Eine große Überraschung war die Veröffentlichung des Films, endlich nach fast 60 Jahren.
1955 wurde dieser Film in der Lüneburger Heide gedreht. Trotz seiner Einteilung in die damals so beliebten "Rechtfertigungsfilme" (Kurze Erklärung: Filme, die die die Seele der Deutschen in der Nachkriegszeit etwas tätscheln sollten. Motto: Wir waren fair, wir haben nur Befehle befolgt, wir sind auch Opfer) sehe ich ihn als absoluten Meilenstein, was die Aufarbeitung des Themas Endkampf und verheizte Jugend anbetrifft und er sich so sehr deutlich abhebt von Kriegsabenteuerfilmen Marke "Hunde, wollt ihr ewig leben?", "08/15", "Der Stern von Afrika" etc.
Damit ist er (neben "Die Brücke" und "Die Abenteuer des Werner Holt", eine DEFA-Produktion) einer der ganz wenigen Filme, die die Atmosphäre und die Hintergründe der seelischen Vorgänge der Soldaten eindrucksvoll beschreiben.
Zum Film:
Eine Gruppe Jungendlicher haut aus der Schule in Stettin ab und schließt sich einer Wehrmachtskampfgruppe an, die gegen die anstürmenden Rotarmisten an der Ostfront kämpft. Eine Gruppe von Müttern, die die Kinder von der Schule nach Hause holen wollen, entscheiden sich nicht für die angeratene Rückkehr. Sie wollen die Kinder von der Front zurückholen. Also machen sie sich auf den Weg an die Front, und mehrere Szenen sind so eindrucksvoll, dass der geneigte Zuschauer noch lange darüber nachdenken wird.
Im hauptquartier bringen sie den General in Gewissensnöte, bis er ausruft: "Ich kann doch nicht bei all den Soldaten ann die Mütter denken!". Sie ziehen weiter an die Front, in ein Dorf, das von der "Kampfgruppe Dornberger" (großartig gespielt von Bernhard Wicki)gehalten wird. Auf dem Weg machen sie Rast in einem verlassen Gasthaus, wo nachts der erschöpfte Zug unter Führung eines Leutnants (gespielt von einem sensationellen Klaus Kinski) einkehrt. Einer der Soldaten (Maximilian Schell) will türmen und wird "an die Wand gestellt". Viele kleine Szenen, die einen Eindruck der Situation damals geben. Claus Biederstaedt als kiegsversehrter Versorgungssoldat und Hans-Christian Blech als Zugführer der Jungens besetzen weitere kleine, aber eindruckvolle Rollen.
Im Dorf angekommen treffen die Mütter auf die Jungens, einer ist bereits gefallen (die Mutter, Therese Giehse, bekam für die Rolle den Deutschen Filmpreis 1955). Die Kindersoldaten zeigen den Mütter die gegnerischen Sodlaten, die sie getötet haben und wollen nciht nach Hause. Sie seien ja Soldaten.
Jeder Junge hat andere Gründe, weiterzukämpfen, die Mütter haben jede andere Ängste. Nachdem der Hauptmann Dornberger etwas "weichgeklopft" wurde entschließt er sich, gegen den Befehl des Generals den Rückzug anzuordnen.
Im Gefechtsstand muss General entscheiden zwischen Kriegsgericht oder Orden. Die Jungens werden ausgezeichnet, die Kampfgruppe zieht weiter zum nächsten Einsatz. Nur die Jungens, die werden zurückgelassen. Von den alten Landsern, die sie einfach nihht mitnehmen.
Der Film ist in Teilen fast schon eine Charakterstudie diverser Soldatentypen. Leider wurde eine kleine Liebensgeschichte zwischen dem Hptm Dornberger und der Mutter eines der Kinder eingebaut, was zwar den die Gewissensbisse des Offiziers etwas beschreibt (rettet er die Soldaten wegen der Mutter, und macht diese auf Liebe wegen ihres Sohnes?), aber ist erträglich, finde ich.
Ausstattung: 1955 musste man sich keine Gedanken machen um orignale Uniformen. Alles Orignal, sehr eindrucksvoll zusammengestellt (Mischmach halt). Fahrzeuge sind zu 90% sehr gut, die Russen grifen mit britischen Cromwell-Panzern an (die Briten waren ja nebenan in der Lüneburger Heide).
Fazit: Einer der besten Filme zum Thema Ende des 2. Weltkrieges! Tolle Schauspieler, super Atmosphäre, sehr nachdenkliche Szenen.
Nichts für Actionfreaks (es gibt nur 2-3 Gefechtsszenen), aber ein Muss für "Denker".