Das Debutalbum von Kim Wilde fand sich 1981 sofort an der Spitze der meisten europäischen Charts wieder. Kein Wunder, enthielt es doch die Überhits "Kids in America" und "Chequered Love", flotte, vor Energie nur so strotzende Uptemposongs im New Wave Stil, die nicht nur mit einem unwiderstehlichen Drive aufwarten, sondern auch die Discos und Charts zum Kochen brachten. Insgesamt bietet das Debutalbum "Kim Wilde" nahezu durchweg solche New Wave Perlen erster Güte, was aber nicht bedeutet, dass man hier einen monotonen Gleichklang vorliegen hat.
Überwiegend flott wie bei den beiden Tophits des Albums geht es auch bei den wenige bekannten Stücken der LPs zu: Die Teenihymne "Young Heroes" ist eine gelungene Mischung aus Pop, New Wave und Rock'n'Roll, das mit Blechinstrumenten unterlegte und Partystimmung vermittelnde "2-6-5-8-0" erinnert an Ska-Rhythmen, während "Our Town" vor allem sehr gitarrenbetont daher kommt. In diese Tempolage passen auch noch die druckvollen, fast schon in Richtung Rock gehenden Titel "Water on Glass" und "Falling out". Doch auch die langsamer gehaltenen Titel müssen sich nicht verstecken: Zum Einen das leicht melodramatisch anmutende "Tuning in tuning on", zum Anderen "You'll never be so wrong" mit der stärksten Gesangsleistung der jungen Sängerin auf der gesamten LP. Hingegen ist das mit deutlichen Reggaeanklängen augestattete "Everything We Know" etwas langweilig und monoton geraten und bildet den einzigen Lückenfüller auf der LP.
"Kim Wilde" ist ein frisches und sehr unterhaltsames Debutalbum vor sich, dass die damals erst 20jährige Britin schon im ersten Jahr ihrer Karriere zur erfolgreichsten Sängerin in Europa machte.