Für Kinder kann es ein Albtraum sein, die gewohnte Umgebung aufgeben zu müssen, "nur" weil die Eltern umziehen. Aber es kann auch das ganz große Abenteuer sein. Tara, Hauptfigur aus "Wir Kinder aus dem Möwenweg" zieht mit ihren Eltern und den beiden Brüdern Petja und Maus in ein neues Reihenhaus. Schnell freundet sie sich mit den anderen Kindern an, die ebenfalls in den Möwenweg ziehen. Und während die Eltern Zäune setzen, Rasen sähen und ein Sommerfest vorbereiten, erobert sich die Gruppe der 8 Kinder die neue Umgebung. Da gibt es die Prototypen der unausstehlichen, kinderfeindlichen Nachbarn ebenso, wie die netten älteren Herrschaften nebenan. Auch die alleinerziehende Mutter und der dazugehörige Vater, der seine Söhne Vincent und Laurin zum Ausflug in den Zoo abholt, fehlen nicht. Kirsten Boie erzählt aus der Sicht von Tara. Da ist es nicht weiter verwunderlich, das es zu einem Gemenge stereotyper Figuren kommt. Sie erscheinen etwas klischeehaft, aber so werden die Erwachsenen von den Kindern wohl wahrgenommen. Richtig spannend ist das Buch nicht, aber das ist auch seine Stärke: Es ist nicht mehr als der Alltag, der geschildert wird, aber eben auch nicht weniger - und das ist aufregend genug.