Ich dachte ja, ich kenne diese Geschichten gut. Wie sich herausgestellt hat, erinnerte ich mich jedoch nur an die schönsten Seiten dieser Kinderbücher, und ich bin sehr froh, sie angehört zu haben, bevor ich sie an meine Töchter weitergeben konnte. Doktor Dolittle ist ein fast unbeschattetes Vergnügen, herrlich gelesen von E. Heidenreich; die Geschichte ist lustig, abenteuerlich, voller Überraschungen. Das Problem der Rassendarstellung kann der wohlwollende Zuhörer sicher noch mit Humor nehmen.
Ganz anders beim "Zauberer von Oz"! Ich war schockiert, wie gewalttätig und dumm die Helden, wie einfallslos diese Erzählung ist. Gerade die schmeichelnde Stimme von Senta Berger läßt die zum Teil haarsträubenden und willkürlichen Ereignisse noch befremdlicher wirken.
Das erstaunlich ruppige Zauber-Kindermädchen Marry Poppins ist auch nicht so, wie man sie gern in Erinnerung bewahrt hätte. Trotzdem hat die Geschichte ihren großen Reiz, und wäre das Lesetempo von Heike Makatsch etwas langsamer, ich hätte meinen Kindern Dolittle und Poppins gegönnt. Vielleicht in einigen Jahren...