Die Normandie ist auch noch so ein Gebiet, welches mich reizt, zu bereisen …
Nun habe ich erst einmal einen historischen Roman gelesen, der mir einige wunderschöne Lesestunden beschert hat…
Ich darf euch davon berichten …
Inhalt:
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Wir befinden uns im Jahr 936. Die Handlung ist auf drei Strängen aufgebaut, innerhalb derer man zwischen Normandie, Bretagne und Franken hin und her wechselt, was nicht ganz einfach ist, man muss sich hineindenken, um komplett verstehen zu können, aber das Hineindenken fiel mir nicht schwer, weil die Handlung interessant aufgebaut ist und man auf Grund des bildhaften Schreibens sehr schnell in die Handlung involviert ist.
Das Kloster Saint-Ambrose ist erster Handlungsort, es geschieht ein Überfall. Die Ordensfrauen, die im Kloster lebten starben allesamt bei diesem Überfall. Nur Mathilda und Arvid können entkommen. Mathilda ist ein Waisenkind und lebte im Kloster und Arvid wurde im Kloster gepflegt, da er verwundet war.
Sie müssen flüchten und die Angreifer sind ihnen auf den Fersen.
Das Geheimnis des Buches: Die Herkunft der beiden Flüchtenden ist für den Leser ungeklärt, man muss durchhalten bis fast zum Ende. …
Was die beiden über sich wissen, ist nicht viel. Mathilda ist schon seit sie denken kann im Kloster, und bisher ging es ihr gut, sie hatte kein Interesse, zu erfahren, woher sie kommt. Anders sah es da schon bei Arvid aus. Er hatte kürzlich erfahren, dass er der Verwandte ist von einem mächtigen Mann, der ihn lieber tot als lebendig sehen würde.
Man kann sich denken, dass Mathilda und Arvid, die beiden jungen Menschen, die ihr Schicksal vereint, bald mehr füreinander empfinden werden, als nur das Gefühl der Leidengenossenschaft. Aber diese Szenen sind keinesfalls irgendwie kitschig, sondern passen sich prima in die historische Handlung ein.
Nicht immer können sie gegenseitig aufeinander aufpassen, aber dennoch sind sie irgendwie immer füreinander da und finde sich immer wieder im Lauf der Handlung, was mir als Leser, der die beiden Charaktere sehr lieb gewonnen hat, besonders gut gefallen hat.
Leseprobe:
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Arvid war dabei, als man den Toten von der Insel holte und in einen Sarg bettete. Die Männer teilten sich auf – die einen brachten den Leichnam nach Rouen, die anderen, so wie er, ritten nach Bayeux und überbrachten Sprota die traurige Nachricht. Solange Wilhelm gelebt hatte, hatten die Männer in seinem Gefolge Sprotas Existenz gern verschwiegen – jetzt, da er tot war, teilten sie die Trauer mit ihr.
Jene Trauer fiel bei Sprota leise aus. Wie Arvid schon gedacht hatte, wahrte sie die Fassung. Sie nahm die Menschen hin, wie sie waren, und gleiches galt auch für die Welt, die nun mal grausam war.
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meine zusammenfassende Meinung:
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Ich finde den historischen Bezug, der den Hintergrund zur fiktiven Handlung bildet, sehr passend und vor allem topp recherchiert. Am Schluss des Buches erhält man auch noch einige historische Einblicke, was sehr interessant ist.
Einführend hat man eine doppelseitige schwarz/weiß-Karte der Normandie und Bretagne, auf der man sich bezüglich der Handlungsorte orientieren kann. Finde ich auch sehr hilfreich bezüglich des Verständnisses.
Die Autorin schreibt sehr bildhaft, sie bedient sich sehr vieler bildhafter Adjektive und überhaupt sprüht die gesamte Handlung vor Dichte und Farbigkeit – ist also sehr authentisch und kommt real rüber. Mir hat besonders gut gefallen, dass man sich von Beginn sehr leicht mit den Charakteren identifizieren kann.
Auch die aufkeimende Liebe – die romantische Geschichte der beiden jungen Menschen – wirkt gar nicht kitschig, sondern passt sich auflockernd in die Handlung ein. Alles in allem ist der gesamte Text des Buches mit einem Spannungsbogen durchzogen, der es mir persönlich sehr leicht machte, mich durch das Buch zu lesen. Die Lektüre ist angenehm – auch, weil die Autorin für dieses Genre wie geschaffen scheint. Die atmosphärische Art, wie sie ihre Idee an den Leser bringt, hat mich beeindruckt. Die Handlung – obwohl in drei Szenarien gegliedert und immer wieder wechselnd, ist leicht zu lesen und verständlich aufgebaut. Es ergänzt sich alles und ersteht komplett vor meinem geistigen Auge. Man kann sich sehr gut in die Handlung vertiefen und entfliehen. Es ist wirklich eine Lektüre, die das Drumherum vergessen lässt, und das ist es, was ich empfinden muss, wenn ich sage, ein Buch ist gut.
Was soll ich mehr sagen? Buch ist spannend geschrieben, ist flüssig zu lesen, Handlung ist historisch hinterlegt, Charaktere sind bildhaft dargestellt …. Volle Punktzahl und Leseempfehlung !!!