beim Schreiben dieser Rezension fest, wie schwierig es ist, die verschiedenen Handlungsstränge, die Celia Rees so gekonnt verwoben hat, auseinanderzudröseln. Es geht um Esotherik, Mystik, Magie, uralte, böse Götter, Reisen durch die Zeit, Geheimnisse und das Ende der Welt. Und um Schicksale, die unterennbar miteinander verwoben sind.
Es geht mal wieder um den Kampf Gut gegen Böse und um einen bösen, gefallenen Gott (denn Herrn der Fliegen = den Teufel), der sich selbst mithilfe von Magie in einem willfährigen menschlichen Diener reinkarnieren will.
Und so lässt mich das Hörbuch mit seiner wirklich bombastisch-vielschichtigen Handlung seltsam berührt zurück. Seltsam, weil es den Hörer irgendwie mit seiner Komplexizität erschlägt und seltsam, weil ich persönlich mich emotional nicht zu 100 % andocken konnte.
Unterhaltend ist es, wenn man sich darauf einlässt. Gelesen ist es gut, ohne Over-Acting. Begeistert hat es mich indes nicht. Dazu hat die Autorin zuviel hineingepresst. Sehr gehaltvoll, vielschichtig und schwer verdaulich würde man es nennen, wenn es eine Speise wäre. Von mir daher 3 Sterne.