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Kinder der Nacht. Roman
 
 
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Kinder der Nacht. Roman [Taschenbuch]

Jean Cocteau
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 1998 --  
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 119 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 5., Aufl. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608953493
  • ISBN-13: 978-3608953497
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 11,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 810.091 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Steinbach
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dies ist die Geschichte einer jugendlichen Separatwelt, eines Gespinstes von Riten, Bewußtseinszuständen und Gewohnheiten, mit der beglaubigten Wirklichkeit nur durch wenige Fäden verbunden. "...niemals fürchtete sie, ihre Freunde könnten auch auf Rauschgifte verfallen, denn sie handelten unter dem Einfluß einer eifersüchtigen, natürlichen Droge, und hätten sie Rauschgift genommen, so wäre dies so viel gewesen, als wolle man weiß auf weiß, schwarz auf schwarz malen." -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Autorenporträt

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Cocteau, Jean frz. Schriftsteller, Maler und Filmregisseur *5.7.1889 Maisons-Laffitte (bei Paris) †11.10.1963 Milly-la-Forêt Kinder der Nacht, 1929 Jean Cocteau gilt als Universaltalent, war Lyriker, Dramatiker, Romancier, Essayist, Maler, Filmregisseur und Kunstkritiker in einer Person. Für Igor Strawinsky (1882-1971), Arthur Honegger (1892-1955) und Darius Milhaud (1892 bis 1974) schrieb er Opernlibretti sowie Ballettvorlagen und entwarf die Dekorationen und Kostüme für ihre Aufführungen. Bei den Filmen, deren Drehbücher er verfasste, führte er auch Regie. Cocteau entstammte großbürgerlichen Verhältnissen. Ab ca. 1912 kam er mit vielen namhaften Dichtern, Malern, Musikern und Choreografen seiner Zeit in Kontakt. Entscheidend war die Begegnung mit Sergej Diaghi- lew (1872-1929), dem Leiter der einflussreichen "Ballets Russes", der ihn aufforderte: "Überraschen Sie mich!". Zeitlebens trachtete Cocteau fortan danach, sein Publikum zu überraschen, indem er den künstlerischen Strömungen einen Schritt vorauszueilen suchte. Seine größten Erfolge sind der Künstlerroman Thomas der Schwindler (1923), eine eigenwillige "Bewältigung" des Ersten Weltkriegs, das den antiken Mythos aufgreifende Drama Orpheus (1926) sowie der Roman Kinder der Nacht (1929). 1955 wurde Cocteau in die Académie Française aufgenommen. Biografien: F. Brown, Ein Skandal fürs Leben, 1980; F. Steegmuller, Cocteau, 1973. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sowas hab ich gesucht 26. Juli 2002
Von Markus
Format:Gebundene Ausgabe
Was für ein Buch! Ich bin hellauf begeistert. Dieses Buch birgt den Bann der Liebe. Keiner kitschigen, romantischen Liebe, sondern Liebe, die sich dem irdischen entreißt und absoluter Reinheit entgegenstrebt. Bar jeder Körperlichkeit, jeder Freundlichkeit.
Cocteau hat es geschafft, mich von dieser Welt hinfort und in Sphären zu führen, in denen nur klare und reine Emotionen voller Deutlichkeit und Kälte und dadurch bedingungsloser Aufrichtigkeit herrschen. Die Schleier der Vorstellung werden sanft zerrissen und übrig bleibt etwas elementares.
Grob die Story: Es geht um ein Geschwisterpaar (Paul und Elisabeth), die sich eine gemeinsame Welt voll geheimnisvoller Rituale, voller geheimnisvollen Verstehens geschaffen haben. Eine Welt, in der sie eins werden. In dieser Welt sind sie allein imstande, ihre tiefste Verbundenheit mit dem Anderen zu zelebrieren, ja, sich wahrhaft ihre Liebe einzugestehen, die des Geschlechtlichen nicht bedarf. Nach und nach finden noch zwei weitere Personen, Gerard und Agathe, Zugang zu dieser Welt. Sie erlangen erst das Vertrauen, schließlich auch die tiefste Verbindung mit diesen zwei völlig auf sich zurückgeworfenen Geschwistern. Doch irgendwann schlägt dann doch die weltliche und profane Liebe zu. Agathe verliebt sich in Paul und andersrum. Und Gerard außerdem noch in Elisabeth, aber das ist nebensächlich. Nun gesteht jetzt erst Agathe, dann auch Paul ihre Liebe der Elisabeth. Das wiederum ist der Elisabeth ein Grauen, sie fürchtet um ihr Leben. Denn ihr Leben hängt von Paul, ihrem Bruder, ab, und dieser droht ihr zu entgleiten. Also ersinnt sie eine List, die letztendlich dazu führt, dass Gerard und Agathe sich verheiraten. Doch Paul erholt sich von dieser Fügung nicht, vielmehr siecht er dahin, bis er schließlich zum Mittel des Freitodes greifen will. Schließlich glaubt er sich von Agathe verschmäht. Jetzt wird's richtig Shakespeare -mäßig, denn Paul gesteht mit seinen letzten Atemzügen Agathe seine Liebe. Diese beichtet ihm daraufhin die ihrige und so durchschauen beide das Komplott, welches Elisabeth geschmiedet hatte. Sie bringen ihr Hass entgegen. Sie wird ihren Bruder verlieren, seine Liebe noch vorher. Der Tod wird die einzige Möglichkeit bleiben, wieder vereint, wieder eins zu sein. So ergreift Elisabeth zum Revolver und erschießt sich vor den Augen des sterbenden Bruders. Der erkennt, dass diese Tat aus reinster Liebe geschah und strebt ihr nun willig im Tod entgegen.
So, dass die Zusammenfassung, insbesondere des letzten Teils. Und doch habe ich das wichtigste ausgelassen, denn das ist etwas, das sich nur schwerlich beschreiben lässt. Das ist der Bann, das ist die Magie, die durch die Sprache Cocteaus, durch seine überragenden literarischen Fähigkeiten, heraufbeschworen wird. Jeder Gedankengang erscheint aus der jeweiligen Position zwingend. Das tragische Finale der Geschichte unausweichlich. Es gibt keine Hoffnung, wahre Liebe kann in der Welt nicht bestehen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein Geschwisterpaar, Elisabeth und Paul, leben mit ihrer kranken Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Ihre reale Welt braucht Phantasie zum Überleben und die beiden schaffen sich diese in inniger (Geschwister-)Liebe in ihrem gemeinsamen Zimmer. "Verreisen" heißt allein sein wollen, aber fest steht für jeden von beiden, dass der jeweils andere ähnlich einer Drogenabhängigkeit gebraucht wird.
Cocteau schafft die Beschreibung einer menschlichen Existenz, die ausgesetzt und vom Leben umspült wird. Er lässt Bilder im Vorbeigehen entstehen, von sinnlicher Anschaulichkeit und von ebenso bedrängender Realität. Das Zusammenspiel von Notwendigkeit und Zufall in dem Leben der beiden nach dem Tod ihrer Mutter ist grandios und man spürt, dass Leichtigkeit den Weg des Guten öffnet und dass sich deren Liebe zueinander auswirkt auf deren Umgebung. Aber: Um ihre vermeintliche Sicherheit wegen, verlassen sie ihre "Insel" (die Idee des Zimmers) nie wirklich. Die harte Realität lässt sich aushalten im Wissen um den möglichen Rückzug in die Phantasiewelt. Und letztendlich, wo die Gefahr des letzen Scheiterns und die Vergeblichkeit des Willens durch nach Außen gerichtete Liebe so präsent werden, bleibt - um das ewige Zusammensein zu zementieren - der gemeinsame Tod, der aber in den letzten Zügen die Beichte einer wahren, realen Liebe zu Agathe möglich macht. Das Reale hängt nur am seichten Faden, nur der Tod scheint real und sich dem surrealen Leben zu entziehen.
Über allem schwebt - zumindest für Paul - sein ehemaliger Schulkamerad als Held. Trotz der Verletzung nach einer Schneeballschlacht bleibt Pauls Verehrung bestehen, sein Leben wird zeitweise in eine "als ob" Verkörperung seines Helden transformiert und dennoch bleibt dieser letztendlich im Verborgenen einer Schublade, die der Ort geschwisterliche Geheimnisse geworden ist.
Ein meisterliches Werk des Jean Cocteau. Ein Werk, welches die Sinne des Lesers erfasst, nicht mehr loslässt und daher dieses Leseerlebnis dieser kompakten Geschichte leider nur zu einem Tagesereignis macht. Gott sei Dank ist das Buch real, es lässt sich nochmals lesen.
Absolut Lesenswert!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
"Ich will nicht schlafen. Das lässt sich nicht träumen."
Aus einem Gedicht von Günter Grass

"Ob ich schreibe, ob ich filme, ob ich male - ich errege Anstoß."
Jean Cocteau

Cocteau ist einer dieser Dichter (denn als Dichter bezeichnete er sich sein Leben lang, auch wenn er vor allem Filme machte und auch sehr begabte Erotische Zeichnungen) die einem das Herz erwärmen, weil sie so originell und doch im Ganzen so natürlich sind. Seine belebenden Gedichte, seine fassende Art zu erzählen und seine klar ausgerichtete künstlerische Freiheit (Cocteau war auf beinahe allen künstlerischen Ebenen aktiv, befreundet mit Picasso und hatte Verhältnisse mit Männern und mit Frauen) machen ihn und auch dieses wundervolle Buch zu Lichtgestalten in einer oftmals heute erstarrten Grautönigkeit.

Dabei ist an diesem Buch vom Inhalt her nichts Lichtes. Die ganze Zeit schwankt es in einer unbedrohlichen Dämmerung umher; der Hauptteil der ganzen, lebendigen Gefühlsoffenbarungen spielt sich in der Nacht ab, denn die beiden Geschwister Elisabeth und Paul, sind nun mal "Kinder der Nacht".

Ich zögere genaure Angaben über den Inhalt zu machen, denn jede Festlegung scheint mir bei diesem Buch wie eine Ausfahrt, wie ein Ablenken von diesem wunderbaren, ganz in sich stimmigen Traumrausch, den man während des Lesens erlebt. Weder ist dieses Buch ein surrealistisches Buch, noch kann man es ein reales Buch nennen. In wunderlicher Weise bezieht es aus beidem sein Nötigstes und lebt zwischen beidem wie im Schwebezustand. Jeder Satz, jeder Absatz ist wie ein kleiner Atemzug, im ganzen Leben des Buches; das ganze Buch eine kleine, aufs wunderbarste in den Zauber des Behütenden eingefasste Welt.

Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte; es ist eine wunderbare Erfahrung von Kindheit, Furcht, lebendiger Regungen und traurigbizarrer Atmosphäre. Jeder sollte dieses Buch auf seine Weise erfahren, denn es steckt darin ein Urbild unser selbst, die wir, der Kindheit entwachsen, immer noch glauben, dass unsere Welt mehr zählt, als diese dort draußen.

Cocteau hatte also Recht: Er erregt Anstoß, aber nicht irgendwo draußen in der rohen Materie, sondern ganz drinnen, vielleicht bei etwas ganz vergessenem...
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