Produktinformation
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Eine wunderbare Idee, die die beiden Autorinnen, Mutter und Tochter, da hatten: "Dieses Buch möchte ... auf Traditionen aufmerksam machen, die langsam aussterben oder bereits der Vergangenheit angehören", heißt es. Diese Traditionen sind wichtig, sichern in vielen Regionen dieser Welt das nackte Überleben. Und: Sie prägen die Einzigartigkeit eines Volkes, zeichnen individuelle Gesichter, machen Farbigkeit und Einmaligkeit aus. All das gibt eine Generation an die nächste weiter, ein Mechanismus, der vielerorts in Gefahr ist. So ist es eine faszinierende Reise, die aber auch nachdenklich macht.
Fernab von Politik und wirtschaftlicher Situation wird sehr liebevoll und einfühlsam aufgezeigt, auf welch unterschiedlichen Wegen Kinder in "ihre Gesellschaft hineinwachsen". So ist es ungemein spannend zu erfahren, dass es in Nepal ein Festtag ist, wenn ein Kind erstmals feste Nahrung zu sich nimmt. Dass marokkanische Kinder Tätowierungen gegen böse Geister kennen. Dass chinesische Kinder in der Grundschule die ersten der "einhundertvierzigtausend Schriftzeichen" erlernen. Oder dass im Sudan ein Kind als "Geschenk der schützenden Ahnen" gilt. Kurze Momente und Einblicke in so ganz unterschiedliche Leben -- farbig, schillernd, zutiefst beeindruckend!
Sehr zurückhaltend gehen die Autorinnen mit dem Text um. Sie bieten wenige, aber dafür außergewöhnliche Informationen, nur so weit wie nötig die sehr ausdrucksvollen Bilder unterstützend. Das ist äußerst angenehm, lässt Raum für eigene Gedanken, Empfindungen und Erkenntnisse. --Barbara Wegmann
Sie beschreiben die Lebensweise und -art von Kindern in ihren familiären Kontexten. Großformatige und sehr persönliche Fotos unterstreichen die knappen Texte über das Wohnen, die Essensregeln und -rituale, die Feste und Feiern. Die Bedeutung von Körperbemalung und Kleidung, der Tageslauf mit den Phasen der Jagd, Regeneration und dem Spiel wird aufgezeigt. Es geht um Zeremonien und auch um Traditionen.
Schon beim Durchblättern erfahrt man und frau viel über die Kinder und damit die Menschen aus Indien, Ghana, Tibet, Birma, Namibia, Jemen, Laos, Brasilien, Mexiko, Niger, Thailand, China, Korea, Peru, Brasilien, Sibirien, Vietnam, Burkina Faso und andere mehr.
Schade ist, dass der europäische Kinderalltag ausgeschlossen bleibt. Klar, den kennt man mal mehr und mal weniger. Eine ähnlich kurze Zusammenschau über die in den vielfältigen Regionen Europas doch sehr unterschiedlich lebenden Mädchen und Jungen hätte das Buch allerdings zum wirklich umfassenden Gesamtwerk gemacht. Das Signal der eigenen Kulturidentität wäre sicher nicht verkehrt gewesen.
Trotzdem: es bleibt ein Buch voller beachtlicher Beobachtungen, ein einfühlsamer Kanon von Kultur, Lebensart, Lebenskampf und Lebensfreuden von Kindern dieser Welt. Sensibel, authentisch, offen, großartig.
© Uli Geißler, Freier Journalist
Mit ethnologischem Wissen und psychologischem Gespür haben Martine und Caroline Laffon den Nachwuchs bis zur Initiation der Jungen und Mädchen in die Gemeinschaft der Erwachsenen begleitet - zum Beispiel bei den Nenet in Alaska, den Uiguren in China, den Bondo in Indien, den Wodaabe in Niger und den Yao in Vietnam. Die Vorbereitung für das Leben in der Gemeinschaft beginnt früh. So lernen in Birma schon fünfjährige Mädchen traditionelle Speisen herzustellen. Bei den Inuit wissen die Kinder schon früh, dass Rentierohren an die Kapuzen gehören, weil sie das Gehör des Jägers schärfen. Die Mossi in Burkina Faso schicken schon kleine Jungen mit Blasrohr und Pfeilen auf die Jagd, während die Hirten im Tschad schon von früh an im Stehen schlafen können.
Körperschmuck, Nahrung, Familie, Schule und Tradition sind die Themen in diesem faszinierenden Fotoband. Texte und Bilder fügen sich zu einem faszinierenden Bild kindlicher Welten zusammen. Dabei vermischen sich Vertrautes und Fremdes auf spannende Weise und führt doch zu etwas gemeinsam Menschlichem, was nur unterschiedlich gelebt wird.
Ein unaufdringliches Plädoyer für die Achtung der Kinder überall auf der Welt. Bedeutsam ist das Buch in jeder Zeit. Umso mehr aber dann, wenn auf der Welt Krieg geführt wird. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, achtlos das Sterben von Kindern in Kauf zu nehmen.
Kinder sind der wichtigste Reichtum den wir haben. Gemeinsam, überall auf der Welt.
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