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Kinatay (OmU)
 
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Kinatay (OmU)

Mercedes Cabral , Julio Diaz , Brillante Mendoza    Freigegeben ab 18 Jahren   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 10,99
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Darsteller: Mercedes Cabral, Julio Diaz, Jhong Hilario
  • Regisseur(e): Brillante Mendoza
  • Komponist: Teresa Barrozo
  • Format: PAL
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 6. Mai 2011
  • Produktionsjahr: 2009
  • Spieldauer: 105 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B004MNR7GQ
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 47.028 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Blickpunkt: Film Kurzinfo

Eigenwilliger Thriller über einen jungen Studenten, der sich unbedarft auf einen Unterweltjob einlässt, der sich als grausamer Mord erweist.

Produktbeschreibungen

Polizeistudent Peping ist frisch verheiratet und junger Vater. Um die Familienkasse aufzubessern, treibt er mit Kollegen nebenbei Schutzgelder für seine korrupten Vorgesetzten ein. Auf einer ihrer nächtlichen Fahrten durch die Straßen Manilas kidnappen sie eine Prostituierte und verschleppen sie in einen dunklen Keller. Noch bevor es Peping klar wird, steckt er mitten in einer Orgie aus Gewalt, aus der es keinen Ausweg zu

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von HEAVENSHALLBURN TOP 1000 REZENSENT
Format:DVD
Bei Brillante Mendoza verhält es sich folgendermaßen: Er wird entweder geliebt, gefeiert wie ein verlorenen Sohn, der zurückkehrte um das asiatische Kino zu reformieren, wenn nicht sogar zu revolutionieren, oder eben gehasst, für seine kaum zu ertragenen filmischen Ergüsse, gespickt und vollgestopft mit Personen, die, so wird versucht zu erklären, bedingt durch die verloren gegangene Stabilität und Berechenbarkeit des eigenen Lebens, bedingt durch die zügellose und niederschlagende Kraft des Kapitalismus, gezwungen sind, Dinge zu tun und zu ertragen, die sie unter anderen Vorzeichen und Bedingungen vielleicht nicht mal zu träumen in der Lage wären. Und irgendwie haben beide Seiten meiner Meinung nach nicht ganz Unrecht mit ihrer Beurteilung. Mendoza belebt mit seinem 2009 fertiggestellten und erst zwei Jahre später in die Kinos gekommenen "Kinatay" das manchmal eingestaubte Genre-Kino durch seine kompromisslose Erzählweise, seiner Fähigkeit hinsichtlich der Umsetzung eines gewöhnungsbedürftigen und im Dokumentarstil inszenierten Films, und der nahezu unumstrittenen Beherrschung des kameratechnischen Handwerks, wofür er nicht nur in Deutschland ausgezeichnet wurde. Jedoch treibt er das Ganze ziemlich weit auf die Spitze, in dem er den Zuschauer mit auf eine bedrückende und nicht zu ertragene Reise nimmt, auf der einem die Frage nach Moral und einer Nachvollziebarkeit wie mit einem Dampfhammer in den Schädel geschlagen wird, er jedoch, sich hinter politischer und scheinbar gesellschaftskritischer Attitüde versteckend, eben diese, in der drastischen Weise der Aneinanderreihung von Bildern und Dialogfragmenten, als geklärt und beantwortet sieht. Dementsprechend fallen auch die im Cover enthaltenen Notes äußerst, wie soll man sagen, abgehoben aus, nach deren Studium man zu dem Schluß gelangen könnte, bei "Kinatay" würde es sich um die Visualisierung der marxschen Gedankenstruktur handeln. Dabei werden Armut und Wohlstand, der Kampf um die eigene Existenz, die Medien als schamlos gewinnmaximierende Monster, Macht und Herrschaft in dieser dreigliedrigen Geschichte thematisiert, ob die (vielleicht nur) vordergündig (kritische) Argumentation die Gewaltfantasie- und Darstellung allerdings zu legitimieren vermag, sollte jeder für sich entscheiden.

Peping, Polizeistudent in der philippinischen Hauptstadt und Metropole Manila heiratet, nach westlichen Vorstellungen recht unprätentiös und einfach. Das Geld langt hinten und vorne nicht für die dreiköpfige Familie, selbst die Eheringe konnten nur aufgrund der Leihbereitschaft wohlhabenderer Freunde und Verwandte gekauft werden. Um die monetären Mittel zusätzlich aufzustocken, arbeitet Peping gelegentlich für ein Gangster - Syndikat, in der Regel steht er bei der Eintreibung von Geldern helfend zur Verfügung. Dieses tut er auch an diesem Abend, allerdings soll diese Nacht bis zum Morgengrauen gehen, denn es wartet ein weiterer, neuer Job auf den frisch verheirateteten Peping. Zusammen mit dem "Chief" und einer Kleinbusladung, bestehend aus mehr oder weniger routinierten Bösewichten, wird Madonna, eine drogensüchtige Prostituierte aus einem Bordell entführt und bereits im Bus schwer misshandelt. Die Fahrt, unerträglich lang und für den Zuschauer kaum auszuhalten, endet schließlich in einer abgelegenen Hütte, weit ab vom geschäftigen, wenn auch chaotisch wirkenden Treiben auf den Strassen Manilas. Und wenn einem schon die nicht enden wollende Busfahrt an die eigenen Grenzen gebracht hat, dann sollte man sich ab diesem Punkt des Films auf das nackte und vollkommene Grauen einstellen.

Auch wenn ich mir oftmals die Frage stelle, was die Intention dazu sein könnte, Filme mit solch einer Schwere, Traurigkeit, Brutalität und Gewalttätigkeit zu denken und schlußendlich umzusetzen, so sehe ich sie mir an und bin wohl deshalb auch der Grund, warum sie gedreht werden. Ob es mir dabei um den psychischen Kick geht, die Frage wieviel ich ertragen und welche Bilder ich denken kann, kann ich nicht genau sagen. Allerdings üben Streifen wie "Kinatay" eine magische Wirkungung auf mich aus, auch wenn ich anschließend niedergeschlagen bin, nahezu paralysiert, mich hundeelend und im Grunde genommen "schlecht oder gar nicht unterhalten" fühle. Und so ist es auch diesmal gewesen. Der Versuch zu verstehen, warum Peping so handelt wie er es tut, fordert einem alles ab. Mehrfach hat er die Möglichkeit Hilfe zu holen, zumindest aber zu verschwinden. Mehr noch, durch den Besitz einer Waffe könnte er die Herrschaftsverhältnisse ändern und somit, so paradox es sich auch anhört, seine Menschlichkeit bewahren. All zu oft wünscht man sich, dass man nicht alles ertragen muss, was Pepings Augen zu sehen bekommen und wird dann postwendend von dem Gegeteil überzeugt. All zu oft wünscht man sich, die innere Stimme, das Gewissen des Polizeischülers zu sein, die dafür sorgt, dass er sich anders verhält als er es tut, weil man ihn, wieder zurück zur theoretischen Argumentation und Legitimation, nicht als Funktionsdeppen sehen kann und möchte.

"Kinatay" ist schwerer Stoff, nichts für schwache Gemüter und ganz sicher keine "Unterhaltung" wenn es Sonntag Abend mal keinen Tatort gibt und man diesen Film noch ungesehen in der Wand stehen hat. Es klingt makabar wenn ich sage "Kinatay" ist schön gefilmt, denn jedes positive Adjektiv wirkt fehl am Platz, denoch ist es angebracht. Die unterschiedlichen Kameraeinstellungen und Techniken, die Wahl der Drehorte und die wackelnden Bilder unterstreichen die nachhaltige Wirkung des Films.

Wichtig erscheint mir noch zu erwähnen, dass, sollten sich Leute, die immer auf "das Härteste" warten, denen "A Serbian Film" gar nicht "uncut" und Frankreich nicht brutal genug sein kann, die feststellen, dass "Martyrs ja nun wirklich nicht so krass ist", von dieser Rezension angesprochen fühlen - lasst die Finger davon und verschont die Welt mit Statements wie "so hart ist der nun auch nicht". "Kinatay" ist nicht Horror (bezüglich des Genres), kein Splatter und kein cool gemachter Special Effect Schocker, sondern ein auf psychologischer Ebene zerstörendes Werk, ein Drama und eine Tragödie über eine Gesellschaft, die Monster erzeugt und sie duldet und damit am Rand der steilen Klippe steht.

Den Film kann man ausschlißlich in der Orginalfassung sehen, also in Tagalog, stellenweise in englisch, dazu gibt es deutsche Untertitel.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bleiben oder gehen 7. Mai 2011
Von Riyad Salhi TOP 1000 REZENSENT
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
Manila - die Stadt wird mir nach "Kinatay" nicht sympathischer. Zwar glaube ich nicht, dass die Polizisten dort nächtens allesamt Schutzgelder erpressen und auch mal einen säumigen Zahler buchstäblich auseinander nehmen. Schließlich schaut keiner "Serpico" und glaubt, sämtliche amerikanische Cops seien bis in die 70er korrupt und amtsfaul gewesen. Brillante Mendoza zeigt uns eine Gesellschaft, die sich am Besitz, am Geld orientiert, und das durchdringt alle Gespräche, jegliches Handeln, bestimmt auch das Denken. Wer kann sich was leisten. Wer kann sich was erst in zehn Jahren leisten. Sogar in der Polizeischule bekommt man einen Geldschein, wenn man eine einfache geschlossene Frage richtig beantwortet. Ein Sauhaufen, diese Jungpolizisten. Laut, unkonzentriert und mit überschüssiger Energie, die unkontrolliert verspritzt wird. Und die älteren Ordnungshüter sorgen für eine ganz spezielle Ordnung der Dinge. Bereits die ersten 25 Minuten, es ist noch Tag und die Welt zumindest voller scheinbarer Möglichkeiten, ist sehr aufschlussreich: Wir sehen zwei Arten von Hochzeitszeremonien. Einmal die Akkordvariante mit zwanzig Paaren auf einmal, und dann unser junger Protagonist, schon Vater, der in einem kleinen, nüchternen Gerichtssaal den Bund der Ehe eingeht. Im Schnellverfahren, ohne viel Amtsgetue. Drei Minuten. Mit guten Ratschlägen. Keiner zeigt seinen Ausweis. Wird schon stimmen. Launig, man lächelt. Danach Essen gehen. Billig essen, aber mehr geht nicht. Selbstbedienung. Es ist so jämmerlich, aber die Menschen, die wir begleiten, scheinen zufrieden zu sein. Geld wird zugesteckt, aber nicht viel. Die Wohnung von Peping und seiner Frau ist eng, unaufgeräumt, provisorisch. Draußen der Müll. Auf den Straßen türmen sich die Menschen, die Händler, Herumsteher und Kinder. Schilder mit christlichen Botschaften. Mendoza filmt das quasi dokumentarisch. Fast glaubt man, eine versteckte Kamera wäre zum Einsatz gekommen. Hier ist eine Wahrhaftigkeit am Werk, die so manch späterer Dogma-Film oder Mumblecore-Petitessen aus den U.S.A. bei weitem nicht erreichen. Ist das überhaupt Schauspielerei? Und dann die Nacht.

Es müssen Tage später sein, Wochen später. Peping, der liebe, treue, herzensgute Peping: Ein Schutzgeldeintreiber. Er kommt noch mit zu einer "Operation", hat dazu gar nicht so viel Lust, will nach Hause zu Frau und Kind. Eine Prostituierte wird entführt, vom "Chief" und anderen Polizisten. Allesamt Kollegen. Peping ist irritiert. Er sagt nichts. Er kommt mit, wird von ihm erwartet. Er will keinen Fehler machen. Eine sehr lange Autofahrt beginnt, eine der längsten der Filmgeschichte. Vielleicht zu lang. Die Frau, sie heißt Madonna (sie hat einen Sohn), wird geschlagen, getreten, gequält. Peping sitzt hinter ihr. Er versteht das alles nicht. Auf Fragen verzichtet er. Niemand fragt hier. Er schaut zu seinem Kollegen rüber. Dem ist auch nicht ganz wohl, aber er hält durch. Peping beißt die Zähne zusammen. Und das ist die doppelte Tragödie. In diesem Film stirbt eine Frau, und ein junger Mann stirbt einen moralischen Tod. Die anderen sind ohnehin schon Gefallene. Sie kommen in einem geräumten Haus an, alles vorbereitet. Der Keller. Jetzt könnte ein "torture porn" beginnen. Peping hört die Schreie. Aber er soll Bier und Eier besorgen. Er will da raus, aber was würde das für seine Karriere bedeuten? Seine Versuche, sich zu entfernen, sind halbherzig. Er steigt in den Bus und steigt wieder aus. Kehrt zurück zum Bluthaus. Madonna wird vergewaltigt, Peping erhascht mehr als nur einen Blick. Dann die Schlachterei. Peping weiß, wir sehen es sehr genau, obwohl es die ganze Zeit so dunkel ist, dass er für alle Zeiten ruiniert sein wird. Er tut nichts. Dieser Idiot tut überhaupt nichts. Er schaut zu. Niemand erwartet, dass er seine Kollegen anzeigt, die Frau rettet. Selbstverständlich nicht. Es ist die Polizei. Er hat Angst und wählt die Schuld durch Nicht-Handeln, obwohl er schon früh ahnt, dass es ein Höllentrip werden wird, schon als Madonna das erste Mal getreten wird im Auto. Doch es kommt noch schlimmer. Die Frau fleht, sie krächzt, wird erstochen - wie ein Ungetier. Die Gliedmaßen, der Kopf der Frau werden erst mit einer Machete, dann mit einem scharfen Messer abgetrennt, weil die Machete nicht scharf genug ist. Peping muss Tüten suchen. Die Leichenteile werden auf der Rückfahrt aus dem Van geschmissen. Die Polizisten fühlen sich sicher. Peping wird auch mal so werden, das wissen wir. Er hat keine Wahl, glaubt er. Jemand, der sich so schnell ergibt, der erstarrt, wenn das Leben die entscheidenden Fragen stellt, wird keinen individuellen Weg einschlagen können. Er wird sich einreihen. Und zu Hause Mutter mit Kind. Ein unmögliches Bild, eine großartige letzte Einstellung. Wir müssen gar nicht sehen, wie er nach Hause kommt und ihr nicht in die Augen sehen kann. Vollkommen klar: Ab jetzt nur noch Lügen. Für etwas mehr Geld zum Leben, weil das Polizistengehalt alleine nicht ausreicht. Mutter und Kind und Milch machen und Kochen und Wetten und mit Freunden rumhängen. Alles kontaminiert von dieser Nacht an, falsch, verdorben.

Ich habe lange Zeit nicht mehr einen so traurigen Film gesehen wie "Kinatay". Frauen sollten ihn nicht sehen. Männer vielleicht auch nicht. Und wer ihn sich anschafft, weil er so etwas wie "Hostel" erwartet, mit solchen Menschen möchte ich nicht in einem Raum sein. "Kinatay" ist so unfassbar traurig, dass ich mich jetzt erstmal hinlegen muss.
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