Um einen groben Überblick zu erhalten, finde ich den Ratgeber ganz gut.
Die Autorin erläutert die verschiedenen Formen (Bilderbuch, Märchen, Erstlesebuch etc.) und für welche Altersgruppen sie jeweils geeignet sind.
Als störend empfand ich die schrecklich unübersichtliche Gliederung. Meist wusste ich nicht genau, zu welchem Kapitel der Abschnitt, den ich gerade las, gehörte. Zudem fällt negativ auf, dass die Autorin in mehreren Fällen ankündigt, sich mit einem Thema zu befassen, und dieses dann nicht mehr erwähnt. Oder auch: "Entweder man macht es so und so." Und dann kommt ein neues Thema, ohne dass der Leser eräfhrt, was denn oder gewesen wäre.
Der Text ist nicht gerade fehlerfrei, dennoch lässt es sich die Autorin nicht nehmen, zukünftige Kinder- und Jugendbuchautoren darauf hinzuweisen, dass Rechtschreibfehler ungünstig sind.
Außerdem rät sie am Ende, sich doch an einen Dienstleistungsverlag zu wenden. Sie grenzt diese Verlage zwar von Druckkostenzuschussverlagen ab, letztendlich läuft es aber auf das gleiche hinaus. Vermutlich besteht da ein Zusammenhang mit der Anzeige eines solchen Verlags am Ende des Buchs.
Alles in allem würde ich sagen, dass sich die Lektüre dieses Ratgebers nur lohnt, wenn man noch nicht viel bis gar nichts zu diesem Thema weiß und sich erst einmal grob orientieren möchte. Wenn es jemandem wirklich darum geht, am eigenen Schreibstil zu arbeiten, rate ich dazu, einen anderen Ratgeber zu suchen, denn in "Kinder- und Jugendbuch schreiben" gehen die Tipps nie über die allgemeingültigen Regeln hinaus, die in jedem anderen Ratgeber auch zu finden sind. "Von der Idee zum fertigen Text" von Mara Laue beispielsweise ist hingegen wirklich hilfreich. Zwar geht es nicht explizit um Kinder- und Jugendbücher, aber eigentlich sollte jeder in der Lage sein, die Inhalte auf ein anderes Genre zu übertragen und gegebenenfalls zu modifizieren.