Was ist Herzensbildung?
Vor einiger Zeit habe ich ein Buch über den Iran rezensiert und dort gelesen, dass in Teheran ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle in der Stadt vorhanden sei, eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich bestünde. Genau diese Kluft ist ein Thema des Films.
Hauptthema aber ist die Herzensbildung von Menschen, die in der Familie, in der die Kinder Ali und Zahra leben, besonders ausgeprägt ist und durch die sich das Zusammenleben der Familie, selbst in großer Armut erträglicher gestaltet, weil die Menschen sehr respektvoll sowie generell sehr feinfühlig miteinander umgehen.
Ich möchte bewusst nicht auf die Filmhandlung eingehen, in der ein paar verlorene Mädchenschuhe Auslöser für das dann folgende Geschehen sind, weil ich die Spannung nicht mindern möchte. Geschwisterliebe, gegenseitige Hilfsbereitschaft, das Entwickeln von fast übermenschlichen Kräften, um für den anderen etwas Gutes zu tun, Nächstenliebe in vielen Formen werden vom iranischen Drehbuchautor und Regisseur Majid Majidi immer wieder fokussiert und machen deutlich, dass dies die Grundbedingungen vernünftigen Zusammenlebens sind und der Motor dafür, gemeinsam kreativ Positives zu bewegen.
Am Beispiel des kleinen Jungen Ali kann man sehen, wie sehr ein Mensch über sich selbst hinauszuwachsen in der Lage ist, wenn er sich selbst vergisst und ausschließlich das Wohl eines Dritten im Auge hat.
Pädagogisch sehr wertvoll, besonders empfehlenswert.