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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Milestone, 1. Dezember 2005
Suchend irren die Akkorde des Pianos im Halbdunkel umher, bis ein gleißend heller Ton der Trompete die Stille durchdringt, schneidend scharf und doch zurückgehalten - so könnte man den Beginn des dritten Tracks "Blue in Green" beschreiben, der als Paradebeispiel dafür dienen kann, in welche Ausdruckssphären Miles Davis sein Instrument führte: weg vom reinen Virtuosentum, hin zu einer Tiefe und Vielseitigkeit des Ausdrucks, die man dem vermeintlich etwas schrillen Instrument gar nicht unbedingt zutrauen würde. Miles beherzigte mit seinem Stil stets den Grundsatz großer Kunst, mit wenigen Mitteln möglichst viel zu erreichen. Mit "Kind of Blue" gelang dem vielleicht größten Jazztrompeter neben Louis Armstrong ein wahrer Meilenstein, mit dem er sich in die Reihe der großen Musiker des 20. Jahrhunderts einreihte. Beim Opener "So What" fasziniert, wie die gesamte Melodie aus einem höchst einprägsamen Zweiton-Motiv gewonnen wird. Ein vergleichbares Prinzip wurde auch oft von Bach in seinen Fugen oder Beethoven in seinen Sinfonien angewandt. Das auf dem Bluesschema aufgebaute "Freddie Freeloader" wirkt dagegen etwas konventioneller. Es ist das Stück, bei dem sich der düstere Grundcharakter des Albums am meisten aufhellt. Nach dem bereits angesprochenen wunderbar melancholischen "Blue in Green" folgt mit "All Blues" das längste und temporeichste Stück des Albums. Über wirbelnden Begleitfiguren entfalten sich prachtvolle Soli der Melodieinstrumente. Der originellste Titel ist aber wohl das wie ein impressionistisches Stimmungsbild einer nächtlichen südspanischen Landschaft anmutende "Flamenco Sketches" (auf dieser CD auch noch in einer Alternativversion vorhanden). Durch kühne Harmoniefortschreitungen und ruhige, langsame, fast hypnotische Soli wird hier eine neuartige, kaum mit etwas vorher Dagewesenem vergleichbare Klangvision geschaffen, in die manchmal ein wenig andalusische Harmonik hineinfärbt. Der kommerzielle Erfolg des Albums überrascht etwas, da es sich meiner Meinung nach um nicht ganz "leicht verdauliche" Musik handelt, für die man sich erst einmal öffnen muss und die man nicht einfach so nebenbei hören kann. Allerdings bestätigt sich hier auch wieder die These, dass gute Musik zu allen Zeiten ihre Hörer finden wird.
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57 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mein Klassiker, 20. Dezember 2002
Kind Of Blue ist unbestritten DER Klassiker des Jazz - und für mich DER musikalische Klassiker schlechthin. Nach dem Kauf der neusten remasterten CD-Ausgabe (deutlich rauschärmer und durchsichtiger) habe ich die Platte unlängst wieder in einem Schwung durchgehört und es ist immer die gleiche Erfahrung: Man setzt sich, um etwas Musik zu hören, nach Minuten wird man gerade noch gewahr, dass man tief in die etwas melancholische Grundstimmung dieses Albums versinkt und spätestens bei den ersten Soli ist man komplett in die Welt der ureigenen Klänge von Kind Of Blue mit ihrer schlichten puren Schönheit entrückt. Ein unvergleichliches Musikerlebnis, wie man es in dieser Intensität nur selten erleben kann. Und damit bin ich natürlich nicht allein: Die Musik von Kind Of Blue hat mit ihrer magischen Qualität Generationen von Musikhörern in ihren Bann geschlagen und gewinnt auch nach Jahrzehnten ein immer wieder neues Publikum für sich. Bei Kind Of Blue trafen sich der Großmagier des Jazz, Miles Davis, mit seinen Bandkollegen John Coltrane, Bill Evans, Cannonball Aderley, Paul Chambers, Billy Cobb und für ein Stück der Pianist Wynton Kelly, um ein Album mit größtmöglicher Einfachheit der zugrunde liegenden musikalischen Formen und gleichzeitig sehr offenem Konzept aufzunehmen. Einige Stücke wurden erst im letztem Moment von Miles Davis fertiggestellt, wobei man kaum von „Kompositionen" reden mag, es sind eher Skizzen, die den Musikern einen Rahmen zur Entfaltung gaben und ihnen dabei die größte improvisatorische Freiheit ließen. Entstanden ist Kind Of Blue im Frühjahr 1959 in nur insgesamt neun Stunden Aufnahmezeit und es ist bis heute die Jazzplatte schlechthin, zahllose ehemalige Nicht-Jazz Hörer wurden durch diese Platte „bekehrt" und selbst wenn jemand „keinen Jazz mag", ist oft genug Kind Of Blue die einzige Jazzplatte in der Sammlung. Es ist zurecht die meistverkaufte Platte des Jazz, ohne dabei auch nur im Geringsten seicht zu sein oder auf den Massengeschmack zu zielen.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach schön!, 13. Juli 2003
"Kind of Blue" von Miles Davis hat eine längere Geschichte in meinem Platten- und CD-Schrank. In den frühen Siebzigern hörte ich erstmals diese 'uralten' Aufnahmen - sie stammen aus dem Jahr 1959 - und war sofort verzaubert von dem ruhigen und fließenden Charakter dieser Musik. Der LP folgte die CD-Ausgabe in Gold und dieser dann die hier besprochene.
Zu "Kind of Blue" ist eigentlich alles gesagt und geschrieben, Miles Davis hat hier zusammen mit Julian "Cannonball" Adderley, John Coltrane, Wynton Kelly, Bill Evans, Paul Chambers und Jimmy Cobb ein Album eingespielt, welches als einer der Meilensteine des Jazz zu bezeichnen ist, - die Soli basieren nicht mehr auf Akkordwechseln sondern auf Skalen, was der Musik einen schwebenden Charakter mitgibt. Das Ergebnis ist einfach schön.
So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Album nun über mehrere Generationen hinweg seine Käufer findet. Die hier vorliegende Ausgabe ist die nach meinem Geschmack gelungendste, der Ton ist klar, das Booklet ist informativ und zudem ist mit einer zweiten Version von "Flamenco Sketches" auch noch ein Bonus Track enthalten. Sehr empfehlenswert!
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