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Kind Nr. 95: Meine deutsch-afrikanische Odyssee
 
 
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Kind Nr. 95: Meine deutsch-afrikanische Odyssee [Taschenbuch]

Lucia Engombe , Peter Hilliges
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 381 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548258921
  • ISBN-13: 978-3548258928
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 30.634 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lucia Engombe
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

„Plötzlich hörte ich jemanden meinen Namen rufen. Ich drehte mich um und sah einen weißen Mann mit zwei Afrikanern auf mich zukommen. Der Deutsche fragte mich: „Lucia, willst du mit nach Deutschland fliegen?“

Ich erinnere mich an diese Frage und die Gefühle, die sie bei mir auslöste, deutlich: Mein Herz tat vor Freude einen Riesensprung! Obwohl ich nicht die geringste Ahnung hatte, was das sein sollte – Deutschland … Endlich durfte ich auch mal fort aus Nyango. Weg von einem Ort, an dem ich stets Hunger und oft Angst hatte. Ich würde ja wieder kommen …“

Als die 7-jährige Lucia Engombe sich im Dezember 1979 auf das Abenteuer ihres Lebens einlässt, weiß sie nicht, dass sie ein Spielball der Politik ist - und erst elf Jahre später als Fremde nach Afrika zurückkehren wird. Mit zahlreichen anderen namibischen Kindern wird sie von einem Tag auf den anderen in die DDR ausgeflogen - mit dem Ziel: Die „neue Elite“ des zukünftigen unabhängigen Namibias heranzuziehen. Doch nach dem Mauerfall sind die afrikanischen „DDR-Kinder“ nicht mehr erwünscht und werden 1990 in einer Nacht- und Nebelaktion in ihre unbekannte Heimat zurückgebracht. Als „Kind Nr. 95“ landet Lucia Engombe im Armenviertel der Hauptstadt Namibias und begibt sich auf eine schmerzhafte Suche: nach ihrer Familie und ihrer Identität.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ich empfehle euch das Buch zu lesen, weil in „Kind Nr. 95" für den Leser in erlebbarer Weise eine Kindheit erzählt wird, die von Fremdbestimmtheit und politischer Ideologie beherrscht wurde.
Was dabei in einem Kind vorgeht und wie es Wege sucht, doch noch ein bisschen Liebe und Normalität zu finden, erfahrt ihr von Lucia Engombe.
Das Buch handelt von einem Kind, dass dem Hunger im Flüchtlingslager in Sambia entkommt und sich mit 80 anderen namibischen Kindern in einem Schloss in der DDR wiederfindet.
„Kind Nr. 95" konnte durch die solidarische Hilfe der DDR dem Hungertod entkommen.
Aber diese Rettung gab es nicht kostenlos. Eine Kindheit in fast völliger Isolation mit wenig Kontakt zur DDR-Bevölkerung, Appellmärschen und der Kampfausbildung für den Freiheitskampf in Namibia.
Daneben erzählt Lucia Engombe ganz alltägliche Dinge wie zum ersten Mal verliebt sein, die erste Party und ihre Folgen, Schule und Erwachsen werden.
Ausserdem berichtet Lucia Engombe, wie nach der Wende der offene und gewaltätige Rassismus in der Ex-DDR ausbricht und die vorher ausgeübte, natürlich auch fragwürdige, Solidarität zusammenbricht. Sie muss zurück nach Namibia.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
36 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Lucia Engombe erzählt in ihrem Buch "Kind Nr. 95" aus ihrer Lebensgeschichte, von der die meisten Namibier nur Eckdaten und einige amüsante Anekdoten kennen: Die Verfrachtung von Vorschulkindern aus Swapo-Flüchtlingslagern in die DDR Ende der 70er Jahre; der erste Schnee in Europa, von dem die kleinen Afrikaner dachten, es sei Zucker; der Schock bei der Rückkehr nach Namibia und der ersten Begegnung mit den völlig fremden Eltern; die Anpassungsschwierigkeiten an Kultur und Armut in der Heimat.

Lucia schildert sehr Persönliches und Bewegendes: Von der Suche nach Raupen und Mäusen im Flüchtlingslager, damit der immer währende Hunger gestillt wird. Von der Bettnässerei eines verängstigten Kindes auf weichen DDR-Matratzen. Von den Nachtmanövern der kleinen Pionieren unter der Regie eines SWAPO-Beauftragten. Sie berichtet von erster unschuldiger Liebe und von Teenagerschwangerschaften, die schnell wieder weggemacht werden. Das Buch offenbart nicht zuletzt, was aus den Kindern geworden ist, denen man eingebleut hatte, sie wären die zukünftige Elite Namibias, die man aber vollkommen vergessen zu haben schien, als das Land dann wirklich frei und unabhängig wurde.

In "Kind Nr. 95 - Meine deutsch-afrikanische Odysee" zieht Lucia Engombe Bilanz über ihr Leben, angefangen beim Flüchtlingslager Nyango in Sambia, über den Alltag im Schloss Bellin und der Schule in der DDR bis zur Rückkehr nach Namibia. Dieses Buch füllt die Lücken in der bisher veröffentlichten Geschichte der DDR-Kinder: Ein ganz persönliches Schicksal, das repräsentativ für viele ist, in seiner Einzigartigkeit, aber doch so erschütternd und herzergreifend.

Lucia Engombe war ein "Verräterkind": Ihr Vater, ein Swapo-Freiheitskämpfer, wurde von der Partei als Verräter abgestempelt. Das hatte sie schon im Flüchtlingslager in Sambia erleben müssen. Dies hat ihre Familie entzweit, darunter leidet sie noch heute. In der DDR wurde sie als 8-jährige konfrontiert mit der Aussage: Dein Vater ist tot. Als Lucia 20-jährig und wieder zurück in Namibia sich dennoch auf die Suche nach ihm macht, erfährt sie die wahre Geschichte.

Kind Nr. 95 steckt voll mit wahrhaftigen Skandalgeschichten. Elf Jahre lang werden Kinder in der DDR zur Elite des zukünftigen Namibias herangezogen. Bei der Heimkehr überreicht man ihnen, gewissermaßen die Standardausrüstung für die "Führer von morgen": eine Packung Malaria-Tabletten, eine zusammengerollte Schaumstoffmatratze, eine Decke und 50 Rand als Startkapital. Damit müssen viele der Jugendlichen und Kinder zu den Eltern ins Ovamboland, ohne ihre Schulausbildung abgeschlossen zu haben. Kochen, putzen und für die reiche Schar des Nachwuchses sorgen. Das also sollen die Aufgaben für die junge Elite des neuen Namibia sein? Das "Verräterkind" fühlt sich verraten.

Lucia Engombe erzählt aus ihrem bewundernswert großen Schatz an Erinnerungen. Mit einer Menschlichkeit und Nähe, die den meisten der bisherigen DDR-Kinder-Dokumentationen abgeht. Sehr empfehlenswert!

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine starke Frau 20. September 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein sehr langer Artikel im Spiegel der Woche 38 machte mich aufmerksam auf Lucias Geschichte. Ich besorgte mir sofort "Kind Nr. 95" und konnte es kaum glauben: Mir nichts, dir nichts wurde die sieben Jahre alte Lucia aus Afrika 1979 in die ihr völlig fremde DDR gebracht, wurde in elf Jahren zu einer Deutschen und genau so ruck-zuck setzte man sie wieder in einen Flieger zurück nach Afrika, wo sie sich wieder nicht auskannte!

Jene, die Lucia vor dem möglichen Hungertod gerettet haben, werden sagen: Wir haben es doch nur gut gemeint! Aber stimmt das? Lucia schreibt es, und der Spiegel erwähnt es auch, dass Lucia die Tochter eines Feindes der damaligen und auch heutigen Machthaber in Namibia ist. Ihr Vater wusste nichts vom Schicksal seiner Tochter, die in der DDR von seinen namibischen Feinden erzogen wurde. Eines der stärksten Kapitel des Buchs ist gewiss, wie Lucia ihren Vater nach fast 20 Jahren wieder trifft. Er ist ihr fremd, mal hatte man ihr gesagt, er wäre ein Verräter, mal dass er tot ist. Erst jetzt beginnt sie das miese Spiel zu verstehen, das mit ihr gespielt wurde. Da hat sie sich gerade in Namibia eingewöhnt und muss ihren Standpunkt noch einmal neu finden. Der Spiegel schreibt, Lucia wäre ein Mensch, der viel lacht und auch auf dem Foto sieht sie optimistisch aus. Wer ist Lucia? Sie muss eine starke Frau sein, wenn sie dennoch lachen kann.

Fünf Sterne von mir, weil "Kind Nr. 95" zeigt, wie grausam Politik sein kann. Dies aber nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern anhand des Schicksals eines Mädchens, das sich immer gesagt hat: Ich werde trotzdem überleben. Alles Gute, Lucia!

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Die neuesten Kundenrezensionen
Kind Nr. 95: Meine deutsch-afrikanische Odyssee
sehr interessant geschrieben über ein Stück deutscher Geschichte. Es war mir nicht so bekannt, was mit den Kindern geschehen ist und dabei lebt man in dem gleichen Land. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Magdalena Engelbrecht veröffentlicht
Elite?
Lucia Engombe, SWAPO-Politikerkind - der Vater eine Figur in der sog. Shipanga-Affäre Mitte der 70er Jahre - und danach "DDR-Kind", erzählt aus ihrem Leben. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von stefanw190 veröffentlicht
Kind Nr. 95
Prompter, ordentlich verpackter Versand, gut erhalten, - da ich selbst in Namibia gelebt habe, kann ich ganz gut beurteilen, daß das Buch authentisch und darüberhinaus... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Astrid Schlaegel veröffentlicht
Namibia und die DDR
Das Buch gibt die Geschehnisse um die Kinder aus Namibia in der DDR lebendig wieder, autentisch aus der Sicht einer Betroffenen. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Bärbel Nolte veröffentlicht
Historisch interessant
Ich war erstaunt, als ich sah, dass es dieses Buch schon seit fünf Jahren gibt. Ich habe es leider erst jetzt entdeckt, als ich das Buch "Kalungas Kind" von Stefanie-Lahya... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. November 2009 von Büchermaus
Ehrliche Lebensgeschichte
Lucia Engombe schreibt in diesem Buch offen und ehrlich über ihr Leben vor allem in der ehemali´gen DDR. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juni 2008 von Vaalgras
Gewollte Geschichte
Positiv zu bemerken ist, dass hier ein Stück Geschichte (der internationalen Beziehungen der DDR) beleuchtet wird, das bisher nicht gerade im Point of Interest weder der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. Juni 2006 von Christina Gerstäcker
Kind Nummer 95
Ich bin völlig fasziniert von diesem Buch. Es gibt wieder, was man sonst nicht in Geschichtsbüchern findet. Namibische Kinder werden in die DDR verschleppt? Lesen Sie weiter...
Am 18. Januar 2006 veröffentlicht
Vielleicht nicht ganz so wahr?
Ich habe mich für ein Schulprojekt eingehend mit dem Thema "Namibische Kinder in Bellin" beschäftigt, Informationen einbezogen durch Interviews mit ehemaligen... Lesen Sie weiter...
Am 10. Dezember 2005 veröffentlicht
Lovely story
This was an incredible book. Poignant, beautiful, deeply profound, loving and full of grace and beauty in the face of brutal reality. Excellent read. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Juli 2005 von Pius
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