Die Autorin, gleichzeitig Hauptperson, schildert sehr eindringlich, wie sie als Kind zunächst mit ihrer Familie die Zeit des Nationalsozialismus erlebt.
In eine heile Welt in Fränkisch Crumbach im Odenwald verändern sich Mitmenschen und stoßen die jüdische Fabrikantenfamilie Oppenheimer an den Rand der Gesellschaft bis zu Existenzgefährdung. Dieser Teil wird aus der Sicht des Kindes Ruth geschildert und beinhaltet typisch kindliche Bereiche wie die Schule und Freunde. Die Familie wird getrennt. Die Eltern werden in Auschwitz ermordet - alle 6 Kinder werden in unterschiedlichen Ländern überleben. Ruth kommt nach England und schildert auch dort ihre Eindrücke und die Zeit ihrer Adoleszenz.
Im letzten Teil des Buches behandelt Ruth die Bearbeitung ihrer Vergangenheit und den Versuch, Deutschland zu verstehen.
Dieses Buch ist unbedingt lesenswert. Es beschreibt detailgetreu (durch Familienfotos unterlegt)das Leben der Autorin ohne anzuklagen.
Interessant in der Teil, der in England spielt, in dem die Hilfe der Engländer beim Retten jüdischer Kinder beleuchtet wird. Kurz wird auch die Geschichte zweier Geschwister, die in Frankreich überlebten, geschildet.