Dieses Buch ist kein fiktiver Roman, sondern der Tatsachenbericht der 10jährigen Helma, die in Ostpreussen die russische Besatzungszeit erlebt. Was ihr und ihren Geschwistern zuerst wie ein spannendes Abenteuer erscheint, wird zum knallharten Überlebenskampf, zum Teil in russischen Arbeitslagern, zum Teil auf der Flucht, immer auf der Suche nach etwas zu Essen. Nicht alle Geschwister überleben diese Zeit.
Gerade für mich, fast schon zwei Generationen nach dieser Zeit geboren, war dieses Buch sehr beeindruckend und bedrückend, weil die tägliche Not so deutlich wurde. Wer kann sich heute noch vorstellen, wochenlang gekochte Brennnesseln zu essen - und sonst nichts? Oder eine Brotscheibe für 8 Personen, und dann am nächsten Morgen wieder zum Arbeitseinsatz?
Mir jedenfalls half es, so manche "Marotten" meiner Großeltern zu verstehen - warum oft völlig wertloses Zeug gehamstert wurde oder man selbst knochentrockenes Brot noch zum Eintunken nahm...
Ich kann das Buch allen sehr empfehlen, die sich für diese Zeit interessieren, es ist anschaulich und nie langweilig zu lesen.