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5.0 von 5 Sternen
Vampir-Wissenschaft, 6. November 2007
Die amerikanische Ärtztin Kate Neumann arbeitet im Rumänien "nach Ceaucescu" in einer Kinderklinik und muss mitansehen, wie viele Kinder teils durch ihre Krankheiten, teils durch Achtlosigkeit des Personals umkommen. Ein kleines, schwerkrankes Baby erregt ihre Aufmerksamkeit : Kate adoptiert den Jungen und nimmt ihn mit in die USA, um ihm zu Hause helfen zu können. Dort - an einem ultramodernen Forschungsinstitut - kommt das Forscher-Team um Dr. Neumann der Krankheit des Jungen und einer aufsehenerregenden Anomalie auf die Spur... Die eigentliche Handlung von "Kinder der Nacht" ist in einen Rahmen aus Rückblenden des "echten" Vlad Dracula gewoben, die nach Aussage des Autors im Nachwort, als historische Schilderungen belegt sind. Wieder einmal kommt ein Roman des SciFi- und Horror-Autors Dan Simmons stark verspätet nach Deutschland und wieder einmal ist es ein kleines Meisterwerk. Die Story handelt von echten Vampiren und Simmons schafft es dennoch, einen wissenschaftlichen Horror-Roman zu schreiben, der keine Sekunde unglaubwürdig ist. Die Hauptpersonen Kate (handelt als echte "Mutter") und Mike O'Rourke (bekannt aus "Sommer der Nacht", ein nicht ganz waschechter Priester) versuchen, dem Geheimnis in Rumänien auf die Spur zu kommen. Von hier an wandelt sich der Medizin-Stoff in einen Action-Thriller mit Lovestory-Elementen. Die Spannung steigert sich bis zum unerwarteten Ende... Die Schilderung der Blutkrankheit des Babys sowie die Entdeckung seiner Besonderheit sind zwar teils im medizinischen Fachjargon geschrieben, dennoch versteht man, was gemeint ist. Simmons beschreibt auch viele Orte in Rumänien, als hätte er jahrelang dort gelebt. Genial ist der Schluß, geschildert von Vlad "Graf" Dracula... FAZIT: Wieder ein Klasse-Roman von Simmons. 5-Sterne, aber dennoch etwas schwächer als das fantastische "Sommer der Nacht". Muss man gelesen haben!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Nicht der Beste Simmons, 22. August 2008
Dan Simmons mit kleinen Schrammen .... Zunächst vorneweg - ich liebe Simmons ! Die Kinder der Nacht ist nach vielen Seiten Simmons das erste Werk, dass ich mit zwiespältigen Gefühlen zur Seite lege. Simmons schafftt es auch hier den Leser mitzureißen. Das Bild, dass er von Rumänien nach dem Fall des Chaucescu - Regimes entstehen lässt ist beklemmend. Die Kälte des Ostblocks schlägt einem hier Seite für Seite entgegen. (Ob dieses Bild auch aus der Sicht eines mit Osteuropa vertrauten Lesers stimmig ist wage ich zu bezweifeln - hier ist noch sehr viel Kalter Krieg" aus Sicht der Amerikaner zu finden). Die Vampirgeschichte passt auch wunderbar in das graue Rumänien. Die immer zwischen den Kapiteln eingeflochtenen Erinnerungen von Vlad Tepesch (= Vlad der Pfähler = Dracula) geben den geschichtlichen Kern der Legende gut wieder und die Wege durch die Jahrhunderte sind ebenfalls mit ein paar netten Einfällen gespickt. Woran scheitert nun die Geschichte ? Zum einen ist vor allem der erste Teil (ca. 200 Seiten) ohne medizinische Fachkenntnis ziemlich zäh. Da der Vampirismus in dem Werk durch einen Gendefekt hervorgerufen wird, versucht uns Herr Simmons mit seinem Detailwissen rund um Virologie, Genforschung und Aidsforschung zu beeindrucken. Heraus kommen dann zig Seiten Roman, die sich wie eine unverständliche Krankenakte an einer Universitätsklinik lesen. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Das andere Problem liegt in der weiblichen Hauptfigur. Dass man zu einem Adoptivsäugling natürlich auch Muttergefühle aufbaut kann ich verstehen. Dass einem diese Gefühle aber von der nüchternen Wissenschaftlerin zu Superwoman" werden lassen, da wird es dann schon schwerer. Dass dieses Superwoman" dann auch noch zu einem Rachefeldzug gegen die Vampire aufbricht, der einen Arnold Schwarzenegger blass aussehen lassen würde schadet der guten Idee und dem Fortgang der Story gewaltig. Alles in allem. nette Ferienlektüre, aber für alle Simmons - Fans, die mit einer Erwartungshaltung wie bei Olypos, Illium oder den göttlichen Hyperionzyklus an die Sache herangehen eher eine ENTÄUSCHUNG.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dan Simmons geht das Vampir-Thema auf eine gänzlich andere, wissenschaftliche Weise an., 3. Januar 2008
"Kinder der Nacht" von Dan Simmons ist bereits 1993 und 1996 unter dem gleichen Titel bei Heyne erschienen, doch aufgrund der aktuellen Beliebtheit von Vampirliteratur wurde der Roman 2007 neu veröffentlicht. Und das zu Recht, denn die Geschichte, die der Autor erzählt, ist komplett anders aufgebaut als die meisten Vampirgeschichten. Sie ist keineswegs romantisch verklärt, sondern geht das Vampir-Thema auf eine gänzlich andere, wissenschaftliche Weise an. Die Ärztin Kate Neumann ist in Rumänien unterwegs und arbeitet dort in einem Waisenhaus. Sie muss mit ansehen, wie viele Kinder aus Achtlosigkeit oder dem Mangel an den nötigen Hilfsmitteln sterben. Besonders der Junge, von dem man nichts von seiner Vergangenheit weiß, beschäftigt sie. Das Baby kommt nur dann zu Kräften, wenn ihm Blut injiziert wird. In dem vom Krieg gebeutelten Land fehlen ihr die Mittel, um sich weiter mit dieser Krankheit und dem ihr lieb gewonnenen Kind zu beschäftigen, also adoptiert sie Joshua, wie sie ihn nennt. Sie nimmt ihn mit nach Amerika, doch schon bei der Ausreise wird klar, dass es manche Leute gar nicht gerne sehen, was sie da tut. Nur mit Hilfe des Priesters ORourke gelingt ihr das schwierige Unterfangen. Bei einer professionellen Untersuchung wird bei Joshua ein einzigartiges Organ in der Magengrube entdeckt. Dieses Schattenorgan ist dafür verantwortlich, dass das Baby Blut braucht, doch Kate gelingt es, einen künstlichen Ersatzstoff herzustellen. Joshuas einzigartiger Organismus gibt ihr zusätzlich die Hoffnung, ein Heilmittel für AIDS und Krebs zu finden. Doch schnell wird dieser Traum zerstört, denn die Ärztin wird von schwarzgewandeten und gefährlichen Männern verfolgt, die Joshua entführen wollen und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Was umgibt den Jungen für ein Geheimnis? Wird Kate das Rätsel lösen können? Simmons Roman ist unglaublich spannend. Von der ersten Seite an wird man in das Geschehen hineingezogen und kann sich kaum von den Seiten lösen. Die Geschichte fängt trotz ihrer Tragik eher harmlos an und steigert sich dann immer mehr zu einem actiongeladenen Thriller. Doch es finden sich auch Elemente eines Medizinromans, natürlich der mystische Aspekt und nicht zuletzt eine haarsträubende Verfolgungsjagd. Zusätzlich vermittelt der Autor uns ein Bild eines vom Krieg zerfressenen Landes, das unter starker Armut zu leiden hat. Die Geschichte Rumäniens ist extrem gut recherchiert, so dass man ganz nebenbei noch einiges lernt. Kate Neumann ist eine starke Hauptperson, mit der man sich sofort identifizieren kann. Sie wird von inneren Zweifeln geplagt und ist von der Liebe, die sie diesem kleinen Wesen entgegenbringt, das plötzlich in ihrem Leben aufgetaucht ist, manchmal sogar selbst überrascht. Im Laufe der Zeit entdeckt sie Seiten an sich, die sie zu Höchstleistungen anspornen. Obwohl diese Entwicklung rasant vonstatten geht, bleibt sie immer glaubwürdig. Dan Simmons spielt mit dem Mythos um Dracula und webt die historische Figur in eine wissenschaftliche Vampirgeschichte ein. Das ist nicht nur meisterlicht umgesetzt worden, sondern eröffnet den Lesern einen ganz neunen Ansatzpunkte auf die Frage, was wirklich hinter der Geschichte des Vampirismus steht. Einzig die häufige Verwendung von medizinischen Fachbegriffen ist für Laien auf diesem Gebiet stellenweise etwas ermüdend. "Kinder der Nacht" ist auf jeden Fall ein spannender Roman, ob man ihn nun als Thriller, mystischen Roman oder Wissenschaftsroman liest.
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