Es war einmal.... vor etlichen Jahren, da war ich auf der Suche nach einem guten Fantasy-Buch, um im Urlaub etwas zum Schmökern zu haben. Ein Kollege empfahl mir daraufhin, es einmal mit einem, wie er sich ausdrückte, "Eddings" zu probieren.
Gesagt getan, das Buch gekauft und irgenwann angefangen, es ohne allzu hohe Erwartungen zu lesen. War das vielleicht eine positive Überraschung! So eine locker flockige Erzählung um einen Jungen, der als Waise auf einem Bauerhof aufwächst und zum Dreh- und Angelpunkt zweier sich bekämpfender Prophezeiungen wird (das ist durchaus wörtlich zu nehmen, da die "gute" Prophezeiung sich als Stimme im Kopf des jungen Helden manifestiert) hatte ich bis dato noch nicht gelesen. Selbst die Götter werden zum Spielball des Schicksals und lassen keine Gelegenheit aus, sich wie einst ihre griechisch/römischen Vorbilder in das Leben der normalen Sterblichen einzumischen. Die Abenteuertruppe die sich auf der Odyssee des jugendlichen Helden zusammenfindet, um, wer hätte es gedacht, die Welt zu retten, besteht aus wirklich schillernden Charakteren. Die ausgeprägten Macken der Protagonisten werden herrlich detailliert beschrieben und sorgen im Laufe der Handlung immer wieder für witzige Dialoge. Eddings bringt das Kunststück zustande, eine lebendige Welt zu erschaffen, die in der Phantasie des Lesers beim Schmökern Gestalt annimmt. Dazu kommt ein wunderbar lockerer Erzählstil, der nicht so schwer zu verdauen ist, wie beispielweise Tolkien und sein legendärer Epos, eine aberwitzige Story, die immer wieder für ein Schmunzeln sorgt und eine grandiose Heldentruppe, die in ihren Gegensätzen dem Ganzen ein ganz eigene Dynamik verleiht. Kurz gesagt, wer das erste Buch gelesen hat und nur
ein bißchen Sinn für Humor und gute Unterhaltung sein eigen nennt, wird die Folgebände ebenfalls lesen und bedauern, dass es nicht mehr davon gibt. Davis Eddings ist meiner Meinung nach der S. R. Green der Phantasy.-