Kurzbeschreibung
Erinnerungen von Überlebenden werden durch das Prisma der Psychoanalyse betrachtet und daraufhin untersucht, wie menschliches Verhalten durch Extremtraumatisierungen geprägt und dauerhaft bestimmt wurde. Nach ihrer Befreiung durch die Alliierten haben sich die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft in alle Welt aufgemacht und sich mit dem Neuaufbau ihrer materiellen Existenz beschäftigt. Ein »Vorhang des Schweigens« sank zunächst herab. Offenbar war eine zeitliche und räumliche Distanz notwendig, bevor - nach einer Art Latenzperiode - die Überlebenden ihre Erinnerungen zulassen konnten und auch die Therapeuten fähig waren, sich mit diesen neuartigen Problemen auseinandersetzen zu können. Erfahrene Psychoanalytiker berichten in Fallgeschichten von Kindern der Opfer des Nationalsozialismus und von Täterkindern. Die Autoren setzen sich dabei mit grundlegenden theoretischen und klinischen Aspekten ihrer Arbeit auseinander. Sie zeigen, daß es in bestimmten Zusammenhängen vergleichbare Beobachtungen gibt und daß die Entschädigungspraxis deutscher Behörden einer Fortsetzung der Verfolgung mit anderen Mitteln gleichgekommen ist.