Die zwölfjährige Kim tritt bezüglich ihrer Begeisterung für das Bergsteigen unmittelbar in die Fußstapfen ihres Vaters. Auch an ihrem zwölften Geburtstag ist sie früh morgens in einem Indoorkletterpark anstatt zu Hause im Bett. Als sie wenig später nach Hause kommt, erfährt sie von ihrer Mutter, dass diese zusammen mit ihrem neuen Freund einige Tage nach Estland in Urlaub fahren würde, und sie in der nächsten Zeit alleine zurechtkommen müsse, was nicht weiter schwer sein sollte, zumal Kim für eine mehrtägige Kletterfreizeit mit ihrer Bergsteigergruppe angemeldet ist. Der geplante Ausflug flog allerdings buchstäblich mangels Teilnehmer ins Wasser, und so setzt sich Kim gleich darauf das waghalsige Ziel in den Kopf, genauso wie ihr Vater mit zwölf Jahren, ALLEINE (!?) die hohe und steile Ostwand nahe ihres Heimatortes nach oben zu klettern.
Obwohl Kim bestens für dieses gefährliche Unterfangen ausgerüstet ist (Klettere niemals alleine), misslingt ihr Versuch gleich beim ersten Mal. Sie stürzt ab und verletzt sich dabei schwer. Mit letzter Kraft schleppt sie sich in eine verfallene Hütte unweit des Unglücksortes, ohne zunächst zu Wissen, dass diese von einer Wölfin und ihrem Welpen als Unterschlupf und Zufluchtsort vor den Jägern benützt wird. Schnell erkennt die Wölfin, dass Kim für sie und ihren Welpen keine Gefahr darstellt, und dass sie sehr schwer verletzt ist. In den kommenden Tagen hilft sie ihr zu überleben, und Kim lernt dabei sehr viel Wissenswertes über die Wölfe und ihre Gepflogenheiten.
Wenig später erfährt Kim allerdings, dass Wolfsjäger auf der Suche nach der Wölfin und ihrem Welpen sind, und Kim setzt alles daran, ihre Lebensretterin und ihr Kleines vor den Jägern zu schützen, indem sie versucht mit den beiden in das nahegelegene Schweden zu fliehen, weil dort das Jagen und Schießen von Wölfen verboten ist. Fortan beginnt eine unglaublich atemberaubende, spannende und lebensgefährliche Hetzjagd auf sie und die Wölfe, die nebenbei noch mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen aus dem norwegisch-schwedischen Grenzgebiet glänzt.
Kim und die Wölfe - ist eine weitere Filmperle aus dem hohen Norden, die alles besitzt, was ein sehr guter und lehrreicher Familienfilm haben sollte. Eine herausragende schauspielerische Leistung von Julia Boracco Braaten alias Kim, sowie exzellente und packende Nahaufnahmen einer unversehrten Natur- und Tierwelt runden diesen Film zu einem absoluten "Fünf-Sterne-Abenteuer" ab.
ps. Besonders toll finde ich, dass auch die norwegische Originaltonspur erhalten ist. So kann man sich den Film auch einmal in Originalsprache mit deutschen Untertiteln anschauen. Auch das lohnt sich.